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Das Stehaufmännchen: Alain Wiss ist beim FC St.Gallen wieder zurück auf dem Rasen

Für den 29-jährigen Alain Wiss geht es aufwärts. Der Luzerner in Ostschweizer Diensten hat eine Leidenszeit hinter sich.
Christian Brägger aus St. Gallen
Alain Wiss (links) gab am Samstag gegen Servette sein Comeback. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus, St.Gallen, 21. September 2019)

Alain Wiss (links) gab am Samstag gegen Servette sein Comeback. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus, St.Gallen, 21. September 2019)

Die Sonne scheint, frisch ist es dennoch. Der Rollkragenpullover hilft. Alain Wiss (29) hat seine dunkelblaue Wollmütze tief ins Gesicht gezogen. Er lächelt wieder. «Mir geht es gut», sagt der frühere Profi des FC Luzern.

222 Pflichtspiele absolvierte er für die Innerschweizer, sein Debüt gab er als 16-Jähriger unter Ciriaco Sforza. Seit 2015 spielt er beim FC St.Gallen. Bei den Ostschweizern gehört er damit zu den «alten Hasen».

Nach dem Jahreswechsel erlebte Wiss einen schlimmen ersten Monat. Anfang Januar hatte ihm Sportchef Alain Sutter in einem Vieraugengespräch beschieden, den im Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ein harter Schlag für den Defensivspezialisten. Doch der negative Lauf hatte da ja erst begonnen. Und kulminierte am 14. Januar im Testmatch gegen den Hamburger SV in La Manga, nach einem normalen Zweikampf mit Lewis Holtby verdrehte sich Wiss das Knie. Aus, vorbei, Kreuzbandriss.

Noble Geste von Präsident Matthias Hüppi

Wiss flog zurück in die Schweiz, da hatte er von St.-Gallen-Präsident Matthias Hüppi das Signal erhalten, der Verein werde ihn nicht fallen lassen und mit ihm den Vertrag deshalb verlängern. Es war eine Erleichterung, weil mit so einer Verletzung hätte er kaum einen neuen Klub gefunden. Doch da war ja noch der Kopf von Wiss, der alles zu verarbeiten hatte. Gedanken an das Karriereende kamen ebenfalls hoch, nicht extreme, aber sie waren da. Die Reha verlief von Anfang an reibungslos, sechs Wochen in St. Gallen, dann einen Monat Berlin. Der FCSG übernahm die Kosten. Wiss tat die Luftveränderung gut.

Zeitsprung zum vergangenen Samstag im Kybunpark: 75 Minuten waren gegen Servette gespielt, als Trainer Peter Zeidler einen zusätzlichen Routinier auf dem Feld haben wollte. Es galt, den 2:1-Vorsprung über die Zeit zu bringen, die junge St.Galler Mannschaft stand in dieser Phase nicht mehr so kompakt, es gab Löcher, es fehlte die ordnende Hand. Wiss rannte auf den Platz, sprach ein paar Worte zu den Mitspielern, begann zu dirigieren. Aber nicht über Massen, weil Zeidler das grundsätzlich nicht schätzt. Dann köpfelte der Luzerner nach einem Corner mit der ersten Berührung den Ball aufs Tor, der Genfer Torhüter Jérémy Frick konnte als Zwischenlösung nur nach vorne abklatschen lassen, Fabiano erzielte das 3:1. Es war die Entscheidung für St.Gallen. «Ein Assist, das ist doch perfekt. Noch lieber wäre mir gewesen, ich hätte den Ball selber versenkt», sagt Wiss. Er lacht.

Der Vertrag zwischen dem FCSG und Wiss läuft bis zum Jahresende. Wie es weitergeht, das steht in den Sternen. Heute spielt St. Gallen beim unerwarteten Tabellenzweiten Sion. Alain Wiss gehört zum Kader, wäre bereit, erneut zu spielen.

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