Tennis
Allmends Frauen starten mit gewichtigen Zuzügen in die NLB-Interclubsaison

Am Samstag beginnt die Tennis-Interclubsaison – aber vorerst nur in der NLB. Das Frauenteam von Allmend Luzern ist Transfersieger.

Albert Krütli
Merken
Drucken
Teilen
Kiara Cvetkovic verstärkt Allmend Luzern.

Kiara Cvetkovic verstärkt Allmend Luzern.

Bild: Freshfocus/Claudio di Capitani

In der letzten Saison musste der Interclub der Coronapandemie wegen um vier Monate auf den September verschoben werden, in diesem Jahr geht es am Samstag wieder nach Programm los – allerdings nur für die Teams der Nationalliga B. Alle restlichen Ligen beginnen drei Wochen später, mit Ausnahme der NLA, die wie gewohnt ab Ende Juli ausgetragen wird. Nach dem Rückzug der Frauen des TC Sursee wird die Zentralschweiz nicht mehr in der obersten Liga vertreten sein. In der NLB dagegen stellt unsere Region mit Allmend Luzern, Luzern Lido und Zug gleich drei der sechs Frauenequipen, dazu kommen die Männer von Allmend Luzern.

In der vergangenen Saison dominierte Luzern Lido beinahe nach Belieben und belegte mit acht Punkten Vorsprung auf Zug den ersten Platz. Auf die NLA-Promotion verzichteten die Luzernerinnen allerdings, weil der Verein das Team nicht auseinanderreissen wollte und auf den eigenen Nachwuchs setzen will. In der NLA hätte Lido zudem zwingend in neue Spielerinnen investieren müssen, um eine Chance auf den Liga­erhalt zu haben. Und so steigt die Equipe von Chiara Volejnicek mit demselben Stamm in die neue Meisterschaft: Die Zürcherin Jenny Dürst (N2.13) und die Walliserin Sandy Marti (N3.28) bleiben die auswärtigen Kräfte, Jungprofi Tina Nadine Smith (18, N2.22), die beste Spielerin der Zentralschweiz, ist die Nummer 2 im Team. «Unser Ziel ist der sichere Klassenerhalt. Ich denke, dass die Liga in diesem Jahr ausgeglichener sein wird. Es ist schwierig, einen Favoriten zu nennen», sagt Volejnicek, die vor allem auf den Aufsteiger Nyon gespannt ist mit der Nummer 1, Tess Sugnaux (N2.20).

Martina Hingis wird der Jugend auf den Zahn fühlen

Auch Sophie Lüscher gehört neu zur Frauen-Equipe von Allmend Luzern.

Auch Sophie Lüscher gehört neu zur Frauen-Equipe von Allmend Luzern.



Bild: Fabio Baranzini

Um einiges stärker einzustufen ist heuer Allmend Luzern mit der 17-jährigen Kiara Cvetkovic (N3.25), die in der letzten Saison in der NLA für Sursee spielte, und mit Sophie Lüscher (N3.32), der 19-jährigen Aargauerin, die für Hörnli Kreuzlingen in der obersten Liga im Einsatz stand. Dadurch rückt Kristina Milenkovic (N3.41) von Position 1 auf die 3. Nicole Riner (30), die ehemalige Nummer 265 der Weltrangliste, die das Captainamt von Corinne Erni übernommen hat, relativiert allerdings: «Ja, man kann uns schon als Transfersieger bezeichnen, aber wie im Interclub üblich werden auch bei uns nicht immer alle N-Spielerinnen zur Verfügung stehen, weil sie ab und zu auch noch internationale Turniere bestreiten.» Den beiden gewichtigen Zuzügen steht der Abgang von Selina Kaufmann (N4.66) gegenüber.

Gespannt warten die Tennisfans auf den zweiten Auftritt der neu gegründeten Equipe des TC Zug mit Martina Hingis (N1.10), dem grossen Aushängeschild. Die frühere Nummer 1 der Weltrangliste, die in ihrer Karriere fünf Grand-Slam-Titel im Einzel, 13 im Doppel und sieben im Mixed gewonnen hatte, verlor bei ihrer Interclub-Premiere mit den Zugerinnen zwar zum Auftakt gegen Lidos Jenny Dürst 4:6, 6:4, 6:7, gab in den folgenden drei Einzeln zusammen aber nur noch sechs Games ab. Die mittlerweile 40-jährige Hingis wird der Jugend bestimmt wieder auf den Zahn fühlen und auch wieder einige Zuschauer mehr als gewöhnlich anlocken. Das spezielle Team wird durch die beiden U14-­Juniorinnen Julia Stuskova (N4.70) und Isabella Kellenberger (R1) vom TC Ried ergänzt, dem Stammklub von Hingis. Das 45+-Duo Géraldine Dondit/Nadine Kenzelmann sowie Barbara Suter (40+) stehen auf den Positionen 4 bis 6.

