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Ambri passt perfekt zur Zauberformel des Spengler Cups

Der Spengler Cup braucht nebst Davos eine zweite Schweizer Mannschaft. Kommt 2019 Ambri-Piotta? Diese Frage ist inzwischen viel mehr als bloss ein Gerücht.
Klaus Zaugg, Davos
Attraktives Turnier: Welches Schweizer Team wird 2019 zum Spengler-Cup eingeladen?(Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 26. Dezember 2018))

Attraktives Turnier: Welches Schweizer Team wird 2019 zum Spengler-Cup eingeladen?(Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 26. Dezember 2018))

Auf den ersten Blick ist es beim Spengler Cup wie es schon immer war. Geschäftiges Treiben. Der Rubel rollt. Alle Werbeflächen sind verkauft. Der HCD wird wieder einen Gewinn zwischen zwei und drei Millionen einfahren.

Doch wenn wir ein wenig genauer hinschauen, zeigen sich feine Risse. Die Stadionauslastung ist zwar fantastisch. Ziemlich genau 98 Prozent. Das bringen die Flachländer in der Meisterschaft nicht hin. Aber es sind nicht 100 Prozent, weil in der Vorrunde «nur» noch die Partien mit Davos und Team Canada das Stadion füllen. Es ist nicht mehr ganz alles Gold, was glänzt.

Alles in allem gilt: die Zauberformel aus dem Winterwunderland Davos, dem einmaligen Stadion, dem Termin zwischen Weihnachten und Silvester, der TV-Präsenz, der Tradition seit 1923, gutem Sport und der Popularität des HC Davos funktioniert. Allerdings ist es notwendig diese Zauberformel ab und zu der Zeit anzupassen. Die klugen Spengler Cup-Macher um Fredy Pargätzi haben sich noch nie auf den Lorbeeren ausgeruht. Sie haben eine hohe Sensibilität für die Entwicklungen im Hockeymarkt und passen die Zauberformel an. Zum Beispiel durch die Aufstockung von fünf auf sechs Teams (2010) mit der Option, eine zweite Mannschaft aus der Schweiz einzuladen.

Vor einem Jahr durfte unser Nationalteam im Rahmen der Olympia-Vorbereitung mitspielen. Die Aufregungen – das Turnier und die «Nati» haben nicht die gleichen Werbepartner – waren jedoch zu gross. So kommt es, dass 2018 kein zweites Schweizer Team dabei ist.

Die fehlende Seriosität von Kloten

Aber das Interesse an ausländischen Klubteams ist nicht überbordend. Das spüren auch die Organisatoren der Champions Hockey League. Bei der Strategie-Sitzung des OK am Freitag waren sich alle einig: es braucht beim Spengler Cup wieder ein zweites Schweizer Team. Also neben dem HCD und Team Canada einen dritten Teilnehmer, der das Stadion bis auf den letzten Platz füllt. «Wir streben in dieser Sache bis Ende April einen definitiven Entscheid an», sagt Fredy Pargätzi. Zwei Faktoren seien entscheidend: die sportliche Konkurrenzfähigkeit und ein klares Bekenntnis zum Turnier. Die Teilnahme von Kloten 2011 sei ihm immer noch in unangenehmer Erinnerung. Sogar die jeder Polemik abholde Agentur «Sportinformation» (heute Keystone-SDA) schrieb damals: «Die Klotener liessen in Davos trotz gegenteiliger Beteuerung jegliche Seriosität vermissen.» Der Höhepunkt war eine 2:9-Pleite gegen Riga.

Bei den Topteams (Bern, Zug, ZSC) ist der Spengler Cup wegen der zusätzlichen sportlichen Belastung nicht populär. SCB-General Marc Lüthi sagt: «So lange wir in mehreren Wettbewerben engagiert sind, ist der Spengler Cup für uns kein Thema.» Zugs Sportchef Reto Kläy winkt aus den gleichen Gründen ab. ZSC-Manager Peter Zahner sagt, man würde eine Anfrage prüfen, aber der Entscheid läge beim Verwaltungsrat. Also gilt: Die Titanen der Liga wollen ihren Stars die Zusatzbelastung nicht zumuten.

Mit der kultigsten Hymne des Welteishockeys

Die perfekten Teams sind jene, für die das Turnier eine Herzensangelegenheit ist. Mit Gottéron, Lugano und Servette haben die Organisatoren bereits beste Erfahrungen gemacht. Die HCD-Krise eröffnet nun Fredy Pargätzi neue Möglichkeiten: wenn der HCD als 10. der Liga konkurrenzfähig ist, dann gibt es keine sportlichen Argumente mehr gegen Ambri, Langnau, Lausanne oder Biel. Wobei Lausannes Popularität in der Deutschschweiz gegen null tendiert. Da die TV-Einschaltquoten in allen drei Landesteilen wichtig sind, kommt das zweite Schweizer Team idealerweise aus dem Welschland oder dem Tessin. Ein ganz heisser Kandidat ist daher für 2019 Ambri. In der Vergangenheit war die sportliche Konkurrenzfähigkeit ein Argument gegen Ambri. Das ist jetzt vom Tisch. Ambri passt perfekt zur «Zauberformel Spengler Cup». Fredy Pargätzi bestätigt erstmals die Möglichkeit einer Einladung an Ambri. «Wir werden im Januar das Gespräch mit interessierten Klubs aufnehmen. Noch ist alles offen. Lassen Sie es mich so sagen: Ich sehe keinen Grund, der gegen Ambri spricht …». Er sei sicher, dass Präsident Filippo Lombardi eine Spengler Cup-Teilnahme so richtig zelebrieren würde. Und Ambri sei ja auch in der ganzen Deutschschweiz populär. Und schliesslich gilt: Ach, wäre das wunderschön, wenn wir «La Montanara», die kultigste Siegeshymne des Welteishockeys auch einmal beim Spengler Cup hören könnten.

Kommt Ambri 2019, dann wird entweder kein Team aus Deutschland oder Tschechien dabei sein. Davos, Team Canada, eine Mannschaft aus der KHL und aus Finnland sind gesetzt.

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