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Fernando Alonso sagt «Adiós»

Mit dem Rennen in Spa-Franchorchamps (Sonntag, 15 Uhr, SRF zwei) beginnt für Fernando Alonso (37) die Formel-1-Abschiedstour. Der Spanier hat seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt.
Sascha Reuter
Eine schillernde Persönlichkeit im Formel-1-Zirkus: der Spanier Fernando Alonso. (Bild: Zsolt Czegledi/EPA (Budapest, 26. Juli 2018))

Eine schillernde Persönlichkeit im Formel-1-Zirkus: der Spanier Fernando Alonso. (Bild: Zsolt Czegledi/EPA (Budapest, 26. Juli 2018))

Wer Fernando Alonsos Abschiedsworte hörte, musste feststellen: Am Ende hat er sie doch noch erlernt – die hohe Kunst der Diplomatie. «Nach 17 wundervollen Jahren in diesem grossartigen Sport», sagte er also, «ist es für mich Zeit für einen Wandel und weiterzuziehen.» Das klang nicht nur diplomatisch, sondern auch fast ein wenig wehmütig. Vielleicht dachte er dabei an einige seiner vertanen Chancen, davon gab es in der Karriere des Spaniers ja genug. Deshalb wird der 37-Jährige am 25. November in Abu Dhabi seine Laufbahn als «nur» zweimaliger Weltmeister beenden.

Dabei sorgt Alonso schon seit Beginn seiner Karriere im Minardi für Furore. In der Hinterbänkler-Mannschaft machte er seine Teamkollegen Tarso Marques und Alex Yoong nass, beide zugegebenermassen nicht die Aushängeschilder des Motorsports. Danach wechselte er zu Renault, wo er nach einem Jahr als Testfahrer am 24. August 2003 als 22-Jähriger beim Grossen Preis von Ungarn zum bis dato jüngsten Rennsieger der Formel-1-Historie wurde – und mal eben Rekordweltmeister Michael Schumacher überrundete. Mit dem französischen Team wurde Alonso 2005 und 2006 Weltmeister und wies Schumacher im Ferrari dauerhaft in die Schranken. Dem Spanier wurde eine glorreiche Zukunft vorausgesagt. Er schien bereit dafür, einer der Grössten zu werden, die dieser Sport je gesehen hat.

«Krieg der Sterne» bei McLaren-Mercedes

Doch mit seinem Wechsel 2007 zu McLaren-Mercedes ging auch der erste Bruch in seiner Karriere einher. Alonso bekriegte sich mit Teamkollege Lewis Hamilton dermassen heftig, das vom «Krieg der Sterne» die Rede war. Das Ergebnis: eine zerrüttete Equipe und der Verlust des sicher geglaubten WM-Titels an Ferrari und Kimi Räikkönen. Alonso floh zurück zu Renault, doch der Erfolg blieb aus. Nach zwei Jahren wechselte der stolze Asturier erneut, um endlich die ersehnte dritte Weltmeisterschaft zu feiern. Gelingen sollte es mit der ebenso stolzen Scuderia Ferrari. Doch statt eines Triumphs folgte die nächste Schmach. 2010 verlor er erneut einen sicher geglaubten Titel. Dieses Mal wegen einer falschen Taktik. Er musste sich gefühlt haben wie ein geprügelter Hund. Denn während der Spanier nach dem Titel lechzte, triumphierte Sebastian Vettel in der fahrenden Brausedose von Red Bull viermal in Serie.

2015 kam es zum folgenschwersten Wechsel seiner langen Karriere. Alonso ging mangels Optionen zu McLaren. Doch statt um Siege, fuhr er mit dem Honda-Motor um Platz 10 – an guten Tagen. Auf sich aufmerksam machte er nicht mehr mit sportlichen Erfolgen, sondern nur noch mit markigen Sprüchen. Sehr zum Leidwesen seines Teams und des Motorenlieferanten Honda. Denn beide waren das Lieblingsziel seiner Häme. So demütigte er beispielsweise Honda bei deren Heimrennen in Japan 2015, als er per Funk mitteilte: «Ich werde auf der Geraden überholt, als wenn ich einen GP2-Renner fahren würde. Das ist peinlich.» Und als Daniel Ric­ciardo ihn 2017 im Qualifying aufhielt, beschwerte sich der Spanier zunächst, nahm dann aber seine Fahrerkollegen umgehend in Schutz: «Es tut mir leid, wenn sie durch unseren Speed verwirrt werden. Weil wir so langsam sind, denken die anderen, dass wir auf der Aufwärmrunde sind.»

Man muss sich keine Kristallkugel kaufen, um zu prognostizieren: Es wird keinen dritten WM-Titel für Alonso in der Formel 1 geben. Deshalb sucht sich der Ehrgeizling eine neue Herausforderung: die Triple Crown des Motorsports. Bestehend aus Siegen beim Formel-1-Rennen in Monaco, den 24 Stunden von Le Mans und beim Indy 500. In Monaco gewann er bereits 2006, Le Mans in diesem Jahr. Und nach seinem Sieg kündigte Alonso schon an: «Ich weiss noch nicht, was ich nächstes Jahr mache, aber Indy hat eine hohe Priorität.»

Doch Fernando Alonso wäre nicht Alonso, wenn er am Ende nicht doch wieder anecken würde. Drei Tage nach seiner Musterstunde in Diplomatie, schwang er sie doch noch herzhaft, die verbale Keule: «Ich höre auf, weil die Action auf der Strecke meiner Meinung nach richtig schwach geworden ist.» Ohne ihn wird die Formel 1 ­sicher nicht unterhaltsamer.

Francorchamps. Grand Prix von Belgien: 1 Hamilton (GBR), Mercedes, 1:58,179 (213,357 km/h). 2 Vettel (GER), Ferrari, 0,726 zurück. 3 Ocon (FRA), Racing Point Force India-Mercedes, 3,672. 4 Perez (MEX), Racing Point Force India-Mercedes, 3,715. 5 Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 3,943. 6 Räikkönen (FIN), Ferrari, 4,492. 7 Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 4,590. 8 Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 4,760. 9 Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 6,754.

Nach dem zweiten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 10 Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda. 11 Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda. 12 Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 13 Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari.

Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 14 Sainz (ESP), Renault. 15 Alonso (ESP), McLaren-Renault. 16 Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes. 17 Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 18 Vandoorne (BEL), McLaren-Renault. 19* Bottas (FIN), Mercedes. 20* Hülkenberg (GER), Renault. – * Rückversetzung in die letzte Startreihe (Motorwechsel).

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