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Skispringen: Ammann hadert auch in Engelberg

Der Deutsche Karl Geiger (25) gewinnt in Engelberg überraschend sein erstes Weltcup-Springen. Simon Ammann läuft es bei Rückenwind und Eiseskälte weiterhin nicht nach Wunsch.
Stephan Santschi, Engelberg
Kommt auf der Titlisschanze nicht über den 45. Platz hinaus: der Schweizer Simon Ammann. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 15. Dezember 2018))

Kommt auf der Titlisschanze nicht über den 45. Platz hinaus: der Schweizer Simon Ammann. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 15. Dezember 2018))

Engelberg hätte für ihn nach einem völlig verpatzen Saisonstart und einer dreiwöchigen Wettkampfpause zum Neustart werden sollen. Doch Simon ­Ammann machte am Samstag beim ersten Weltcup-Springen in ­Engelberg da weiter, wo er im ­November aufgehört hatte. Der mittlerweile 37-jährige Toggenburger enttäuschte, kam auf der Titlisschanze nicht über den 45. Rang hinaus. Nach den Plätzen 46 (in Wisla) und 37 (Ruka) wartet der vierfache Olympiasieger damit weiterhin auf den ersten Weltcup-Punkt in dieser Saison. So schlecht ist er seit seinem internationalen Durchbruch 2001/02 nie mehr gestartet. «Das war weder Fisch noch Vogel. Es ärgert mich, es ist extrem schade», kommentierte Ammann seinen Sprung im ersten Durchgang, der ihn nur 118,5 Meter weit getragen hatte.

Ammann hatte zu Beginn der Saison auf einen selbst mitent­wickelten Karbonschuh gesetzt, am Samstag griff er aufgrund der schwachen Leistungen aber ­wieder auf den alten Lederschuh ­zurück. Er erklärte, dass er im Moment die Feedbacks, die er auf der Schanze erhalte, wieder neu sortieren müsse. «Ich habe den Rhythmus in Engelberg noch nicht gefunden. Die Verhältnisse mit dem Rückenwind am Abend sind sehr anspruchsvoll. Hier muss man mit Überzeugung springen. Das ist für jemanden wie mich, der auf der Suche ist, nicht optimal.» Ammann, der in seiner Karriere Widerstände nie gemieden, sondern eher noch ­gesucht hat, glaubt weiter an die Trendwende. «Solange ich über den Schanzentisch gehe, bin ich mit Leib und Seele Skispringer.»

Piotr Zyla im Sprung beim Qualifikationsspringen am Weltcup in Engelberg. (Bilder: Philipp Schmidli (Engelberg, 14. Dezember 2018))Piotr Zyla im Sprung beim Qualifikationsspringen am Weltcup in Engelberg. (Bilder: Philipp Schmidli (Engelberg, 14. Dezember 2018))
Am Nachmittag im freien Training: Richard Freitag (Deutschland) bei den Vorbereitungen zum Sprung.Am Nachmittag im freien Training: Richard Freitag (Deutschland) bei den Vorbereitungen zum Sprung.
Letzte Handgriffe bei Richard Freitag.Letzte Handgriffe bei Richard Freitag.
Auch Killian Peier macht sich bereit für seinen Sprung.Auch Killian Peier macht sich bereit für seinen Sprung.
Simon Ammann vor dem ersten Testsprung.Simon Ammann vor dem ersten Testsprung.
Ammann beim Aufwärmen...Ammann beim Aufwärmen...
... und dann beim freien Training auf der Schanze.... und dann beim freien Training auf der Schanze.
Ryoyu Kobayashi wartet auf seinen Sprung...Ryoyu Kobayashi wartet auf seinen Sprung...
... und es geht los für den Japaner!... und es geht los für den Japaner!
Die Polen Kamil Stoch (links) und Piotr Zyla (rechts) im freien Training.Die Polen Kamil Stoch (links) und Piotr Zyla (rechts) im freien Training.
Kamil Stoch.Kamil Stoch.
Das Schanzenteam bläst den Neuschnee aus der Anlaufspur.Das Schanzenteam bläst den Neuschnee aus der Anlaufspur.
Andreas Wellinger (Deutschland) bei letzten Vorbereitungen vor dem freien Training.Andreas Wellinger (Deutschland) bei letzten Vorbereitungen vor dem freien Training.
Am Abend gilt es ernst: Die Jury verfolgt das Qualifikationsspringen.Am Abend gilt es ernst: Die Jury verfolgt das Qualifikationsspringen.
Noriaki Kasai im Qualifikationsspringen.Noriaki Kasai im Qualifikationsspringen.
Der Japaner Noriaki Kasai springt seit Jahrzehnten im Weltcup. Der Japaner Noriaki Kasai springt seit Jahrzehnten im Weltcup.
Killian Peier im Flug.Killian Peier im Flug.
Der Horwer Gregor Deschwanden.Der Horwer Gregor Deschwanden.
Richard Freitag.Richard Freitag.
Simon Ammann.Simon Ammann.
Karl Geiger.Karl Geiger.
Stefan Kraft.Stefan Kraft.
Stephan Leyhe.Stephan Leyhe.
Andreas Schuler.Andreas Schuler.
Robert Johansson.Robert Johansson.
Killian Peier.Killian Peier.
26 Bilder

