AEROBIC: Das Lächeln der Siegerinnen

Der minutiöse Aufwand hat sich für den BTV Luzern gelohnt – er übernimmt den Thron in der Kategorie Aktive. Für Leiterin Jasmin Bucheli eine nerven-aufreibende Angelegenheit.

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Der BTV Luzern überzeugt Wertungsrichter und Zuschauer mit seiner auf hohem Niveau stehenden Vorführung. (Bild Philipp Schmidli)

Der BTV Luzern überzeugt Wertungsrichter und Zuschauer mit seiner auf hohem Niveau stehenden Vorführung. (Bild Philipp Schmidli)

Theres Bühlmann

Endlich. Sie standen gestern ganz oben in der Willisauer BBZ-Halle. Mit einer Goldmedaille um den Hals, mit Tränen in den Augen und lauschten der Nationalhymne. Die neun Turnerinnen des BTV Luzern haben es geschafft und nach den Bronzemedaillen 2009 und 2011 sowie der silbernen Auszeichnung 2014 den langersehnten Titel in der Kategorie Aktive geholt. 1000 Schweisstropfen für 3:12 Minuten perfekte Harmonie zahlten sich nun aus. Die Teams machten es in dieser Kategorie äusserst spannend. Der BTV Luzern und Lenzburg lagen nach der Vorrunde punktgleich mit 9,75 Zählern an der Spitze, beide mit der gleichen Programmnote (5,00) und der Techniknote (4,75). Titelverteidiger Niederbuchsiten fiel bereits schon fast ausser Traktanden, denn die P-Note von 4,93, die in den Final mitgenommen wird, war ein zu grosses Handicap.

Die Gastgeberinnen des STV Willisau an den Aerobic Schweizermeisterschaften in der BBZ-Halle. (Bild: Philipp Schmidli)
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Der BTV Luzern an den Aerobic Schweizermeisterschaften. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Gastgeberinnen des STV Willisau an den Aerobic Schweizermeisterschaften in der BBZ-Halle. (Bild: Philipp Schmidli)
Der BTV Luzern an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der BTV Luzern an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der BTV Luzern an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der BTV Luzern an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften. (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Die Gastgeberinnen des STV Willisau an den Aerobic Schweizermeisterschaften in der BBZ-Halle. (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Die Gastgeberinnen des STV Willisau an den Aerobic Schweizermeisterschaften in der BBZ-Halle. (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)
Der DTV Küssnacht am Rigi bei seiner Darbietung an den Aerobic Schweizermeisterschaften (Bild: Philipp Schmidli)

Die Gastgeberinnen des STV Willisau an den Aerobic Schweizermeisterschaften in der BBZ-Halle. (Bild: Philipp Schmidli)

Das Duell der «Giganten»

Und dann begann er, der Showdown, der Final der besten sechs Equipen aus der Vorrunde, die nur durch 0,25 Punkte getrennt waren. Die Zuschauer, alles in allem besuchten rund 2000 diese Schweizer Meisterschaft an den beiden Wochenendtagen, gingen begeistert mit, klatschten und stampften, jubelten und litten – einige Fans waren gar mit Kuhglocken angereist. An Stimmung fehlte es in der BBZ-Halle nicht. Als zweitletzte Truppe betrat der BTV Luzern die Halle, alle Augen waren auf die neun Turnerinnen gerichtet. Da und dort schlichen sich kleinere Unsicherheiten ein, sonst lief fast alles «wie geschmiert», wie man zu sagen pflegt. Den Abschluss machte dann Lenzburg, und auch die Aargauerinnen kamen nicht ganz fehlerfrei durch. Reicht es für den BTV Luzern? Es reichte, mehr noch, das Team unter der Leitung von Jasmin Bucheli und Linda Treyer konnte wie alle anderen Finalisten in dieser Kategorie noch zulegen. Nach der Siegerehrung gab es für die Luzernerinnen kein Halten mehr, sie lagen sich in den Armen, nahmen die Gratulationen der mitgereisten Fans und der Konkurrenz entgegen. Und mittendrin Jasmin Bucheli, die schwanger ist und nicht mitturnte und das ganze Geschehen von der Tribüne aus betrachtete. Sie atmete erst einmal tief durch: «Das hat Nerven gekostet.» Geschenkt sei ihnen nichts worden, sagte sie, «aber ich wusste, wir befinden uns technisch auf hohem Niveau, und ich kann mich auf meine Turnerinnen verlassen, auch wenn sie unter Druck stehen». Ihren Emotionen freien Lauf liess auch die einstige Kunstturnerin Joy Studer: «Wahnsinn diese Goldmedaille. Für uns gab es nach der Vorrunde nur eins: Vollgas geben.» Und schob nach: «Jetzt gehen wir feiern.»

Bronze für Küssnacht

Aus Zentralschweizer Sicht schaffte lediglich noch Küssnacht den Finaleinzug, und dies in der Kategorie Jugend. Die Equipe unter der Leitung von Olivia Konrad und Vanessa Stocker überzeugte nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch durch ihr erfrischendes Auftreten, was mit Bronze belohnt wurde. Beinahe wäre auch der Gastgeber noch zu einem Finalauftritt gekommen, in der Kategorie 3er- bis 5er-Teams verpasste Willisau die Endrunde um sechs Hundertstel. Auch Schötz lag bei der Jugend nur einen Platz hinter den finalberechtigten Teams.

Aber auch diese beiden Vereine können vom Kompliment eines Zuschauers nach dem Verlassen der Halle in Willisau ein Stück für sich in Anspruch nehmen: «Eine ganz coole Sache diese Aerobic-Vorführungen.»

Schweizer Meisterschaft Willisau

Aktive: 1. BTV Luzern 9,867. 2. Lenzburg 9,842. 3. Laupersdorf 9,800. 4. Niederbuchsiten 9,697. 5. Weite 9,670. 6. Weiningen 9,563. – Nicht im Final (mit Auszeichnung): 8. Küssnacht 9,45. 13. Altbüron 9,27. Ohne Auszeichnung: 16. Rickenbach 9,23. 19. Schindellegi 9,02. 20. Wolhusen 8,98. 23. Willisau 8,85.

3er bis 5er Teams: 1. Unterkulm 9,925. 2. Weiningen 9,867. 3. Schmiedrued 9,808. 4. Eien-Kleindöttingen 9,608. Nicht im Final (mit Auszeichnung): 5. Willisau II 9,52. Ohne Auszeichnung: 6. Willisau II 9,32. 8. Ettiswil 9,25.

Paare: 1. Laupersdorf-Niederbuchsiten 10,000. 2. Niederbuchsiten-Schupfart 9,825, 3. Weite 9,692. 4. Langendorf 9,688.

Jugend: 1. Niederbuchsiten 9,803. 2. Weite 9,758. 3. Küssnacht 9,700. 4. Eien-Kleindöttingen 9,683. 5. Weiningen 9,558. 6. Laupersdorf 9,550. Nicht im Final (mit Auszeichnung): 7. Schötz 9,18. 8. Brunnen 9,10. 9. Hitzkirch 9,03. Ohne Auszeichnung: 11. BTV Luzern 8,87. 12. Schindellegi 8,82. 13. Schüpfheim 8,77. 20. Altbüron 8,45. 23. Willisau II 8,32. 24. Willisau I 8,18.

Komplette Ranglisten unter www.stv-fsg.ch