Adam Moundir hinter Mischa Lanz die Nummer 2

Die Männer von Allmend Luzern verloren 2020 als Gruppensieger den NLB-Final um den Aufstieg gegen Winterthur klar mit 0:6, die Doppel mussten nicht mehr gespielt werden. In dieser Saison dürfte es für die Mannschaft von Philipp Dillschneider um einiges schwieriger werden, erneut Platz 1 zu erreichen. «Das ist so», sagt Dillschneider, «auch wenn wir in die schwächere Gruppe eingeteilt wurden. Für mich ist Seeblick Zürich der Favorit.» Der Allmend-Coach kann beinahe auf das gleiche Personal wie vor sieben Monaten zählen. Mit dabei sind Adam Moundir (N2.26) und Noah López (N3.34), die Nummern 1 und 2 der Zentralschweiz, sowie Routinier Raphael Lustenberger (N3.53) und Yaka Sokolaj (R1). Der Solothurner Mischa Lanz (N2.21), der Bruder von Timo (R1), übernimmt die Spitzenposition von Moundir, der seine Profikarriere der Coronapandemie wegen unterbrochen hat. Der Aargauer Jonas Schär (N3.33), der Baselbieter Laurent Wickli (N4.99) von Allmends NLC-Team und der Obwaldner Neuzuzug Lars Aregger (N4.84) vervollständigen die Equipe.

Zuoberst auf der Wunsch­liste aller Spielerinnen und Spieler steht gutes Wetter, damit die Partien im Freien über die Bühne gehen können. In der Halle müssten aufgrund der besonderen Vorsichtsmassnahmen die Doppel nämlich mit Maske ausgetragen werden.

NLB. Männer. Gruppe 1: Büsingen, Belvoir ZH, Arlesheim, Lugano 1903, Teufenthal, CT Neuchâtel. – Gruppe 2: Allmend Luzern, Nyon, Horgen, Rapperswil, Tennisclub Thun, Seeblick ZH.
Allmend Luzern: Mischa Lanz (N2.21), Adam Moundir (N2.26), Jonas Schär (N3.33), Noah López (N3.34), Raphael Lustenberger (N3.53), Lars Aregger (N4.85), Laurent Wickli (N4.99), Timo Lanz (R1), Yaka Sokolaj (R1).
Spielplan (Spielbeginn jeweils 12.00). Samstag, 8. Mai: Rapperswil – Allmend Luzern, Horgen – Nyon, Tennisclub Thun – Seeblick ZH. – Samstag, 15. Mai: Allmend Luzern – Horgen, Rapperswil – Tennisclub Thun, Seeblick ZH – Nyon. – Samstag, 29. Mai: Nyon – Allmend Luzern, Horgen – Tennisclub Thun, Seeblick ZH – Rapperswil. – Samstag, 5. Juni: Allmend Luzern – Seeblick ZH, Rapperswil – Horgen, Tennisclub Thun – Nyon. – Samstag, 12. Juni: Allmend Luzern – Tennisclub Thun, Nyon – Rapperswil, Seeblick ZH – Horgen. – Samstag, 19. Juni: Final der beiden Gruppenersten.
Modus: Der Sieger im Final der beiden Gruppenersten steigt in die NLA auf, die beiden Gruppenletzten steigen in die NLC ab.

NLB. Frauen. Gruppe 1: Luzern Lido, Allmend Luzern, Zug, Nyon, Les Iles Sion, Dählhölzli BE.
Luzern Lido: Jenny Dürst (N2.13), Tina Nadine Smith (N2.22), Sandy Marti (N3.28), Jessica Crivelletto (R1), Chiara Volejnicek (R1), Lena Peyer (R1), Tina Moser (R1).
Allmend Luzern: Kiara Cvetkovic (N3.25), Sophie Lüscher (N3.32), Kristina Milenkovic (N3.41), Sina Amrhein (N4.73), Aurora Zurmühle (N4.75), Corinne Erni (R1), Serina Sokolaj (R1), Florence Fischer (R2), Nicole Riner (R2), Lea Amrhein (R3).
Zug: Martina Hingis (N1.10), Julia Stuskova (N4.70), Isabella Kellenberger (R1), Géraldine Dondit (R2), Nadine Kenzelmann (R2), Barbara Suter (R3).
Spielplan (Spielbeginn jeweils 12.00). Samstag, 8. Mai: Zug – Nyon, Les Iles Sion– Allmend Luzern, Dählhölzli BE – Luzern Lido. – Samstag, 15. Mai: Allmend Luzern – Luzern Lido, Zug – Les Iles Sion, Nyon – Dählhölzli BE. – Samstag, 29. Mai: Allmend Luzern – Zug, Luzern Lido – Nyon, Dählhölzli BE – Les Iles Sion. – Samstag, 5. Juni: Zug– Dählhölzli BE, Nyon – Allmend Luzern, Les Iles Sion – Luzern Lido. – Samstag, 12. Juni: Luzern – Lido Zug, Allmend Luzern – Dählhölzli BE, Nyon – Les Iles Sion.
Modus: Der Gruppensieger steigt in die NLA auf, der Gruppenletzte steigt in die NLC ab.
Zuschauer-Regelung: Zuschauer sind nur im Interclub der NLA, NLB und NLC der Aktiven erlaubt. Der Zuschauerbereich definiert sich um das Spielfeld. Das Restaurant und das Klubhaus gehören nicht dazu. Für die Wettkämpfe im Leistungssport sind draussen maximal 100 Zuschauer zugelassen, in der Halle 50. Es gilt Sitzpflicht, es muss Maske getragen und Abstand eingehalten werden.