Starke Konkurrenz für Fabian Cancellara beim GP des Kantons Aargau

Der Datumswechsel auf den Donnerstag von der Tour de Suisse scheint sich auszuzahlen: Der 49. GP des Kantons Aargau verspricht ein Weltklassefeld.

Simon Steiner
Drucken
Teilen
Künftig ohne Torsten Schmidt: Fabian Cancellara

Künftig ohne Torsten Schmidt: Fabian Cancellara

Keystone

Am 7. Juni kehrt Fabian Cancellara an die Stätte eines frühen Triumphs zurück. 1997 gewann er als 16-Jähriger das Anfängerrennen in Gippingen. An jenen Erfolg dürfte der Olympiasieger im Zeitfahren an Fronleichnam kaum anknüpfen können: Nach der Zwangspause nach dem Sturz bei der Flandernrundfahrt mit Schlüsselbeinbruch befindet sich das Aushängeschild des Schweizer Radsports erst wieder im Formaufbau.

Cancellara im Trikot der Nationalmannschaft

Dazu kommen Cancellara die 181 Rennkilometer beim GP des Kantons Aargau, den er in seinen ersten Profijahren bereits dreimal bestritten hat, aber gerade recht. Weil sein Team Radioshack Nissan Trek das nicht im Programm hat, wird der Berner in Gippingen im Trikot der Nationalmannschaft an den Start gehen - an der Seite der beiden Aargauer Florian Vogel und Mirco Saggiorato und weiteren jungen Schweizer Fahrern.

Albasini als Titelverteidiger

Die beiden ehemaligen Sieger Martin Elmiger (2003) und Michael Albasini (2011) treten hingegen mit ihren eigenen Equipen an: AG2R-La Mondiale respektive Orica Greenedge gehören zu jenen sechs Pro-Tour-Teams, die das wichtigste Schweizer Eintages-Strassenrennen in diesem Jahr als Vorbereitung auf die Tour de Suisse bestreiten, die zwei Tage später in Lugano beginnt. Vorjahressieger Albasini winkt die Chance, das Gippinger Rennen als erst zweiter Fahrer nach Pascal Richard (1994/1995) zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen.

Doch die Konkurrenz aus dem Ausland darf sich sehen lassen: Der frühere Giro-Sieger Damiano Cunego, der wiedererstarkte Sprintstar Alessandro Petacchi, der Australier Stuart O'Grady, Giro-Etappensieger Paolo Tiralongo oder der Schwede Fredrik Kessiakoff sind nur einige der prominenten Fahrer, die auf der Meldeliste figurieren. Der Start des dreifachen Weltmeister Oscar Freire ist noch fraglich.

Vorverschobener Termin ist sinnvoll

Die gute Besetzung bestärkt die Organisatoren in ihrem Entscheid, den GP des Kantons Aargau auf den Donnerstag vor der Tour de Suisse zu verschieben. «Ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr noch mehr Pro-Tour-Teams am Start haben werden», sagt Rennmanager Olivier Senn.

«Viele hatten ihre Planung bereits gemacht, als sie von dieser Neuerung erfuhren.» Senn strebt mit dem Gippinger Hauptrennen nach der Abstufung vor einem Jahr eine Rückkehr zum UCI-Status Hors Catégorie an. Dazu muss mindestens die Hälfte der Teams der höchsten UCI-Kategorie Pro Tour angehören.

«Leuchtturm im Radsportkanton»

«Mit dem neuen Datum haben wir unseren Leuchtturm im Radsportkanton Aargau gestärkt», sagt OK-Präsident René Huber. Am Wochenende nach dem GP gehen die Radsporttage am Samstag unter anderem mit den U23-Schweizer-Meisterschaften, dem traditionellen Militärradrennen und dem Paracycling-Rennen weiter, bevor am Sonntag das Volksrad- und die Nachwuchsrennen auf dem Programm stehen.