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ALTSTADT-PLAUSCHRENNEN: «Höhepunkt der gesamten Schulzeit»

Der Schötzer Markus «Mike» Wandeler ist seit Jahrzehnten ein begeisterter Läufer. Der 56-Jährige betreut beim Altstadt-Plauschrennen Schüler der Heilpädagogischen Schule Willisau – und rennt danach in der Musegg Classic mit.
Urs Leupi
Die Schüler und Schülerinnen der Heilpädagogischen Schule Willisau freuen sich zusammen mit Markus Wandeler (hintere Reihe, Dritter von rechts) auf den Auftritt am Luzerner Stadtlauf. (Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 24. April 2018))

Die Schüler und Schülerinnen der Heilpädagogischen Schule Willisau freuen sich zusammen mit Markus Wandeler (hintere Reihe, Dritter von rechts) auf den Auftritt am Luzerner Stadtlauf. (Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 24. April 2018))

Urs Leupi

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Markus «Mike» Wandeler aus Schötz ist ein vielseitig begabter Sportler. In seinen Jugendjahren war der in Zug aufgewachsene und heutige Luzerner Hinterländer ein begeisterter Langläufer. Er bestritt mehrmals den Engadin Skimarathon und war daneben auch als Waffenläufer aktiv. Neben Ausdauersportarten spielte der in Schötz wohnhafte Sportsmann 20 Jahre lang Volleyball. Dabei faszinierte ihn vor allem der spielerische Aspekt dieser Sportart. Inzwischen ist «Mike» Wandeler 56-jährig und glücklich über die Tatsache, dass er immer noch ohne Beschwerden Sport treiben kann. Er ist bisher zweimal über die Marathon-Distanz gelaufen: 1984 beim Frauenfelder Waffenlauf und im letzten Jahr erstmals beim Jungfrau-Marathon.

Es gibt wohl nicht viele Teilnehmer, die von sich behaupten können, den ersten Stadtlauf im Jahr 1978, damals noch unter dem Namen «Rund um die Musegg», bestritten zu haben. Damals, mit 16 Jahren, ist er zusammen mit seinem Bruder nach Luzern geradelt, hat den Stadtlauf bestritten und ist danach wieder zurück nach Zug gefahren. In der Zwischenzeit ist die Anzahl Stadtlauf-Teilnahmen auf stattliche 37 Läufe angewachsen. Der Luzerner Stadtlauf ist in der Agenda von «Mike» Wandeler Jahr für Jahr rot angestrichen.

Zuerst das Lauferlebnis, dann die Geselligkeit

Zusammen mit seinem Sohn Julian freut er sich bereits Wochen zum Voraus auf dieses einzigartige Laufereignis. Für «Mike» Wandeler ist es selbstverständlich, dass er – wie in den vergangenen Jahren auch – zuerst seinen Sohn Julian, der mit einem Handicap durch das Leben geht, beim 1,510 km langen Altstadt-Plauschrennen begleitet. Dieses Rennen ist für Julian immer ein spezielles Highlight, an das er sich auch Wochen danach gerne zurückerinnert. Für Vater Markus heisst es nach diesem «Aufwärmlauf», sich möglichst gut zu regenerieren, um dann am frühen Abend bei der Musegg Classic über 7,20 km eine gute Zeit realisieren zu können. Nach den beiden Einsätzen, in denen er sich gerne mit anderen Teilnehmern misst, geniesst «Mike» Wandeler jeweils die Geselligkeit mit seiner Schötzer Laufgemeinschaft, wo er die Rennen bei einem kühlen Bier und einer feinen Wurst nochmals Revue passieren lässt.

Seit rund drei Jahren arbeitet «Mike» Wandeler als Chauffeur an der Heilpädagogischen Schule Willisau, wo er die Kinder mit Handicap in die Tagesschule und wieder nach Hause fährt. Dabei stellt er immer wieder mit Freude fest, dass sich die Kinder täglich auf den auf ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgerichteten Unterricht freuen. In der HPS Willisau werden Basis-, Primar- und Sekundarstufe wie auch eine nachobligatorische Schulzeit angeboten. Jeder Schüler wird so aufgrund seiner Fähigkeiten gefördert.

Dabei spielt auch der Austausch mit den Eltern eine massgebende Rolle. «Fördern und fordern», heisst das Grundprinzip, damit werden die Schüler auf das spätere Leben vorbereitet. Einen grossen Stellenwert nimmt auch der Sport ein, er wird als Integrationsprojekt von der Schule mit Akribie gepflegt, mit speziellen Sporttagen gemeinsam mit der Regelschule der Stadt Willisau beispielsweise. Nicht selten sind dann auch prominente Sportler – wie kürzlich der ehemalige Radprofi Fabian Cancellara oder der Ruderer Mario Gyr – in Willisau zu Gast.

Stirnbänder für alle Teilnehmenden angefertigt

Teil der Schule ist auch ein Elternrat, der unter anderem vor fünf Jahren die Teilnahme am Luzerner Stadtlauf vorgeschlagen hatte. Bei der diesjährigen Austragung stehen elf Lernende, drei ehemalige Lernende sowie zehn Eltern und fünf Mitarbeiter für die Betreuung der Teilnehmenden im Einsatz. Bereits die gemeinsame Anreise mit dem ÖV ist für alle ein bleibendes Erlebnis. Und wie könnte es anders sein, die Schüler freuen sich nach dem Lauf auf das T-Shirt und die gewonnene Medaille.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern, wurden speziell für die fünfte Teilnahme der HPS am 41. Stadtlauf Stirnbänder für alle Teilnehmenden angefertigt. Diese sind, wie es sich gehört, in den Farben Gelb-Rot-Schwarz der Stadt Willisau gehalten. Und am Ende des Tages wird der Anlass mit einem Restaurantbesuch und der gemeinsamen Rückfahrt abgeschlossen. Zurück bleibt bei den Kindern eine grosse Zufriedenheit und natürlich die Frage, ob die Schule auch im nächsten Jahr wieder am Luzerner Stadtlauf teilnehmen wird. Wie diese Teilnahme geschätzt wird, bringen ehemalige Schüler zum Ausdruck. Sie bezeichnen die Rennen am Stadtlauf «als einen Höhepunkt der gesamten Schulzeit».

So wird auch «Mike» Wandeler im kommenden Jahr bei der 42. Austragung des Luzerner Stadtlaufs wieder mit seinem Sohn Julian in der Stadt Luzern anzutreffen sein, um die einmalige Atmosphäre am grössten Lauferlebnis in der Zentralschweiz erneut geniessen zu können ...

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