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ALPNACH: Schwingerkönige meinen: «Der Idealismus darf nicht aussterben»

Beim Schwingertalk sprachen die Schwingerkönige Harry Knüsel, Noldi Ehrensberger und die dreifache Schwingerkönigin Sonia Kälin über ihre Erfolge. Dabei kamen auch Tradition und Ideale im Schwingsport zur Sprache.
Noldi Ehrensberger (63, links), Sonia Kälin (32) und Harry Knüsel (56) trafen sich am Freitagabend zu einem Schwingertalk. (Bild: Richard Greuter (Alpnach, 30. Juni 2017))

Noldi Ehrensberger (63, links), Sonia Kälin (32) und Harry Knüsel (56) trafen sich am Freitagabend zu einem Schwingertalk. (Bild: Richard Greuter (Alpnach, 30. Juni 2017))

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Ich würde es schon lange einem Neuen gönnen.» Dies die Einschätzung des einzigen Innerschweizer Schwingerkönigs Harry Knüsel. Zusammen mit der dreifachen Schwingerkönigin Sonia Kälin trafen sich die beiden Schwingerkönige Harry Knüsel und Noldi Ehrensberger in Alpnach am Freitagabend zu einem Schwingertalk. Bei dem von Alfons Spirig geleiteten Gespräch berichteten die drei über ihren Werdegang im Schwingsport und ihre Erlebnisse.

Er werde viel auf den Königstitel von 1986 in Sion angesprochen, bestätigte Harry Knüsel. Das sei auch nichts Unangenehmes. «Aber es ist höchste Zeit, dass wieder ein Innerschweizer Schwingerkönig wird», meinte der 56-jährige Unternehmer. «Zu zweit würden wir sicher ein Datum für ein Königstreffen in der Innerschweiz finden», meinte Harry Knüsel vor einem lachenden Publikum.

Chancen hätten die Innerschweizer mit Heinz Suter, Martin Grab und Eugen Hasler gehabt. Nun hofft Knüsel auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug. Noldi Ehrensberger wurde 1977 am Eidgenössischen Schwingfest in Basel zum Schwingerkönig erkoren – notabene mit der gleichen Punktzahl von 78,25 Punkten wie Harry Knüsel. Sonia Kälin aus Schindellegi wurde 2012 auf dem Stoos, 2015 in Gränichen und 2016 in Siebnen Schwingerkönigin. Die Schwingerfrauen führen kein Eidgenössisches Schwingfest durch. Die ganze Saison wird gewertet – daraus wird dann die Königin erkoren. Die Einsiedler Lehrerin hofft in diesem Jahr auf ihren vierten Königstitel und steigt Mitte Juli in Göschenen wiederum in die Schwingerhosen.

Ein grosser Durchhaltewillen ist gefragt

Handlungsbedarf sieht die 32-jährige dreifache Schwingerkönigin in der Nachwuchsförderung: «Wir müssen Sorge tragen zu den Jungen.» Es sei wichtig, dass Spitzenschwinger auch mal ein Training leiten. «Die Kleinen brauchen jemanden, zu dem sie aufschauen können und von dem sie auch mal ein Lob erhalten.» Und was laut Sonia Kälin auch noch wichtig ist: «Es braucht einen grossen Durchhaltewillen bis die Muskelmasse da ist.»

Als grosse Knacknuss sieht Noldi ­Ehrensberger den Nachwuchsmangel in städtischen Agglomerationen. Er erwähnte Städte wie Basel, Winterthur, St. Gallen und Zürich. «Aus den städtischen Wohnungen kommt kein Nachwuchs», lautete das Fazit des Schwingerkönigs Ehrensberger. «Wir werden da einen Kampf haben in Zukunft.» Im weiteren hofft Noldi Ehrensberger, der im Zürcher Weinland lebt, dass die Schwingfeste so bleiben, wie sie sind.

Ein Punkt, wo sich Ehrensberger und sein Innerschweizer Kollege einig sind: Die Tradition im Schwingsport muss gewahrt bleiben. «Der Kampf zwischen Mann und Mann bleibt immer gleich. Auch Ausnahmekönner gab es immer», bekräftigte Noldi Ehrensberger. «Wir müssen aber auf eines schauen», so Ehrensberger weiter: «Der Idealismus darf nicht aussterben.»

Ähnlich äusserte sich Harry Knüsel, als er nach seinem Wunsch für den Schwingsport gefragt wurde. Dabei kam der Unternehmer auf die Freiwilligenarbeit vom OK bis zu den Helferinnen und Helfern zu sprechen. Als Beispiel nannte er die aus seiner Sicht «aufgeblasenen» eidgenössischen Schwingfeste der letzten Jahre. «Bei einem Eidgenössischen werden drei- bis vierjährige gut bezahlte Stellen geschaffen, und andere sollen freiwillig arbeiten», betonte Knüsel und sprach von einer heiklen Gratwanderung. «Schaut, dass die Ehrenamtlichkeit nicht verloren geht, dann bleibt auch der familiäre Zusammenhalt im Schwingen erhalten», so der Appell von Knüsel.

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