National League
Ambri-Piotta steht vor drei gewichtigen Duellen innert fünf Tagen

Der HC Ambri-Piotta steht vor drei wegweisenden Partien. Am Freitag steht das Spiel gegen den Tabellennachbarn Rapperswil-Jona an. Ambri-CEO Nicola Mona sagt: «Wir treten mit sehr viel Kampfgeist an.»

Daniel Gerber
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Ambri-Stürmer Marco Müller scheitert hier an Lukas Flüeler, dem Torhüter der ZSC Lions. Trotzdem siegte Ambri 3:2.

Ambri-Stürmer Marco Müller scheitert hier an Lukas Flüeler, dem Torhüter der ZSC Lions. Trotzdem siegte Ambri 3:2.

Ennio Leanza/Keystone

Es sind packende und wegweisende Duelle, vor denen der HC Ambri-Piotta innerhalb von fünf Tagen steht: Am Freitag laden die Leventiner den Tabellennachbarn, die SC Rapperswil-Jona Lakers, zum Direktduell und keine 48 Stunden später empfängt Ambri die SCL Tigers, ehe am Dienstag die Reise in die Zentralschweiz zum EV Zug angetreten wird.

Ambri-CEO Nicola Mona zum heutigen Kräftemessen: «Das ist eine ganz wichtige Begegnung gegen den direkten Gegner in der Rangliste. Wir treten mit sehr viel Kampfgeist an.» Der Pre-Playoff-Rang (7.–10.) soll erhalten bleiben. «Immer wenn wir auf dem Eis sind, geben wir alles. Wir haben das kleinste Budget in der Liga, aber wir kämpfen und sind zuversichtlich. Unser Headcoach und unser Sportchef holen das Beste aus diesen Mitteln heraus.» Alles werde gegeben, um auf dem Pre-Playoff-Rang zu bleiben. «Das wollen wir unseren Fans widmen und schenken, denn wir hatten eine starke Abo-Kampagne in der Vorsaison – trotz des Risikos hatten wir die besten Abo-Verkäufe der letzten fünf bis zehn Jahre. Fans und Sponsoren verdienen unsere Pre-Playoff-Qualifkation.» Wäre es schlimm, wenn die Top Ten verpasst würde? Nicola Mona: «Schlimm wäre das falsche Wort, es wäre schade, unsere Fans hätten es verdient. Es wäre nicht eine Tragödie – aber einfach schade.»

Finanziell im Überlebensmodus

Der HC Ambri-Piotta hat jetzt noch 15 Spiele zu bestreiten. Wie an allen Unternehmen nagt die Coronasituation – die vor rund einem Jahr begann, Geisterspiele hervorzurufen – auch an den Biancoblu. «Es gilt für alle Klubs und Unternehmen: Die Nicht-Planbarkeit ist sehr schwer. Wir arbeiten sonst in einer geplanten Wirtschaft und wissen, wann wir gegen wen spielen.» Die Lage jetzt sei sehr, sehr herausfordernd. «Es ist extrem schwierig, etwas zu planen. Für uns ist es noch schwerer, da wir gleichzeitig im Begriff sind, das Stadion zu wechseln. Wir wollen einen würdigen Enthusiasmus und Abschluss in der alten Halle, damit alle heiss auf das neue Stadion sind – nun aber wissen wir nicht, ob die Fans Lust auf die neue Saison haben, das ist für uns eine zusätzliche Herausforderung.»

Die Saison werde aber trotz der Schwierigkeiten gut gemeistert. «Proaktiv und intensiv hatten wir für eine Zweidrittelauslastung ein Schutzkonzept erarbeitet. Es war danach ein sehr harter Schlag für uns, dass uns das aus den Händen gerissen wurde. Denn nur schon der Umbau auf Sitzplätze war ein grosser Effort. Dann aber konnten wir plötzlich null Umsatz generieren.» Die Bundeshilfe sei zwar wertvoll, reiche jedoch nicht. «Gerade vorgestern Mittwoch entschieden wir uns für eine Kapitalerhöhung, die meisten Klubs sind in den Überlebensmodus umgestiegen.»

«Wir können und wollen träumen»

Obschon Ambri nach Verlustpunkten auf Rang elf liegt, sei in dieser Saison noch viel möglich, sagt Nicola Mona. Denn die Klassierung trügt: Wer die Tabelle nach Punkteschnitt ordnet, sieht, dass die Südschweizer mit 1,00 Punkten nur einen mikroskopischen Rückstand auf Rang 10 (Rapperswil-Jona Lakers mit 1,02 Punkten) sowie Rang 9 (SC Bern mit 1,06 Punkten) haben.

Ausserdem zeigte Ambri einen guten Saisonstart, dann aber wurde das Team nicht nur durch einzelne Spielverschiebungen von Gegnern gebremst, sondern zuletzt gleich durch 20 positive Coronafälle, was eine Zwangspause bis Mitte Februar nach sich zog. «Auch bei einem sanften Verlauf ist der Körper etwas schwächer. Damit müssen wir leben.» Es sind die paar Prozentpunkte im Leistungsvermögen, die dazu führen, dass ein Spiel mit einem Tor Unterschied verloren geht, statt auch mal auf die eigene Seite kippt. Bei den sieben Niederlagen kurz vor und nach der Covid-Pause gingen drei mit einem Tor Unterschied verloren und zwei weitere mit einer Differenz von zwei Treffern. «Ich denke, dass wir bald wieder auf unserem Top­level und voll leistungsfähig sind.» Dann dürfte mehr möglich sein als Rang elf. «Wir sind kein Topteam, aber wir können und wollen träumen.»