Weltcup in Engelberg: Die Überflieger im Bild

Geiger freut sich über Sieg und Engelbergs Winter

Generell vermochten die Schweizer vor 6000 Zuschauern nicht zu überzeugen, mit Killian Peier schaffte es nur ein Einheimischer in den Finaldurchgang (Platz 21). Den Wettkampf gewonnen hat überraschenderweise der Deutsche Karl Geiger. Für den 25-jährigen Athleten aus Oberstdorf war es der erste Weltcup-Sieg in seiner Karriere und damit der grösste Erfolg neben seiner Silbermedaille im Teamwettbewerb an den Olympischen Spielen in Pyeongchang vom vergangenen Februar. «Unbeschreiblich, ich bin überglücklich, dass mir das so gelungen ist. Der erste Sprung war schon ziemlich gut, beim zweiten hat dann sogar alles zusammengepasst. Das ist ein genialer Tag für mich», meinte Geiger und schwärmte auch von den Bedingungen im schneeweissen und mit minus 7 Grad eiskalten Engelberg. «Der Winter ist nun auch in Europa angekommen. Da freut man sich einfach auf das Skispringen.»

Zu den grossen Geschlagenen zählten unter anderen die beiden Olympiasieger von 2018, Kamil Stoch aus Polen (9. Platz) und Andreas Wellinger aus Deutschland (14.), sowie die beiden Engelberger Vorjahressieger Anders Fannemel (NOR/24.) und Richard Freitag (GER/32.). Erstmals in dieser Saison nicht auf dem Podest stand zudem der Japaner Ryoyu Kobayashi, der in den letzten Wochen seine ersten drei Weltcup-Springen gewonnen und mit seinem Auftreten für Begeisterung unter den Experten gesorgt hat. So meinte beispielsweise der ehemalige Weltklasseathlet Sven Hannawald: «Ich bin sprachlos, das ist Perfektion pur.» Und Olympiasieger Wellinger hielt fest: «Unser kleiner Japaner fliegt wie ein Blatt Papier.»

Japanischer Shootingstar greift am Sonntag wieder an

In Engelberg musste er sich mit dem siebten Rang begnügen, nachdem er am Freitag die Qualifikation noch für sich entschieden hatte – die Landung im ersten Durchgang war ihm missglückt. Das ändert aber nichts an den grossen Plänen, die der erst 22-jährige Japaner noch hat: «Ich will Olympiasieger werden und die Vierschanzentournee mit vier Tagessiegen gewinnen.»

Am Sonntag ab 12.45 Uhr (Quali­fikation) kann der japanische Überflieger an seiner Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Und Simon Ammann wird den nächsten Versuch unternehmen, um seine Negativspirale zu stoppen.

Engelberg. Weltcup: 1. Geiger (GER) 302,0 (135 m/141 m). 2. Zyla (POL) 297,3 (134/136). 3. Huber (AUT) 295,5 (135/138,5). 4. Forfang (NOR) 295,3 (133,5/138). 5. Klimow (RUS) 294,6 (136,5/134). 6. Leyhe (GER) 293,9 (135/135,5). 7. Kobayashi (JPN) 289,9 (130/135). 8. Kraft (AUT) 289,6 (129,5/137). 9. Stoch (POL) 288,3 (129/133). 10. Hayböck (AUT) 286,4 (124/137,5). – Ferner: 21. Peier (SUI) 272,1 (122,5/131,5). – Nicht im Finaldurchgang: 43. Schuler (SUI) 118,4 (119). 45. Ammann (SUI) 117,9 (118,5). 47. Deschwanden (SUI) 117,4 (118).

Weltcup-Stand (nach 6/29): 1. Kobayashi 456. 2. Zyla 365. 3. Forfang und Stoch, je 305. 5. Geiger 277. – Ferner: 18. Peier 64. 50. Deschwanden 4. 53. Schuler 1.

Sonntag 14.00 (SRF zwei): 2. Springen.

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