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Als die Brille von Didier Défago wegflog

Didier Défago wurde 2007 in der WM-Kombination in Åre Vierter. Die Kombination der Männer sei bei dieser WM das Rennen mit der offensten Ausgangslage, sagt der 41-Jährige.
Claudio Zanini, Åre
Schnupperte an einer Kombimedaille: Didier Défago. Bild: Alessandro Della Bella/Keystone (Åre, 6. Februar 2007)

Schnupperte an einer Kombimedaille: Didier Défago. Bild: Alessandro Della Bella/Keystone (Åre, 6. Februar 2007)

Der Gewinn einer WM-Medaille blieb Didier Défago in seiner Karriere verwehrt. Nahe dran war er 2007 in der Super-Kombination von Åre. Défago wurde Vierter, 27 Hundertstel hinter Teamkollege Marc Berthod. Berthod holte Bronze, Daniel Albrecht Gold. In der letzten Woche begleitete Défago seinen ehemaligen Ausrüster Rossignol nach Åre. Er hat bei der Skifirma immer noch ein Mandat im Entwicklungsbereich. Zudem ist er für die Winterspiele 2022 als Pistenbauer tätig. Im Interview wagt der 41-jährige Walliser eine Prognose.

Didier Défago, vor zwölf Jahren verpassten Sie hier die Bronzemedaille knapp. Können Sie sich noch an dieses Rennen erinnern?

Ich hatte damals ein Problem im Super-G. Beim letzten Sprung ist mir eine Stange gegen den Helm geprallt, danach flog die Brille weg. Bis ins Ziel habe ich nur noch geweint wegen der Kälte. Die Goldmedaille ging an Daniel Albrecht, diese Bilder sind mir noch sehr präsent.

Kann man die WM 2007 mit der WM 2019 vergleichen?

Die Pisten von damals und heute sind sich relativ ähnlich. Aber ansonsten hat es viele Veränderungen gegeben. Das Material ist anders, es gibt neue Reglemente. Und Temperatur und Wetter können im Skisport immer die Bedingungen ändern. Ein Vergleich ist sehr schwierig.

Am Montag steht die Kombination der Männer auf dem Programm. Haben die Schweizer Medaillenchancen?

Grundsätzlich ist alles möglich, das ist ja das Schöne am Skisport (schmunzelt). Es braucht eine sehr gute Leistung in der Abfahrt. Da spielt auch das Wetter eine Rolle. Der obere Teil ist sehr wellig, danach wird es relativ technisch. Es gibt wenige Passagen, in denen man eine hohe Geschwindigkeit hat. Techniker sind wohl im Vorteil.

Das heisst, es gibt keinen klaren Favoritenkreis?

Ich glaube, in keinem Rennen ist die Ausgangslage offener als in der Kombination der Männer. Natürlich muss man die Franzosen Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet im Auge behalten. Beide haben in Wengen in der Kombi überzeugt – aber auch der Österreicher Marco Schwarz, der Sieger von Wengen. Aus Schweizer Sicht ist Sandro Simonet für eine Überraschung gut, sofern es bei ihm im Slalom aufgeht.

Nun wird die Kombination wohl keine Zukunft mehr haben. Ist das Vorhaben klug?

Gut ist, dass überhaupt darüber nachgedacht wird, wie der Skisport attraktiver gemacht werden kann. Man muss ein stabiles Format finden, das über eine längere Zeit gleich ausgetragen wird.

Sind Parallel-Rennen denn das richtige Format?

Das schönste Parallel-Rennen ist aus meiner Sicht Alta Badia. In diesem Jahr haben sie die Abstände zwischen den Toren kürzer gemacht. Es hat viel besser ausgesehen. Ein Wettbewerb zwischen Riesenslalom und Slalom. Ideal wäre ein Zwischending zwischen Show und Skifahren. Wenn nun voll auf die Parallel-Rennen gesetzt wird, dann muss das Format möglichst schnell klar sein. Und es sollte fünf bis sechs Events im Weltcup geben sowie eine Wertung.

In der ersten WM-Woche war das Anreisechaos oft ein Thema. Wie verlief Ihre Anreise?

Ich bin einen Tag vor dem Chaos angekommen, es ist alles tipptopp gegangen.

Zwischen der Männer-Abfahrt von Garmisch und dem ersten Training in Åre lagen zwei Tage. Ist der Kalender unrealistisch?

Die FIS und die Teams müssen die richtigen Konsequenzen ziehen, das ist klar. Wenn die letzten Wettbewerbe des Weltcups und die ersten der WM so nahe aufeinanderliegen, kann es knapp werden, wenn man mit dem Flugzeug anreisen muss. Das war zu meinen Aktivzeiten schon so, wenn wir von Nordamerika zurückkamen. Wir flogen direkt nach der Abfahrt zurück nach Europa und gingen nach Val d’Isère. Manchmal waren beim ersten Training die Ski noch gar nicht da.

Sie sind als Pistenbauer tätig. Wie viel Zeit beansprucht dieser Job?

Ich arbeite momentan mit Bernhard Russi an der Piste für die Olympischen Spiele in Peking 2022. Ich bin nicht von der FIS angestellt, pflege aber sehr gute Kontakte zu den Verantwortlichen. In einem Jahr findet der Weltcup in Peking statt. Bis dahin ist der Aufwand gross. Danach werden nur noch kleinere Anpassungen nötig sein. Ich kann mir vorstellen, den Job von Bernhard Russi zu übernehmen, wenn er eines Tages nicht mehr Pistenbauer sein will. Das wäre womöglich ein 100-Prozent-Pensum.

Montag, 11.00 Uhr (SRF zwei): Abfahrt. – 14.30 Uhr (SRF zwei): Slalom.

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