SKI NORDISCH

Auf Langläufer Avelino Näpflin wartet noch viel Arbeit

Der 20-jährige Nidwaldner Avelino Näpflin erlebt in Davos seine Feuertaufe im Weltcup.

Roland Bösch
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Avelino Näpflin zu seinem Debüt: «Ich hatte kein gutes Gefühl in den Beinen.»

Avelino Näpflin zu seinem Debüt: «Ich hatte kein gutes Gefühl in den Beinen.»

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 13. Dezember 2020)

Der Traum, einmal beim Heim-Weltcup in Davos am Start zu stehen, ist für Avelino Näpflin am vergangenen Wochenende in Erfüllung gegangen. Das Drumherum hatte sich der mittlerweile 20-jährige Langläufer jedoch als junger Knabe anders vorgestellt. Coronabedingt mussten die Fans von Avelino Näpflin die Nidwaldner Fahnen vor dem Fernseher schwenken. «Rennen ohne Zuschauer sind wir uns ja vom Continentalcup gewöhnt», stellt der Langläufer mit einem Schmunzeln fest und führt aus: «Ich habe mich auf den Einsatz in Davos trotz allem wirklich gefreut. Das Ganze ist halt doch noch einmal eine Schuhnummer grösser.»

Zum Einsatz kam Avelino Näpflin beim 15-km-Rennen in der freien Technik, wobei er den 64. Rang belegte. Es war erst der dritte Wettkampf bei den Männern in der laufenden Saison. Im vergangenen Jahr stand Näpflin noch bei den Junioren im Einsatz. Selbstkritisch zog der Athlet des Skiclubs Beckenried-Klewenalp am Sonntagabend Bilanz: «Läuferisch bin ich mit dem Wettkampf nicht zu frieden. Ich hatte kein gutes Gefühl in den Beinen und verlor letztlich zu viel Zeit auf die Spitze und etliche Schweizer Team-Mitglieder.» Näpflin zog dabei einen Vergleich zu den Rennen vor Wochenfrist im Rahmen des Continentalcups im Goms.

Riebli ist Drittschnellster im Prolog des Sprints

Für Avelino Näpflin ist klar: Es wartet noch ein grosses Stück Arbeit auf ihn. Dass er und seine Trainingskollegen auf dem richtigen Weg sind, hat am Samstag der Giswiler Janik Riebli als Drittschnellster im Prolog des Sprints bewiesen. Zusammen mit dem Luzerner Cyril Fähndrich und sechs weiteren Schweizern qualifizierte sich der B-Kaderathlet für die Finalläufe. Bei den Frauen gelang diese Glanzleistung auch der Engelbergerin Lea Fischer. Doch zurück zu Avelino Näpflin, der nach wie vor in Beckenried bei seinen Eltern lebt und dank seinem Hauptsponsor, der Spitzensportförderung der Armee und dem Fördergefäss des Kantons Nidwalden über die Runden kommt. So gut ihm der Abstecher in den Weltcup auch gefallen hat, der Fokus des Nidwaldners liegt in der laufenden Saison auf den Continentalcup-Rennen und den U23-Weltmeisterschaften in Finnland. «Als Ausdauerspezialist muss ich mich Schritt für Schritt an die Spitze vorarbeiten und Geduld zeigen», ist sich Näpflin bewusst. Er muss lernen, Top-20-Rangierungen als Erfolgserlebnisse zu werten. Avelino Näpflin strahlt dabei grosse Zuversicht aus: «Das Sommertraining, angefangen mit der Spitzensport-RS, konnte ich sozusagen ohne Beschwerden durchziehen und den Umfang erneut steigern.»

Davos. Langlauf. Weltcup. Männer. 15 km (Skating/Einzelstart): 1. Alexander Bolschunow (RUS) 32:46,4. 2. Andrej Melnitschenko (RUS) 32,2 Sekunden zurück. 3. Artem Malzew (RUS) 39,. – Ferner die Schweizer: 14. Dario Cologna 1:15,4. 20. Roman Furger 1:28,0. 21. Jason Rüesch 1:28,3. 24. Candide Pralong 1:38,1. 32. Dajan Danuser 1:47,3. 36. Cédric Steiner 2:11,4. 37. Erwan Käser 2:23,5. 39. Beda Klee 2:25,1. 51. Ueli Schnider 3:02,0. 62. Cyril Fähndrich 3:58,8. 64. Avelino Näpflin 4:19,8. – 77 klassiert. – Frauen. 10 km: 1. Rosie Brennan (USA) 24:49,8. 2. Julia Stupak (RUS) 34,0. 3. Hailey Swirbul (USA) 40,5. – Ferner die Schweizerinnen: 12. Nadine Fähndrich 1:13,3. 37. Alina Meier 2:52,8. 40. Desirée Steiner 3:15,3. 41. Anja Lozza 3:21,7. 43. Lea Fischer 3:55,6. 44. Giuliana Werro 4:04,4.
Sprint (Skating). Männer: 1. Federico Pellegrino (ITA) 2:16,68. 2. Alexander Bolschunow (Russland) 2,13. 3. Andrew Young (GBR) 3,63. – Ferner: 6. Valerio Grond (SUI) 17,65. In den Halbfinals ausgeschieden: 11. Roman Schaad. In den Viertelfinals ausgeschieden: 16. Jovian Hediger. 19. Erwan Käser. 22. Dario Cologna. 26. Janik Riebli. 27. Roman Furger. 30. Cyril Fähndrich. – Frauen: 1. Rosie Brennan (USA) 2:37,36. 2. Anamarija Lampic (SLO) 0,28. 3. Natalia Neprjajewa (RUS) 0,49. 4. Nadine Fähndrich (SUI) 0,53. – Ferner die weiteren Schweizerinnen. In den Halbfinals ausgeschieden: 9. Laurien van der Graaff. In den Viertelfinals ausgeschieden: 24. Alina Meier. 25. Lea Fischer.