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Angelique Kerber: «Es ist der Wahnsinn»

Angelique Kerber gewinnt den Final gegen Serena Williams in Wimbledon.
Posiert mit der Wimbledon-Trophäe: Angelique Kerber. Bild: Neil Hall/EPA (14. Juli 2018)

Posiert mit der Wimbledon-Trophäe: Angelique Kerber. Bild: Neil Hall/EPA (14. Juli 2018)

An diesen Tag wird man sich künftig erinnern müssen, an diesen 14. Juli 2018. An den Tag, an dem die lange deutsche Titeldürre an der berühmten Church Road endete. An den Tag, an dem Angelique Kerber (30) auch im grünen Tennisparadies von Wimbledon in die Fussstapfen von Steffi Graf trat: 22 Jahre nach dem letzten Triumph der Überfrau des deutschen Sports stürmte Kerber gegen Serena Williams (36) zu einem 6:3, 6:3-Sieg und auf den Thron im All England Club.

Royalen Besuch gab es an diesem Endspielsamstag – in der Ehrenloge sassen Herzogin Kate und Herzogin Me­ghan –, aber die Königin auf dem Centre-Court war keine andere als die wiedererstarkte, souveräne und selbstbewusste Siegerin Kerber. Es war sozusagen die Mutter aller Kerber-Siege – gegen die neue Tennismutter Serena. «Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen, der grösste Traum überhaupt. Ich habe immer auf diesen Sieg hingearbeitet», sagte Kerber im Siegerinneninterview, «ich wusste, dass ich mein bestes Tennis spielen muss. Und das habe ich schliesslich auch geschafft.»

Der Schlag in die Unsterblichkeit

Genau um 18.22 Uhr sank Kerber auf den Boden des Centre-Court, in Tränen aufgelöst, fast noch ein wenig ungläubig, was genau in diesem Moment geschehen war – nämlich der Schlag in die Unsterblichkeit, als erste deutsche Grand-Slam-Siegerin in Wimbledon in diesem Jahrhundert. Schnell eilte auch Williams herbei, umarmte und herzte die verdiente Siegerin, die zwei Jahre nach der letzten Begegnung hier auf dem Wimbledon-Rasen das Schicksal nun gewendet und die beste Spielerin dieser Epoche bezwungen hatte. Und dann gab es für Kerber kein Halten mehr, sie rannte die Treppe hinauf zu ihrer Box, drückte Trainer Wim Fissette und Mutter Beata an sich. Es war der einmalige Höhepunkt ihres schwierigen, nicht immer gerad­linig verlaufenen Lebensweges im Profitennis – der Höhepunkt einer Karriere, die vor sieben Jahren beinahe in Wimbledon geendet hätte, nach einer Erstrundenniederlage gegen Laura Robson. Fünf Minuten nach dem verwandelten Matchball reckte Kerber dann die Venus-Rosewater-Trophäe in den blauen Himmel über dem Centre-Court, aus den Händen des Präsidenten des Clubs, dem Herzog von Kent, hatte sie die Silber­ware in Empfang genommen. Und schliesslich hatte Kerber den Platz ganz allein für sich, es war ein symbolischer Moment innerhalb der Zeremonien: Williams trat nämlich ab im Blitzlichtgewitter der Fotografen, und dann posierte Kerber solo mit dem Hauptpreis des Welttennis, der Siegerschale von Wimbledon. Und führte die Schale dann auch noch einmal liebevoll spazieren – in einer Ehrenrunde rund um den Centre-Court. Küsste sie, es sah so aus, als wolle sie das Geschenk nie wieder hergeben.

Zwei Stunden in der Warteschleife

Lange mussten Kerber und Williams auf ihren Einsatz auf dem mythischen Hauptplatz Wimbledons harren, fast zwei Stunden hingen die Rivalinnen in der Warteschleife fest – wegen der Verlängerung des Männer-Halbfinals. Doch so wie Kerber in diesem ganzen Turnier nervenstark, kühl und überaus konzentriert gewirkt hatte, so wenig machte ihr auch diese kribblige Situation etwas aus. Nur 20 Minuten nach dem Triumph kam dann ein weiterer bewegender Moment für die deutsche Gewinnerin. Und zwar als sie gemeinsam mit dem operativen Chef des All England Club, Philip Brooke, in die prunkvolle Eingangshalle marschierte. Dort, wo auch die Ehrentafel der Sieger und Siegerinnen steht. Kerber und Brooke blickten auf die Galerie der Grössen, oft steht da ja auch der Name Graf. Aber an diesem Abend, in dieser Minute, war auch bereits der Name der Wimbledon-Königin des Jahres 2018 fertig aufgedruckt – Angelique Kerber. «Es ist der Wahnsinn. Ich kann es kaum glauben», sagte Kerber zum Wimbledon-Boss und liess sich dann auf dem Balkon vor Tausenden Fans feiern. (all)

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