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Alpstaegs Abgang beim FCL steht schon länger im Raum

Bernhard Alpstaeg wolle den FC Luzern verkaufen, hat heute Freitag eine grosse Zeitung getitelt. Schon seit mehreren Monaten verdichten sich die Anzeichen, dass sich der Mehrheitsaktionär zurückziehen möchte.
Daniel Wyrsch
FCL-Investor Bernhard Alpstaeg beim Spiel zwischen dem FC Luzern und GC Zürich am Sonntag, 19. April 2015 in der Swisspor-Arena Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 19. April 2015)

FCL-Investor Bernhard Alpstaeg beim Spiel zwischen dem FC Luzern und GC Zürich am Sonntag, 19. April 2015 in der Swisspor-Arena Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 19. April 2015)

Bernhard Alpstaeg (74) hat zwar bisher immer dementiert, seine FCL-Aktien zu verkaufen. Doch als der Swisspor-Patron im Mai mit 52 Prozent Mehrheitsaktionär wurde und dazu den laufenden Zehnjahresvertrag für die Stadionnamensrechte (1 Million Franken pro Saison) vorzeitig um fünf Jahre von 2021 bis 2026 verlängerte, wendete sich Philipp Studhalter direkt an unsere Zeitung. Der FCL-Verwaltungsratspräsident stellte ungefragt klar: «Die Namensrechte an der Swisspor-Arena und die Zukunft von Bernhard Alpstaeg als Verwaltungsrat und Aktionär der FCL-Holding sind nicht miteinander verknüpft. Alle Verwaltungsräte können jederzeit aussteigen.»

Studhalter, der auf persönlichen Wunsch von Alpstaeg FCL-Präsident und Kopf des Verwaltungsrats geworden ist und als dessen Statthalter gilt, machte diese Äusserung bewusst. Medial sollten keine Hoffnungen geschürt werden, dass Alpstaeg auch künftig die Bank des Vereins spielt, um weitere Defizite zu decken.

In der Saison 2017/18 konnte ein Verlust dank den Transfers von Jonas Omlin zu Basel und von Gerardo Seoane zu YB abgewendet werden, stattdessen wies der FCL einen Unternehmenserfolg von 142'776 Franken aus. Auch in der abgelaufenen Spielzeit sollte der Club dank den bisher vom FC Augsburg erhaltenen 3 Millionen Franken Ablöse für Ruben Vargas schwarze Zahlen schreiben. Doch in den Vorjahren hatten die Innerschweizer jeweils ein Defizit von 2 Millionen Franken.

Alpstaeg muss grössten Teil der Verluste decken, hat aber nicht die Stimmenmehrheit im Verwaltungsrat

Beim FCL wird der Betriebsverlust vom Verwaltungsrat gedeckt, anteilsmässig zum Aktienbesitz. Mit 52 Prozent muss Alpstaeg am tiefsten in die Tasche greifen, gefolgt von Samih Sawiris (12,5 Prozent), Marco Sieber, Hans Schmid und Josef Bieri (alle je 10 Prozent). Auf der anderen Seite hat Alpstaeg als Mehrheitsaktionär nicht mehr Macht als die anderen. Denn jeder Verwaltungsrat hat nur eine Stimme. Alpstaeg hat mit Studhalter zwar eine Zusatzstimme, aber schliessen sich Sawiris, Sieber, Schmid und Bieri zusammen, beträgt das Stimmenverhältnis 4:2 gegen Alpstaeg.

War Alpstaeg, der dank seiner finanziellen Stärke FCL-Ehrenpräsident Walter Stierli massgeblich beim Bau der Swisspor-Arena (2009 bis 2011) zur Seite stand, in seinen ersten Jahren noch für grössere Investitionen in Spieler (Hakan Yakin, Daniel Gygax, Marco Schneuwly) und Trainer (Murat Yakin, Markus Babbel) zu begeistern, drückt er seit zwei, drei Jahren mächtig auf die Ausgabenbremse. Die Ausnahme war der lukrative Dreijahresvertrag mit René Weiler (inzwischen bei Al-Ahly Kairo). Das Budget der Profi-Mannschaft ist seit der Saison 2016/17 im siebenstelligen Bereich geschrumpft, beträgt derzeit für Spieler, Trainer und Staff noch etwas über 7 Millionen Franken pro Saison. Das bedeutet selbst in der bescheidenen Super League höchstens Mittelmass.

Weitere Indizien, die für den Verkauf sprechen

Ein weiteres Indiz, dass für einen Verkauf der Alpstaeg-Aktien spricht, ist die kürzlich in unserer Zeitung bekannt gewordene CEO-Neuausrichtung. Der neue Mann Lukas Troxler war für diese Position in der zweiten Jahreshälfte 2019 vorgesehen, doch schliesslich ist Präsident Philipp Studhalter vom interimistischen CEO zum definitiven FCL-Geschäftsführer bestimmt worden. Somit ist Rechtsanwalt Studhalter derzeit FCL-Präsident, Holding-Präsident und CEO in Personalunion.

Offen bleibt noch die Frage, warum der frühere FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler seit Juli offizieller Berater von Bernhard Alpstaeg ist und an den Sitzungen des Verwaltungsrat teilnehmen kann. Schon länger wird gemunkelt, dass Heusler im Auftrag von Alpstaeg nach neuen Investoren sucht, die den FCL übernehmen könnten. Immer wieder heisst es, Alpstaeg möchte seinen Aktienanteil aus familiären Gründen verkaufen.

Mehrere Anrufe und eine schriftliche Interviewanfrage unserer Zeitung zur aktuellen Situation hat Bernhard Alpstaeg bis jetzt nicht beantwortet. Er liess aber immerhin ausrichten, dass er sich zu Spekulationen und Gerüchten nicht äussern würde. Der FC Luzern sagt in der Person von Medienchef Markus Krienbühl: «Wie Bernhard Alpstaeg kommentieren wir keine Gerüchte.»

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