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Ade Champions League

Der FC Basel muss nach dem 1:3 in Linz seine Träume von der Königsklasse begraben. Entgegen dem Selbstverständnis von Stadt und Fans aber womöglich für lange Zeit.
Jakob Weber

Valentin Stocker liegt, vom Linzer Torwart Alexander Schlager gefällt, im Tornetz und hält sich das Schienbein. Einige FCB-Spieler protestieren, während ein LASK-Verteidiger den freien Ball kurz vor der Linie stoppen kann. Doch der Schiedsrichter aus Aserbaidschan bewertet diese Aktion in der 38. Minute des Rückspiels auf der Linzer Gugl nicht als Foul.

FCB-Trainer Marcel Koller sieht das anders: «Den musst du geben.» Einen Video-Assistent gibt es in der Champions League Qualifikation nicht. Ob er überhaupt eingegriffen hätte, bleibt Spekulation. Hätte Stocker, der zwar beim Abschluss bedrängt wird, den Ball richtig getroffen, hätten sich die Diskussionen und der Konjunktiv erübrigt. Doch statt dem Ball, zappelt lediglich Stocker im Netz.

0:0 steht es zu diesem Zeitpunkt. Der FCB drückt den LASK tief in die eigene Hälfte. Die Teilnahme an den Champions-League-Playoffs scheint trotz der schlechten Ausgangslage noch möglich. Die Szene mit Stocker ist bereits die dritte hochkarätige Torchance des FCB. «Wir hätten in Führung gehen müssen, dann wäre es ein anderes Spiel geworden», sagt Koller. Doch Rotblau hat die Effizienz aus den ersten Saisonspielen verloren.

«Wir hätten in Führung gehen müssen, dann wäre es ein anderes Spiel geworden»

In Abwesenheit der beiden verkauften und verletzten Knipser Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel landet im Rückspiel gegen den LASK nur einer von fünf Abschlüssen aufs gegnerische Tor auch im Tor. Die Chance von Stocker wird gar nicht erst als Torschuss gewertet. Zum Vergleich: Gegen Eindhoven hatte der FCB in beiden Spielen vier seiner sechs Schüsse aufs Tor verwandelt. Die Effizienz war der Hauptgrund fürs Weiterkommen gegen den Favoriten aus Holland. Ohne diese Effizienz zieht der FCB gegen den wacker kämpfenden Underdog aus Österreich den Kürzeren.

Das Ausscheiden des FCB hat Konsequenzen. Am Dienstagabend in Linz ist die Champions League für Basel so nah wie vermutlich lange nicht mehr. Nach dem 1:1 durch Kemal Ademi fehlt neun Minuten nur ein Tor für die Verlängerung. Doch dann kontert der LASK den FCB zweimal aus.

Basel kann nur noch als Meister in die Champions League Quali

Das hat zur Folge, dass die Königsklasse, die in diesem Jahrtausend in Basel fast schon so dazugehört wie die Mehlsuppe zur Fasnacht, in weite Ferne rückt. Durch das schlechte Abschneiden der Schweizer Klubs im internationalen Vergleich rutscht die Schweiz in der Uefa-Fünfjahreswertung immer weiter ab. Im letzten Jahr ging es von Rang 12 auf 17. Aktuell steht die Schweiz auf Position 21.

Schon ab dieser Saison qualifiziert sich nur noch der Meister für die Champions League Quali. Wenn Basel wieder hinter YB Zweiter werden sollte, startet der FCB in der 3. Runde der Europa League Qualifikation und muss zwei Gegner aus dem Weg räumen, um immerhin in Europas zweiter Liga in einer Gruppenphase zu spielen. Oder anders gesagt: Der FCB muss Meister werden, um überhaupt wieder von der Königsklasse träumen zu dürfen. Denn auch dann stünden noch zwei Quali-Runden an.

Dieser FC Basel gehört in die Europa League

Aktuell, da sind sich Experten und Fans einig, ist die Europa League sportlich gesehen der richtige Wettbewerb für den FCB. Wer sich gegen Saloniki, Limassol und Linz nicht durchsetzt, hat keine Duelle mit Liverpool, Man City oder Barcelona verdient. Die Hoffnung auf weitere magische Nächte im Joggeli gibt es trotzdem. Zwar geht der FCB bei der Auslosung für die Europa League am 30. August in Monaco den ganz grossen Brocken Arsenal, Man United, Porto, Roma oder Sevilla aus dem Weg, weil Rotblau ebenfalls in Topf 1 gesetzt sein wird. Doch Eintracht Frankfurt oder Gladbach wären doch auch attraktive Gegner. Auch ein schnelles Wiedersehen mit Eindhoven oder Linz – sollten die Österreicher im Playoff gegen Brügge ausscheiden – ist möglich.

Egal, wer dem FC Basel am Ende zugelost wird: Der Herbst dürfte spannend werden. Denn der FCB wird auf Gegner auf Augenhöhe treffen und Chancen haben, sich für die Sechzehntelfinals zu qualifizieren. Das muss das Ziel sein.

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