Biel/Magglingen
Vier Aargauer Einzel-Medaillen an der Studenten-WM

Eline Gemperle (Sprint) und Katrin Müller (Langdistanz) gewinnen Gold im Orientierungslauf, Timo Suter läuft im Sprint auf Platz zwei.

Jacqueline Keller
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Katrin Müller und Fabian Aebersold triumphierten auf der Langdistanz.

Katrin Müller und Fabian Aebersold triumphierten auf der Langdistanz.

zvg

Damit hätten wohl die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. An der Orientierungslauf-WM der Studierenden in Biel und Magglingen gewann die Schweiz insgesamt acht Medaillen. Vier der fünf Podestplätze in den Einzelwettkämpfen holte der Kanton Aargau.

Auftakt nach Mass

Begonnen hat diese WM am 17. August in der Bieler Altstadt. Die beste Route für die rund drei Kilometer lange und flache Strecke, gespickt mit 18 Posten, erwischte die Junioren-Weltmeisterin von 2019, Eline Gemperle aus Boniswil. Die für den OLK Argus startende Sprintspezialistin benötigte nur zwölf Minuten und acht Sekunden, was einen erstaunlichen Kilometerschnitt von vier Minuten ergibt.

Knapp neben dem Podest landete Katrin Müller aus Beinwil am See als Vierte. Mit Siri Suter aus Rütihof (22.) und der für Ungarn startenden Csenge Gerber (45.) waren zwei weitere Aargauerinnen dabei. Bei den Männern glänzte Timo Suter aus Rütihof mit dem zweiten Platz.

Erfolge in der Langdistanz

Am zweiten Wettkampftag stand in Gondiswil im Oberaargau die Langdistanz auf dem Programm. Mit 10,9 Kilometern und 290 Metern Steigung, garniert mit 26 Posten, machte die Strecke ihrem Namen alle Ehre. Mit Katrin Müller von der OLG Rymenzburg als Siegerin hatten wohl nur die wenigsten gerechnet. Zwar wusste man um ihre gute Form, aber dass die Beinwilerin gleich mit über dreieinhalb Minuten Vorsprung gewinnen würde, das überraschte sogar ihre Betreuer. Es ist dies der grösste Sieg in der Karriere der 25-Jährigen.

Dank des Berners Fabian Aebersold konnte die Schweiz auch bei den Männern den Sieg auf der Langdistanz bejubeln. Csaba Gerber aus Schinznach klassierte sich im Mittelfeld und Siri Suter kam bei den Frauen als 23. ins Ziel. Während die Langdistanz in einem typischen Mittellandwald mit einem gut ausgebauten Wegnetz ausgetragen wurde, war der Mitteldistanz-Lauf in Corcelles im Jura technisch fordernd. Es unterstreicht Katrin Müllers Topform, dass sie sich im steilen und teils felsigen Gelände bestens zurechtfand und so zur Silbermedaille lief. Siri Suter wurde gute 17. von 85 Startenden und ihr Bruder Timo konnte sich auf Platz 13.

Medaillen in den Staffel-Disziplinen krönen erfreuliche Gesamtleistung

Auch bei den Staffelrennen ging es für die Schweizer Delegation weiter mit dem Medaillenregen: In der gemischten Sprintstaffel, die im Städtchen Langenthal ausgetragen wurde, holten die beiden Aargauer Timo Suter und Eline Gemperle zusammen mit Deborah Stalder und Tino Polsini die Goldmedaille. Nur in der Disziplin Waldstaffel reichte es nicht zu Gold: Die Männer und die Frauen konnten sich aber immerhin über Silber freuen.

Zufrieden war auch der Delegationsleiter der Schweiz, Lukas Frei, ebenfalls ein Aargauer. Dass gleich fünf Medaillen von Aargauern geholt wurde, hätte er nicht erwartet. «Es ist wunderbar, die Früchte der Aargauer, aber auch der Aufbauarbeit der andern Kantone ernten zu können. Alle haben eine Topleistung abgeliefert, niemand ist abgefallen», sagt Frei. «Wir hatten sicher einen gewissen Heimvorteil, aber damit umzugehen, war auch nicht ganz einfach. Ich bin wirklich glücklich und zufrieden, dass alles so gut aufgegangen ist.»