«Als wären wir nichts wert» – der SFV verbietet den FCL-Frauen, Eintritt zu verlangen

Über 1000 Zuschauer fieberten am Donnerstag im Stadion Kleinfeld in Kriens mit den Frauen vom FC Luzern und FC Basel mit. Der FCL durfte kein Geld für die Tickets kassieren und ist deshalb sauer.

watson.ch / Jara Helmi
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Am Donnerstag spielten die Frauen des FC Luzern und des FC Basel gegeneinander. Die Partie lockte viele Zuschauer nach Kriens. Hier duellieren sich die Luzernerin Irina Pando (link) und Marion Rey. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus, Kriens, 15. August 2019)

Am Donnerstag spielten die Frauen des FC Luzern und des FC Basel gegeneinander. Die Partie lockte viele Zuschauer nach Kriens. Hier duellieren sich die Luzernerin Irina Pando (link) und Marion Rey. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus, Kriens, 15. August 2019)

Der Schweizer Frauenfussball reitet auf der WM-Welle: Am Donnerstag verfolgten im Kleinfeld Stadion in Kriens über 1000 Zuschauer das NLA-Saison-Eröffnungsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel.

Die Kickerinnen zeigten einen attraktiven Match: Bereits nach 15 Sekunden gelang den Luzernerinnen der erste Treffer, bis zur 80. Minute führten sie 3:0. Doch der FC Basel holte bis zum Abpfiff zum 3:3 auf.

Dieses Spiel gab's gratis. Denn: Der Schweizerische Fussballverband verbot es dem Frauen-FCL, Eintritt zu verlangen. «Wir ärgern uns sehr darüber», sagt Frauen-Sportchef Michael Lendi. Es seien wichtige Einnahmen verloren gegangen, die sie dringend benötigten.

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat jedoch mit dem Gratis-Eintritt etwas anderes beabsichtigt: «Wir wollten so viele Leute wie möglich ins Stadion locken und den Frauenfussball so bewerben», erklärt Frauenfussball-Ressortleiterin Tatjana Haenni. Das sei Teil ihrer neuen Strategie. Für den FC Luzern rückt diese den Frauenfussball so jedoch nicht in ein besseres Licht. Lendi sagt:

«Es ist ein schlechtes Statement für den Frauenfussball. Als wäre er nichts wert.»

Dabei sei das Engagement mit den männlichen Profis vergleichbar. Auch die Frauen stünden fünf bis sechs Mal pro Woche auf dem Platz und bringen hochstehende Leistung beim Spiel.

Trotzdem glaubt der SFV, dass mit Eintritt weniger Zuschauer gekommen wären. Gemäss Sportchef Lendi habe es im Stadion anders getönt: «Sehr viele Zuschauer waren irritiert und hatten kein Verständnis für den Gratis-Eintritt.» Deshalb war die Solidarität umso grösser. «Wir konnten mit einer kurzfristigen Kollekte die finanziellen Ausfälle kompensieren», sagt Lendi.

Der Schweizerische Fussballverband ist mit dem Spiel und den Zuschauerzahlen sehr zufrieden und will weitermachen: «Wir versuchen, in Zukunft einmal pro Monat ein NLA-Spiel intensiver zu promoten.» Über die Eintrittspreise wolle man sich aber dennoch nochmals Gedanken machen.