FC Aarau

«Wenn ich treffe, dann richtig» – darum ist Elsad Zverotic für den FCA so wichtig

Er ackert, kämpft und dirigiert: Elsad Zverotic ist beim Befreiungsschlag auswärts beim SC Kriens zusammen mit Serey Die der überragende Akteur auf dem Feld. Sein Treffer zum 1:0 nach 66 Minuten ist sogleich der Dosenöffner für das Spiel der Aarauer.

Nik Dömer
Drucken
Teilen
Die Aarauer feiern den Treffer von Zverotic in Kriens.

Die Aarauer feiern den Treffer von Zverotic in Kriens.

freshfocus

«Ich probiere immer mit meiner Leistung voranzugehen und bin froh, wenn ich der Mannschaft damit helfen kann», erklärt sich der 32-jährige Routinier bescheiden nach dem erlösenden 3:2-Sieg beim Sportzentrum Kleinfeld in Kriens. Wie wichtig der erfahrene Zverotic derzeit für diese Mannschaft ist, wird beim ersten Auswärtssieg der Saison mehr als deutlich.

Das Team von Patrick Rahmen hat die Partie zwar von Beginn weg im Griff und kommt zu guten Torchancen, doch der letzte Wille fehlt. Die Abschlüsse der Aarauer sind harmlos. Daran können auch erfahrene Offensiv-Spieler wie Markus Neumayr oder Patrick Rossini nichts ändern.

Erst als sich Zverotic ein Herz fasst und den Krienser Schlussmann Sebastian Osigwe mit einem Sonntagsschuss aus 20 Meter bezwingt, wird den Aarauern klar, dass es in dieser Partie mehr als nur ein torloses Unentschieden zu holen gibt. «Vielleicht mach ich nicht so viel Tore, aber wenn ich mal treffe, dann richtig», sagt Zverotic schmunzelnd.

Tatsächlich, der FCA-Captain ist kein eiskalter Schütze. Aber wenn er trifft, dann in wichtigen Situationen. So wie beim zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer gegen GC mit dem er die Aarauer zurück ins Spiel brachte.

«Die jungen Verteidiger müssen noch wachsen»

Noch wichtiger ist die defensive Arbeit des Montenegriners. Mit seiner Erfahrung aus knapp 400 Partien verleiht er der Defensive zusätzlich Stabilität und Sicherheit.

Elsad Zverotic sorgt für Ruhe und Ordnung in der FCA-Defensive.

Elsad Zverotic sorgt für Ruhe und Ordnung in der FCA-Defensive.

freshfocus

«Die jungen Verteidiger müssen noch wachsen. Das ist ein laufender Prozess, aber die Mannschaft und ich vertrauen ihnen», erklärt Zverotic. Angesprochen auf die zwei unnötigen Gegentore in Kriens meint er: «Beide wären absolut verhinderbar gewesen. Dass wir erneut ein Tor nach einer Standardsituation hinnehmen müssen, ist besonders ärgerlich. Daran müssen wir arbeiten.»

Unterstützung durch Serey Die

Seit September erhält Zverotic auf der Sechser-Position zusätzlich Unterstützung von Serey Die, der ebenfalls über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügt. «Ich bin sehr froh, dass er hier ist», betont Zverotic. Sie bräuchten allerdings noch ein bisschen Zeit, um sich im Spiel aneinander zu gewöhnen.

Die Unterstützung von Serey Die kann Zverotic gut gebrauchen.

Die Unterstützung von Serey Die kann Zverotic gut gebrauchen.

freshfocus

Angesprochen auf das schwierige Programm nach der Nationalmannschaftspause (Heimspiel gegen Lausanne, Auswärtsspiel in Wil) erklärt der Captain selbstbewusst: «Wir bringen uns trotz guten Leistungen immer wieder selber in Schwierigkeiten durch unnötige Tore, das muss besser werden. Aber wir sind auf einem guten Weg.»

