Anekdoten rund um den 2. Lucerne Marathon

Zwei Obwaldner Promis, die kurz vor dem Start absagen mussten, ein unangemeldeter Läufer aus Russland und fünf «Beizer-Söhne» zusammen am Start – hier einige Marathon-Splitter.

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Die Elite-Läufer starten zum 2. Lucerne Marathon. (Bild René Meier/Zisch)

Die Elite-Läufer starten zum 2. Lucerne Marathon. (Bild René Meier/Zisch)

Aus dem Kanton Obwalden kam für die Organisatoren kurz vor dem Anlass gleich ein doppelter Tiefschlag: Mit Regierungsrat Niklaus Bleiker und TV-Unterhaltungs-Chefin Gabriela Amgarten mussten zwei Testimonials vor der Grippe kapitulieren, wie auf der Lucerne-Marathon-Homepage mitgeteilt wird. Beide lagen am Sonntagmorgen tief im Bett, und beide haderten mit dem Schicksal, weil sie sich auf ihren Halbmarathon-Einsatz gefreut und gut vorbereitet hatten. Während Niklaus Bleiker mit Galgenhumor vermutete, dass er «dem psychischen Stress eines Renneinsatzes halt einfach nicht gewachsen» gewesen sei, hatte die Fernsehfrau überhaupt keine Erklärung für ihr Out. Aber wenn sie die Wut, die sich bei ihr wegen ihrer Absage staute, in positive Energie verwandeln kann, dann dürfte sie beim 3. Lucerne Marathon im nächsten Jahr mit einer absoluten Spitzenzeit einlaufen.

Per Autostopp von Russland
Vladimir Sukhorukow ist möglicherweise nicht der schnellste, aber mit Sicherheit einer der hartnäckigsten Läufer. Der Russe kam am Freitagabend nach Luzern, ohne dass er einen Startplatz im Marathon gebucht gehabt hätte. OK-Präsident Hansruedi Schorno musste allerdings nicht lange überlegen, ob er diesem Mann ausnahmsweise eine Nachmeldung ermöglichen sollte. Nicht nur, dass er dank Sukhorukow die Liste der beteiligten Länder auf 28 erweitern konnte, die Geschichte dieses Läufers war für Schorno einfach zu gut: Der aus einem Dorf nahe der Grenze zu Estland stammende Sportler war nämlich per Autostopp und mit dem Zelt im Gepäck angereist. Vor zwei Wochen hatte er sich als «arbeitsloser Sportmanager», wie er sagt, von zuhause verabschiedet, war unterwegs noch den Marathon von Magdeburg gelaufen und wollte nun auch Luzern auf sportliche Art kennen lernen.

Fünf Stocker-Brüder am Start
Die Familie Stocker ist extrem sportlich. Von den (mittlerweile erwachsenen) elf Kindern sind bis auf zwei alle regelmässig irgendwo, irgendwie in Bewegung. Wettkampf-Erfahrungen hat die Familie schon mit Teil-Delegationen an Anlässen wie der Tell-Stafette oder den Marathons von Zürich, Berlin und New York gesammelt. Fünf der Söhne taten dies nun auch in Luzern. Beat (51-jährig) und Markus (44) liefen im Marathon, Bruno (41), Benno (48) und Franz (54) im Halbmarathon. Und das Geheimnis der Stocker-Kinder? Sie haben als «Beizer-Söhne» im Restaurant Sonne in Römerswil offenbar früh gelernt, mit besonderen Herausforderungen umzugehen.

scd