Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Abubakar, der Kumasi-Krienser

Die Fussballer des SC Kriens empfangen am Sonntag (14.30) Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy.
Turi Bucher
Akklimatisiert: Asumah Abubakar, der Stürmer des SC Kriens im Stadion Kleinfeld. (Bild: Nadia Schärli, 29. Oktober 2019)

Akklimatisiert: Asumah Abubakar, der Stürmer des SC Kriens im Stadion Kleinfeld. (Bild: Nadia Schärli, 29. Oktober 2019)

Mit Beginn der neuen Saison, der zweiten in der Challenge League seit der Krienser Rückkehr in die zweithöchste Schweizer Spielklasse, begeistert wieder einmal ein afrikanischer Fussballer die SCK-Anhänger: Es ist der 22-jährige Asumah ­Abubakar, geboren in Ghana.

Zuletzt spielte er in den ­Niederlanden, wo ihm der neue Trainer von Maastricht klarmachte, dass er in dessen Plänen wohl keine Rolle mehr spielen würde und er als Stürmer diese Saison wahrscheinlich nicht zu viel Einsatzminuten kommen würde, nachdem ihm letzte ­Saison in 27 Einsätzen kein Torerfolg gelang. Zur Orientierung: Maastricht ist zur Zeit 17. von 20 Teams in der «Eerste Divisie» genannten zweithöchsten Liga.

Gekommen war Abubakar von Willem II Tilburg, das zur Zeit in der höchsten niederländischen Liga «Eeredivisie» unter 18 Clubs auf Rang 6 klassiert ist. Dort hatte der 1,83 m grosse Westafrikaner vor seinem Wechsel nach Maastricht zuletzt im B-Team gespielt.

Die Worte des neuen Maastricht-Coachs waren alles andere als ermunternd und liessen Abubakars Chancen, endlich wieder Tore schiessen zu können, auch nicht gerade steil steigen. «Ich möchte spielen, das ist mir wichtig», sagte Abubakar also seinem Agenten. Dieser teilte ihm immerhin mit, dass es da mitten in der Schweiz einen kleinen Verein gäbe, der vor kurzem in die zweithöchste Liga aufgestiegen sei. Auf der anderen Seite studierte der Krienser Sportchef Bruno Galliker die Videospielszenen mit Abubakar, welche ihm übermittelt wurden.

Kumasi – Porto – Tilburg – Maastricht – Kriens

Als das «O.k.» aus der Zentralschweiz den Süden der Niederlande erreichte, packte Abubakar die Koffer. Zurück in Holland liess er seine Partnerin Lesedi Tivanih, die ihre Wurzeln in Südafrika und Mozambique hat, sowie deren 7-jährige Tochter Roselynne Laureijs. Wann immer die Zeit fussballlos ist, reist Abubakar nordwärts, um seine Liebsten zu besuchen. ­Abubakars Freundin hat unterdessen mit ihrer Tochter den in Kriens wohnhaften SCK-Stürmer auch schon hier besucht.

Aufgewachsen ist Abubakar in der ghanaischen Grossstadt Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti-Region im Süden von Ghana mit bald 2 Millionen Einwohnern. Mutter Janet, die vier Schwestern sowie der 14-jährige Bruder, der in Kumasi zuletzt bei den Opel Stars Fussball gespielt hat, verfolgen Asumahs Karriere von Ghana aus. Vater Paul Ankrah wanderte vor Jahren nach Portugal aus. Seinem Papa folgte Asumah Abubakar als 16-Jähriger nach Porto. In Portugal spielte Abubakar in Jugendteams von Braga und Guimarães. Nachdem er den ­portugiesischen Pass erhielt, absolvierte er sogar zwei Länderspiele für die U19-Auswahl Portugals (gegen Österreich und Deutschland).

Aufgepasst auf die Nummer 17

Danach, vor drei Jahren, folgte der Wechsel in die Niederlande. Und jetzt: Kriens. In 13 Challenge-League-Spielen hat Abubakar vier Tore erzielt und ein Assist für ein Krienser Tor beigesteuert. «Ich fühle mich sehr wohl in Kriens», sagt er, «ich habe es mit allen Leuten gut und mit allen Spielern lustig.» Was ihm in den drei Monaten in der Schweiz besonders aufgefallen ist: «Diese Berge! Die habe ich in Holland nicht ­gesehen…» Und: «Hier in der Schweiz ist alles so gut organisiert. Aber wenn ich einkaufen gehe, merke ich noch einen wichtigen Unterschied zu ­ den Niederlanden oder zu Portugal: Hier ist alles viel teurer.»

Mit Diogo Costa und Pedro ­Teixeira kann sich der mit der Rückennummer 17 spielende Abubakar in Kriens sogar auf Portugiesisch unterhalten. Abu­bakar spricht ausserdem nach seinen vier Jahren in den Niederlanden Holländisch, dazu Englisch und unter den mehr ­ als 100 ghanaischen Dialekten ­ das am meisten verbreitete Akan-Ashanti sowie Hausa. Deutsch? «Guten Tag», sagt ­Abubakar. Und nach einer kleinen Pause fügt er lächelnd an: «Mannschaft.»

Vor dem Heimspiel und spannenden Duell gegen Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy (Sonntag, 14.30, Kleinfeld) sagt Asumah Abubakar also in seiner Ashanti-Muttersprache: «Máni agye wo Kriens» – «Es gefällt mir in Kriens». Ja, gut, aber was ist mit Stade Lausanne-Ouchy? Abubakar glaubt: «Ye be di ­nkunim!» Nun, ob Kriens dieses Spiel wirklich gewinnt, werden wir am Sonntag um zirka 16.25 Uhr wissen.

Ein spielstarker Gegner wartet

Mit Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy gastiert ein unangenehmer Gegner auf dem Krienser Kleinfeld. Aktuell liegt das Team vom Genfersee nur gerade zwei Punkte hinter Kriens. SCK-Trainer Bruno Berner erwartet einen aufsässigen Gegner. «Stade Lausanne ist eine spielstarke Mannschaft.» Aufgrund der Tabellensituation ist dies ein wegweisendes Spiel. «Von der Wichtigkeit her ist allen bewusst, dass diese Partie brisant ist. Trotzdem haben wir 36 Runden Zeit, unsere Punkte einzufahren.» Ob Berner wieder auf Dzonlagic und Mijatovic zählen kann, ist noch ungewiss. Beiden machen Verletzungen an den Fussgelenken zu schaffen. (swe)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.