Handball
Achtung, fertig, los: Die Spono Eagles sind heiss auf die Playoffs

Am Mittwoch beginnt der Playoff-Halbfinal zwischen den Spono Eagles und dem LK Zug. Bei den Nottwilerinnen rückte die junge Alina Stähelin zuletzt immer stärker in den Fokus.

Stephan Santschi
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Alina Stähelin (vorne) ist in der Offensive eine Allrounderin.

Alina Stähelin (vorne) ist in der Offensive eine Allrounderin.

Bild: Urs Bucher

«Ich bin erschrocken, wie Brühl gespielt hat. Zug habe ich aber auf diesem Niveau erwartet.» Mirco Stadelmann, Sportchef und Interimscoach der Spono Eagles, hat den Cup-Halbfinal am letzten Samstag als Zuschauer verfolgt. Gleich mit 33:24 gewannen die Zugerinnen in St.Gallen, erstaunlich hoch, erstaunlich problemlos. «Sie sind parat, sie sind in sehr guter Form», sagt Stadelmann, der mit Nottwil im Cupfinal am 8. Mai auf Zug treffen wird. Bereits am Mittwoch wird das Zentralschweizer Derby im Playoff-Halbfinal der SPL1-Meisterschaft lanciert. Stadelmann: «Die Ausgangslage schätze ich auf 50:50.»

Da der Playoff-Halbfinal der Frauen nur in einer Best-of-three-Serie gespielt wird, können sich die Teams keine lange Angewöhnungsphase leisten. «Achtung, fertig, los», so laute das Motto, betont Stadelmann, bereits am Samstag kann das Duell nach dem zweiten Spiel in Zug entschieden sein. Sämtliche vier Direktbegegnungen in dieser Saison gingen bisher an Spono, «doch die können wir komplett vergessen, es beginnt bei null». Zugs grosse Stärke sei das Tempospiel, «wenn man sich auf einen offenen Schlagabtausch einlässt, verliert man», ist Stadelmann überzeugt. Deshalb gelte es, im Angriff möglichst fehlerfrei zu spielen, um Zug keine Gegenstösse zu ermöglichen. «Auch im Positionsangriff sucht Zug schnell das Tor. Besonders aufpassen müssen wir dabei auf die Rückraumspielerinnen Charlotte Kähr und Celia Heinzer.»

Dänische Kreisläuferin für die Spono Eagles

Für sein Team spreche derweil die Erfahrung. Mit Ivana Ljubas und Neli Irman verfüge Nottwil über zwei ausserordentliche Spielerinnen, die in wichtigen Momenten nochmals zulegen könnten. Immer stärker in den Fokus rückte zuletzt die erst 20-jährige Alina Stähelin. Neben Ljubas bildet die 1,82 Meter grosse Baselbieterin den Mittelblock in der Abwehr, im Angriff agiert die gelernte Rückraumspielerin mangels Alternativen vor allem am Kreis. «Vorne ist Alina unsere Allrounderin», erklärt Stadelmann.

Nächste Saison soll sie sich in der Offensive aber auf ihre Wurfkraft aus der Distanz konzentrieren können. Wie gestern bekannt wurde, werden sich die Spono Eagles am Kreis mit der 26-jährigen Dänin Thilde Boesen verstärken– sie stösst vom dänischen Erstligisten Skanderborg an den Sempachersee. «Dann möchte ich mich sehr gerne im Rückraum etablieren», sagt Stähelin, die vor dem Wechsel zu Spono gleich in ihrer ersten SPL1-Saison zu Leimentals Topskorerin aufgestiegen ist. Prompt wurde sie 2019 an den Swiss Handball Awards zur besten U20-Spielerin gewählt. «Es ist nicht einfach», sagt sie mit Blick auf ihre aktuell ungewohnte Rolle im Angriff, doch Stähelin hält auch fest: «Es geht ums Gewinnen. Auf welcher Position ich etwas dazu beitrage, ist egal.» Generell liebt die ehemalige Nachwuchs-Nationalspielerin Herausforderungen, neue Situationen schrecken sie nicht ab. «Wenn man sich über etwas zu stark den Kopf zerbricht, macht man es nie.»

Stähelin bezwang Zug schon einmal im Kampf um Gold

Meisterin war Alina Stähelin schon einmal, 2018 mit den U18-Juniorinnen aus Herzogenbuchsee. Gegner im Final damals war der LKZ. Und auch jetzt müssen die Zugerinnen auf dem Weg zum Titel überwunden werden. «Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch wir sind ready», versichert sie. «Bei uns herrscht eine angespannte Stimmung. Jede will das Beste aus den Trainings herauskitzeln. Wir haben Heisshunger auf die kommenden Spiele, es geht um alles.»