Der EV Zug wehrt den Davoser Angriff auf den Leaderthron ab

Der EV Zug besiegt den HC Davos mit 4:2. Die Zentralschweizer tun sich aber weiterhin schwer mit dem Toreschiessen.

René Barmettler aus Davos
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Torschütze Raphael Diaz (rechts) bejubelt mit Lino Martschini den 2:2-Ausgleich.

Torschütze Raphael Diaz (rechts) bejubelt mit Lino Martschini den 2:2-Ausgleich.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 30. Januar 2020)

«Die Nummer eins der Schweiz sind wir», sangen die mitgereisten Fans des EV Zug bereits zwei Minuten vor Spielende. 4:2 führten die Zentralschweizer zu diesem Zeitpunkt und bekundeten keine Mühe mehr, diesen Vorsprung über die Zeit zu retten. Den entscheidenden Treffer zum Schlussresultat gelang Yannick Zehnder via Pfosten acht Minuten vor Schluss. Zehnder, wie auch sein Teamkollege Sven Leuenberger, erhielten ein Aufgebot für das Nationalteam von nächster Woche. Das beflügelt die beiden sichtlich. «Das ist eine Riesenmotivationsspritze», sagte Zehnder.

Der 22-Jährige rackert viel, seine Torausbeute ist zwar noch ausbaufähig, am Donnerstagabend aber hat es wieder einmal geklappt. «Die Abschlüsse sind unser Problem in letzter Zeit, doch sonst machen wir vieles richtig», stellte Zehnder klar. Gestern reichten die vier Treffer, um den Angriff der Davoser auf den Leaderthron abzuwehren.

Zuger vergeben im Startviertel viel Chancen

Die Bündner hinken mit der Anzahl Spiele noch immer hintennach. Das  Spiel vom Donnerstag war erst ihr viertes in der zweiten Januarhälfte. Möglicherweise war es dem fehlenden Rhythmus geschuldet, dass von den Davosern im Startdrittel derart viele Torchancen serviert wurden. Doch die derzeitige Torabschlusskrise beim EV Zug akzentuierte sich: Dario Simion (2.), Sven Senteler (6./10. Pfosten), Zehnder (7.), sowie Grégory Hofmann (14./15.) kamen ungehindert zu ihren Abschlüssen – sie trafen allesamt nicht. Und so ging halt das Heimteam in Führung: Ein erster Gegenstoss von Enzo Corvi genügte: Pass auf Fabrice Herzog – 1:0 (11.). Dank Erik Thorell wurde dieser Rückstand schnell egalisiert: Im ersten Überzahlspiel bezwang er mit einem satten und sehr genauen Weitschuss Joren van Pottelberghe, den ehemaligen Juniorengoalie des EVZ, zum 1:1 (14.).

Dieses Erfolgserlebnis beflügelte die Zentralschweizer nicht: Nach dem Seitenwechsel häuften sich die Ungenauigkeiten im Aufbauspiel, die zwei Überzahlspiele fanden praktisch nicht statt, fast mussten die Zuger nach einem läppischen Rückpass einen Gegentreffer hinnehmen. Das 1:2 erfolgte dennoch: Eine Passkombination mit Herzog und Corvi schloss das 36-jährige Davoser Urgestein Andres Ambühl direkt ab (32.).

Zug blieb am Drücker, es brauchte aber für die erfolglosen Stürmer eine Lektion von Verteidiger Raphael Diaz, wie man van Pottelberghe auch mit List bezwingen kann: Er fuhr auf ihn zu und lupfte den Puck in seine nahe, hohe Torecke zum 2:2 (38.). Der EVZ-Captain konnte sich bereits seinen zehnten Saisontreffer gutschreiben lassen. Mit etwas Glück brachte Zug dieses zwischenzeitliche Remis in die Pause: Wenige Sekunden davor vergab Davos-Stürmer Marc Wieser eine Grosschance.

Die Konzentration im Schlussabschnitt kehrte zurück: Ein schnelles Tor von Oscar Lindberg (42.) nach einem Abpraller von van Pottelberghe, das 4:2 durch Zehnder, einige sehenswerte Paraden von EVZ-Goalie Leonardo Genoni – und die Widerstandskraft der Davoser war gebrochen. Zug baute seine Tabellenführung aus, trifft am Freitagabend in der Bossard-Arena (19.45) auf das Schlusslicht Rapperswil-Jona.

Die Höhepunkte der Partie im Video:

Davos - Zug 2:4 (1:1, 1:1, 0:2)
4524 Zuschauer. - SR DiPietro/Wiegand, Altmann/Kovacs. – Tore: 11. Herzog (Corvi, Guerra) 1:0. 14. Thorell (Alatalo, Simion/Ausschluss Lindgren) 1:1. 32. Ambühl (Herzog, Corvi) 2:1. 38. Diaz (Matschini, Albrecht) 2:2. 42. Lindberg (Thorell, Martschini) 2:3. 53. Zehnder (Alatalo, Zgraggen) 2:4. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Lindgren; Hofmann.
Davos: van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Nygren, Guerra; Kienzle, Stoop; Frehner, Buchli; Herzog, Corvi, Ambühl; Palushaj, Baumgartner, Tedenby; Marc Wieser, Lindgren, Hischier; Kessler, Marc Aeschlimann, Meyer.
Zug: Genoni; Diaz, Morant; Alatalo, Zgraggen; Schlumpf, Geisser; Thiry, Stadler; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Zehnder.
Bemerkungen: Davos ohne Bader, Paschoud und Dino Wieser, Zug ohne Schnyder (alle verletzt).