FC Aarau

Zoran Josipovic: Der Lausbub, der im Brügglifeld für Furore sorgt

Zoran Josipovic konnte sich beim FC Aarau zuletzt durch drei Treffer in zwei Spielen profilieren – doch die Zukunft des 20-Jährigen ist noch offen.

Mira Güntert
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FCA-Stürmer Zoran Josipovic hat in seinen beiden letzten Einsätzen drei Mal getroffen.

FCA-Stürmer Zoran Josipovic hat in seinen beiden letzten Einsätzen drei Mal getroffen.

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Mit verzerrtem Gesicht rappelt sich Zoran Josipovic wieder auf und humpelt gebückt – anscheinend geplagt von qualvollen Schmerzen – zurück auf seine Position. Schiedsrichter Erlachner gibt das Spiel nach dem kleinen Unterbruch wieder frei.

Für Josipovic der Startschuss für eine wundersame Auferstehung im Brügglifeld: Nur Sekunden, nachdem sich der 20-Jährige noch am Boden gewunden hat, lässt er sich von Daniele Romano freispielen und versenkt den Ball abgeklärt im Tor von Xamax. Was für ein Schlingel!

Für das Schlitzohr aus dem Tessin im Dienste des FC Aarau läuft es im Moment rund. Am Mittwoch beim 2:2 gegen Neuchâtel Xamax steht Josipovic zum zweiten Mal von Beginn an auf dem Platz und erzielt sein drittes Tor. Zum Startelfdebüt beim 3:0-Sieg gegen Winterthur kam er, weil Stürmer Mart Lieder gesperrt war. Doch am Mittwoch musste der Holländer zu Beginn der Partie Platz auf der Bank nehmen, während der Tessiner den Vorzug erhielt.

206 Minuten Spielzeit hat Trainer Marco Schällibaum seinem Schützling seit dessen Wechsel im Winter von Lugano in den Aargau bisher gewährt. Zu Beginn der Rückrunde musste sich der Youngster noch gedulden, bis seine Verletzung an der Achillessehne auskuriert und der Trainingsrückstand aufgeholt war. Doch seit sich Josipovic in seinen bisher fünf Einsätzen schon ein Tor mehr als Lieder über die ganze Saison hat gutschreiben lassen, darf man gespannt sein, wer in Zukunft von Beginn an aufgestellt werden wird.

Ein goldenes Transfer-Händchen

Mit den Neuverpflichtungen im Winter nach der desolaten Vorrunde hat FCA-Sportchef Raimondo Ponte sein feines Händchen unter Beweis gestellt. Routinier Stéphane Besle, Torgarant Patrick Rossini und Zoran Josipovic trugen einen grossen Teil dazu bei, dass Aarau seit mittlerweile 13 Meisterschaftsspielen nicht mehr verloren hat und der Platz im Abstiegssumpf definitiv der Vergangenheit angehört. «Von der schlechten Vorrunde habe ich nichts mehr mitbekommen», sagt Josipovic, dessen Eltern aus Bosnien-Herzegowina stammen. «Ich habe das Team von Anfang an ins Herz geschlossen.»

FC Aarau - Xamax
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Mustafa Sejmenovic foult Patrick Rossini...
...und muss dafür vom Platz.

FC Aarau - Xamax

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Dass sich in der Winterpause die Fraktion der Tessiner und Italiener im Brügglifeld nochmals vergrössert hat, trägt sicher dazu bei, dass sich Josipovic so schnell beim FCA eingelebt hat. Nicht nur Trainer Schällibaum, Assistent Ercüment Sahin und Sportchef Raimondo Ponte, sondern auch Spieler wie Rossini, Francesco Russo, Bruno Martignoni, Luca Radice, Daniele Romano, Juan Pablo Garat und Igor Nganga beherrschen die Sprache Italiens fliessend. «Grundsätzlich spricht jeder ein bisschen italienisch, das ist toll. Es fühlt sich an wie in einer Familie», schwärmt Josipovic über die Truppe vom Brügglifeld.

Auch im Trainingslager, das der FCA in der Winterpause in der Südtürkei verbracht hatte, fiel der neu zum Team gestossene Josipovic schnell als unkomplizierter, wirbliger Typ auf. Ein Jauchzer hier, ein Grölen da, ein frecher Spruch dort. Doch auf dem Feld, wenn es für Josipovic hart auf hart kommt, schreckt er nicht zurück. Gemeinsam mit Patrick Rossini im Doppelsturm könnten die Ticinesi zum ligaweit gefürchteten «Duo Infernale» mutieren.

Zoran Josipovic: «Ich würde gern in Aarau bleiben. Bisher haben mit der Vereinsleitung aber noch keine Gespräche stattgefunden»

Zoran Josipovic: «Ich würde gern in Aarau bleiben. Bisher haben mit der Vereinsleitung aber noch keine Gespräche stattgefunden»

Fabio Baranzini

Bleibt Josipovic in Aarau?

Ob Josipovic in der kommenden Saison aber überhaupt noch dem Kader des FC Aarau angehört, steht noch in den Sternen. «Ich würde gern in Aarau bleiben. Bisher haben mit der Vereinsleitung aber noch keine Gespräche stattgefunden», sagt Josipovic, der noch bis Ende Saison vom italienischen Serie-A-Klub Juventus Turin an Aarau ausgeliehen ist.

Nach den zuletzt erbrachten Leistungen wäre es nur sehr schwer nachvollziehbar, wenn «Papa Ponte» nicht wie im Winter seinen süditalienischen Charme spielen lassen würde, um seinen Schützling ein weiteres Jahr ans warme Nest im «Piccola Italia» alias Brügglifeld zu binden.