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Schweizer Golferin Albane Valenzuela ist mehr als nur eine Hoffnungsträgerin

Die Genferin Albane Valenzuela ist für die grosse US-Profi-Tour im Golf qualifiziert.
Peter Lerch
Albane Valenzuela: Fortschritte im Umgang mit den kurzen Schlägern. Bild: Erik Lesser/EPA

Albane Valenzuela: Fortschritte im Umgang mit den kurzen Schlägern. Bild: Erik Lesser/EPA

Internationaler als Albane Valenzuela kann man nur schwer sein. In New York ist sie geboren, am 17. Dezember 1997. Ihre Mutter ist Französin, ihr Vater Mexikaner. Lange Zeit lebte die Familie in Genf. Die vergangenen vier Jahre verbrachte Valenzuela hauptsächlich in Kalifornien, wo sie an der renommierten Stanford-Universität ein College-Studium der politischen Wissenschaften absolviert, verbunden mit Golf im College-Team.

Als sie 14 Jahre alt war, bekam Albane Valenzuela den Schweizer Pass, seither ist sie demnach dreifache Staatsangehörige.

Aber für welche Nation schlägt ihr Golferherz? «Tausendprozentig für die Schweiz», sagt sie. «Ich bin Schweizerin und fühle mich als Schweizerin.» Jahrelang spielte sie für die Schweiz in grossen Amateurmeisterschaften.

Mit 18 Jahren qualifizierte sie sich – es war damals noch eine Überraschung – für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Es sei ein fantastisches Erlebnis gewesen, sagt sie. Der Wettkampf – sie wurde im hochwertigen Feld 21. – habe sie weitergebracht.

Die mit Abstand grösste Profiserie für Frauen

Das Feeling unter den fünf Ringen will die ambitionierte Genferin auch nächstes Jahr erleben. Das Olympiaturnier in Tokio ist eines ihrer grossen Ziele. «Ich freue mich, wenn ich wieder für die Schweiz spielen kann.» Vorher wird sie das Début als Profi auf der LPGA Tour (Ladies Professional Golf Association Tour) geben.

Im ersten Halbjahr wird Valenzuela das Studium in Stanford abschliessen. Nachher wird sie das Spielrecht auf der Tour, das sie vergangene Woche in der Qualifikation in North Carolina mit Bravour erlangt hat, uneingeschränkt nutzen können. Die LPGA Tour ist der mit Abstand grösste und bedeutendste Profi-Circuit der Frauen.

Das wichtigste Turnier, die Women’s US Open, ist mit 5,5 Millionen Dollar dotiert. Von einem Equal Pay, einer finanziellen Gleichbehandlung, kann man im Golf bei weitem nicht sprechen. Auf der US-Tour der Männer werden pro Turnier zwischen 6,5 und 12,5 Millionen Dollar ausgeschüttet.

Mit 21 Jahren ist Valenzuela sehr weit

Albane Valenzuela gehörte zu den besten Amateurgolferinnen der Welt. Die Sporen hat sie sich jedoch auch als Gast in den Feldern der Profis verdient. 2018 wurde sie 24. an den US Open, heuer 37. am Genfersee, am Evian Masters, das ebenfalls zu den grossen fünf Turnieren im Frauengolf zählt. Mit 21 Jahren ist sie schon sehr weit gekommen.

Das Vorbild der jungen Schweizerin ist Lorena Ochoa, die langjährige Nummer eins der Welt. Sie lernte die 37-jährige, früh vom Profisport zurückgetretene Mexikanerin persönlich kennen. Sie war von Ochoas Fertigkeiten beeindruckt, aber auch von deren Offenheit und Bodenständigkeit.

Albane Valenzuela darf ihrem Einstieg ins Dasein als Profi mit Zuversicht entgegenblicken. Ihr Spiel zeichnet sich durch eine hohe Konstanz aus, was sie in der achttägigen Qualifikation mit lauter Runden zwischen 69 und 73 Schlägen unterstrichen hat. Ihre ausgesprochene Stärke ist das lange Spiel, besonders jenes mit den Eisen.

Im Umgang mit den kurzen Schlägern, den sogenannten Wedges, hat sie sich in diesem Jahr stark verbessert. Wie sieht es mit der im Golf enorm wichtigen mentalen Stärke aus? Valenzuela beschreibt sich als «heiter und ruhig». Sie stellt an sich selbst fest, dass sie Fehler auf der Runde akzeptieren und beiseite legen und sich sofort auf die nächsten Schläge konzentrieren kann.

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