Die Freude über das 3:2 ist gross: Gegen den SC Kriens erreicht der FC Aarau seinen ersten Auswärtssieg der Saison.
22 Bilder
Drei Tore, drei Punkte. Der FC Aarau blickt auf einen gelungenen Abend zurück.
Gegen Ende hin verkommt das Spiel zur Zitterpartie. Nikola Mijatovic verkürzt für Kriens auf 2:3.
Dieses Duell lässt keine Fragen offen: Damir Mehidic (r.) behält im Zweikampf gegen den Krienser Dario Ulrich die Lufthoheit.
Donat Rrudhani (r.) legt nach seiner Einwechslung sofort los. In der 87. Minute trifft er zum 3:1.
Igor Tadic ist für seinen Verein zur Stelle. In der 79. Minute verkürzt er auf 1:2 für den SC Kriens.
Ein bisschen Spass muss sein: Patrick Rossini (l.) weiss offenbar nicht so recht, ob er seinen Kopf oder sein Bein bei der Ballabnahme einsetzen soll.
Markus Neumayr trifft per Elfmeter in der 69. Minute souverän zum 2:0 gegen Torhüter Sebastian Osigwe.
Die Aarauer bejubeln das herrliche Tor von Zverotic.
Und immer wieder Petar Misic: Der FCA-Spieler kommt trotz beherztem Einsatz von Albin Sadrijaj (l.) zu mehreren Chancen, kann aber noch nicht reüssieren.
Dank Elsad Zverotic und seinem Treffer zum 1:0 geht es in der 65. Minute richtig los. Giuseppe Leo und Kevin Spadanuda freuen sich mit dem Torschützen (v.l.).
Trotz FCA-Chancenplus endet die erste Halbzeit torlos. Da ändert auch der Einsatz von Marco Thaler (r.) nichts daran.
Kevin Spadanuda (M.) hat einen schweren Stand. Gleich drei SCK-Spieler nehmen ihn in Beschlag, darunter Liridon Berisha (l.) und Jan Elvedi (r.).
Auch Petar Misic (M.) hat gegen Albin Sadrijaj (l.) und Dario Ulric (r.) das Nachsehen.
Hier gibt es kein Durchkommen: Der FCA spielt überzeugend und zeigt Biss, doch noch ist ihm kein Tor gelungen.
Nach knapp dreissig Minuten trifft ein Krienser das eigene Tor, doch erneut wird ein FCA-Tor nicht gegeben: Damit ist nicht nur Geoffroy Serey Die nicht einverstanden.
Lautstark macht der FCA-Spieler seinem Ärger Luft - allerdings ohne Erfolg.
Den Zweikampf gewonnen, die Kontrolle über die Gesichtszüge verloren. Damir Mehidic geht bis ans Limit, um Manuel Fäh (l.) vom Ball zu trennen.
Für Nicolas Schindelholz bleibt es heute bei einem kurzen Einsatz. Nach 15 Minuten muss der Abwehrspieler verletzt vom Platz.
Auf dem Kleinfeld ist alles angerichtet für die Partie der beiden Tabellennachbarn.
Bei Regen müssen die Spieler sich den widrigen Bedingungen stellen und auf der rutschigen Unterlage das Bestmögliche aus der Situation machen.
Die letzte Begegnung konnte der FCA mit 4:1 für sich entscheiden, auch Yvan Alounga (l.) durfte dabei einnetzen. Doch im Heimspiel dürften sich Jan Elvedi und Kriens nicht so leicht geschlagen geben.

Die Freude über das 3:2 ist gross: Gegen den SC Kriens erreicht der FC Aarau seinen ersten Auswärtssieg der Saison.

freshfocus

Und wer weiss, sollte sich die Abstimmung zwischen Serey Die und Zverotic weiterhin verbessern, dann dürfte dies auch den Verteidigern zusätzlich Selbstvertrauen geben. Möglich, dass sich dadurch das Aarauer Defensiv-Problem (22 Gegentore, schlechtester Wert der Liga) von selber löst. Beim Kriens-Spiel hat man auf jeden Fall schon gesehen, dass sich das Arbeiter-Duo prächtig ergänzen kann.