Women’s Super League
«Es wird uns in dieser Liga nichts geschenkt»: FC Aarau Frauen erkämpfen sich nach Kaltstart ein 1:1 gegen Luzern

Gleich zum Auftakt der neuen Saison kassieren die FC Aarau Frauen eine 0:5-Niederlage in St. Gallen. Gegen Luzern folgte nun das erste Heimspiel in der Aarauer Sportanlage Schachen. Das Unentschieden fühlte sich dabei beinahe wie ein Sieg an.

Larissa Gassmann
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Der Jubel nach dem 1:0 für den FC Aarau durch Joy Steck (rechts vorne).

Der Jubel nach dem 1:0 für den FC Aarau durch Joy Steck (rechts vorne).

Michael Wuertenberg

Wer einmal vom Pferd fällt, der solle rasch wieder aufsteigen. So als wäre nichts gewesen, sagt man sich. Ein vergleichbares Rezept gibt es im Fussball nicht. Eigentlich. Und doch muss es sich wie eine Art Schocktherapie angefühlt haben, dieses frühe 1:0, das den FC Aarau Frauen nach der bitteren Niederlage in St. Gallen nun in der fünften Minute gegen Luzern gelang.

Bereits von Anfang an legte das Team rund um Selver Hodžić die Weichen dafür. Von Scheu war keine Spur, als die Cupsiegerinnen aus Luzern den Platz betraten. Schon gar nicht vor FCL-Goalie Lea van Weezenbeeck. Kaum hatte diese bei der erste Chance des Spiels noch souverän geklärt, netzte Joy Steck bereits ein. So wusste sie es zu nutzen, dass ihr ein abgewehrter Schuss aus der Drehung von Sonja Giraud vor die Füsse fiel. «Ich glaube es war extrem wichtig, dass wir eine Reaktion zeigen», sollte Verteidigerin Siria Berli nach dem Spiel dazu sagen. Eine Reaktion, die bewies, dass es auch anders geht. Die zeigte, «dass unser Können ausreicht, in der Liga mitzuhalten», wie Berli sagt.

Lauffreudig und aggressiv im Zweikampf: So will Trainer Hodžić seine Spielerinnen sehen.

Lauffreudig und aggressiv im Zweikampf: So will Trainer Hodžić seine Spielerinnen sehen.

Michael Wuertenberg

Auch der rasche Ausgleich – in der 18. Minute traf Sina Cavelti, nachdem sich die Luzernerinnen über links durchgekämpft hatten – sorgte kaum für einen Dämpfer. Gleich in der 31. Minute hatte Luzern etwa Glück, als van Weezenbeeck das runde Leder nach einem Eckball von Steck aus der Hand glitt und am Tor vorbeischlitterte. Die zeitweise zur Linkslastigkeit neigenden Gäste suchten derweil nach einer Gelegenheit zum Remake des ersten Tores, kreierten somit aber keine klaren Chancen mehr.

Nicht wie der Underdog auftreten

Anders sah dies in der zweiten Halbzeit aus. Nachdem Aarau erneut mit Elan aus der Kabine kam, hatte auch Luzern gute Möglichkeiten, so in der 66. Minute, wo ein Schuss in letzter Sekunde abgeblockt wurde. «Nach der Pause gerieten wir etwas unter Druck», meinte auch Trainer Selver Hodžić. «Das Wichtigste aber war, dass wir als Team aufgetreten sind, uns solidarisch gezeigt haben», sagt Hodžić, der nach eigener Aussage «megastolz» war. Dass Team habe sich lauffreudig gezeigt, geradezu aggressiv, wenn es darum ging, den Gegner früh zu attackieren.

Gerade zum Ende der Partie hatten die Aarauerinnen dann erneut Chancen, wobei aber der letzte Hauch von Präzision fehlte, beispielsweise in der 74. Minute, wo Giraud den Siegestreffer beinahe auf dem Fuss hatte. So gilt es denn auch noch einiges zu lernen. «Mir geht es vor allem darum, dass wir uns weiter verbessern und noch mehr zusammenwachsen. Dass die Abläufe stimmen, das Vertrauen da ist», sagt Hodžić. Dabei darf auch eine gewisse Portion Fleiss nicht fehlen. Denn: «Das werden wir uns alles erarbeiten müssen. Es wird uns in dieser Liga nichts geschenkt.» Dass nicht zuletzt die Mentalität eine besondere Rolle spielt, weiss Berli. Vor Luzern habe man Respekt gehabt, sei es doch eines der besseren Teams. Letztendlich aber sei man sich auf Augenhöhe begegnet. «Wir wollten uns nie als Underdog präsentieren», so Berli.

Dies ist trotz ausgebliebenem Siegestreffer gelungen. Es tat weh, das 0:5 in St. Gallen. Noch viel schlimmer: Es kratzte am Ego. Die Aufsteigerinnen knallten auf den harten Boden der Realität. Und doch stehen sie nun sieben Tage später da. Hand in Hand reissen sie ihre Arme nach oben, lassen sich vor 170 Zuschauern feiern. Als wäre die letzte Woche nie gewesen.

Als nächstes geht es für die FC Aarau Frauen nun nach Lugano.

Als nächstes geht es für die FC Aarau Frauen nun nach Lugano.

Michael Wuertenberg

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