Handballer Aljaz Lavric: Profi – durch und durch

Der HC Kriens-Luzern flirtet mit Rang 2. Die Voraussetzung: Heute (18.00 Uhr) ein Sieg auswärts beim TV Endingen.

Roland Bucher
Drucken
Teilen
Der Krienser Aljaz Lavric (Mitte) fühlt sich in der Zentralschweiz sehr wohl. «Hier und in dieser Umgebung gefällt es mir unerhört, es ist ein Traum, hier leben zu dürfen.»

Der Krienser Aljaz Lavric (Mitte) fühlt sich in der Zentralschweiz sehr wohl. «Hier und in dieser Umgebung gefällt es mir unerhört, es ist ein Traum, hier leben zu dürfen.»

Patrick Hürlimann (Kriens, 29. Januar 2020)

Der 24:23-Sieg am Mittwoch gegen St.Otmar St.Gallen ging unter die Haut, und hätte es noch eines Beweises bedurft, dass der HCK parat für grosse Ziele ist – lieferte ihn die Mannschaft eindrücklich. Goran Perkovac predigt Effizienz – sein Team kommt den Ideen seines Trainers immer näher. «Ich spüre, dass meine Spieler lernbegierig sind. Das ist entscheidend.»

Schlüsselfiguren in einem Ensemble, welches mir nichts, dir nichts auch die Absenz wichtiger Leute (Hofstetter, Papez, Schlumpf, Idrizi) wegzustecken pflegt, sind im Angriff Liga-Topskorer Hleb Harbuz (129 Treffer), defensiv Aljez Lavric.

1,99 Meter gross und 104 Kilogramm schwer

Der in Novo Mesto geborene 27-jährige Slowene, der im Sommer von RK Nexe zu den Kriensern stiess, sei, betont Perovac, einer der kräftigsten Abwehrbrocken in der NLA: «Er hat unsere Abwehr gekittet, er ist der Mann, den wir in unserem Defensivkonzept noch benötigt haben. Wenn er zupackt, dann tut er dies konsequent, mit aller Deutlichkeit.» Auch wenn Lavraz beim Gegenstoss oftfach in der zweiten Welle mitschwimmt und diese Saison sogar schon ­ 21 Tore geworfen hat: «Meine Hauptaufgabe ist es, hinten dichtzumachen», sagt der 1,99 Meter grosse und 104 Kilogramm schwere Pfeiler, «das hat sich in der Juniorenzeit irgendwann ergeben, als mir im Angriff bessere Leute vor der Nase standen. Und wissen Sie was? Dieser Job macht mir Spass!» Und, wo werden Handballpartien gewonnen? Vorne? Hinten? «Einmal reissen wir Abwehrleute das Spiel aus dem Feuer, einmal die Angreifer. Das klappt bei uns nicht schlecht, oder?» Darf man so unterschreiben. Aljaz Lavric lebt mit seiner Freundin Anja, die sich dem Master-Abschluss nähert, in Kriens. «Hier und in dieser Umgebung gefällt es mir unerhört, es ist ein Traum, hier leben zu dürfen.» Deshalb möchte er bleiben, «so lange wie sich mich wollen». Das könnte noch einige Zeit sein. «Aljaz ist der Prototyp des Profis», schwärmt Perkovac und fügt zur Illustration ein Beispiel an: «Als er wusste, dass er zu uns kommt, hat er drei Monate lang im Internet Deutsch gelernt. Das ist die Einstellung, die ihn prägt – und die er auch seinen Nebenleuten überträgt. Er ist einfach sehr wertvoll für uns.»

Der Krienser Start ins neue Handballjahr bereitete viel Freude und gab die Gewissheit, dass das Team für Höheres bereit ist. So dürfe es weitergehen, sagt Lavric, schiebt indes energisch nach: «Endingen ist ein wuchtiger Gegner, das hat er in der Vorrunde gezeigt. Wenn wir nicht 100 Prozent abrufen, dann werden wir das büssen.» Der Slowene wird geringste Anflüge von Übermut unverzüglich stoppen. Deutsch. Und deutlich.