Interview

«Ich musste die richtige Dosis finden»: Wie Burim Kukeli mit seiner Doppelrolle beim SC Kriens umgeht

Seit dieser Saison ist Burim Kukeli nicht nur Spieler beim SCK, sondern auch Assistenztrainer von Bruno Berner.

Simon Wespi
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Absolvierte die Uefa A- und B-Diplome in Albanien: SCK-Leader Burim Kukeli.

Absolvierte die Uefa A- und B-Diplome in Albanien: SCK-Leader Burim Kukeli.

Bild: Patrick Hürlimann (Kriens, 17. August 2020)

Es ist eine Frage der Zeit, bis Bruno Berner in der Super League tätig ist. Sind Sie der nächste Kriens-Trainer?

Burim Kukeli: Ja, das weiss ich nicht. Es spricht für seine gute Arbeit bei uns, wenn er umworben wird. Wie es dann sein wird, werden wir sehen. Ob der Zeitpunkt dann bereits der richtige für mich ist, das ist noch zu früh zu sagen. Fakt ist, ich kann weiterhin eine Teamstütze sein. Und mit Bruno verstehe ich mich sehr gut.

Im Sommer waren Sie in Albanien. Was haben Sie dort gemacht?

Ich absolvierte das Uefa A-Diplom. Dieses war sehr intensiv. Ich hatte dies nicht unterschätzt, aber es war schon einiges was auf mich zukam. Da ich gebürtiger Albaner bin, dachte ich, es würde mir dort etwas leichter fallen (lacht). Nun folgt noch die Uefa Pro-Lizenz. Das ist die höchste Trainerausbildung.

Sie sind nach einer Verletzung wieder zurück auf dem Feld. Am Dienstag in Aarau kamen sie zu einem Teileinsatz. Wie geht es Ihnen?

Es geht mir gut. Ich habe nur noch kleinere Beschwerden. Ich hatte mir eine Zerrung an den Adduktoren geholt. Doch nun hält alles wieder. Ich bin fit.

Sie sind seit dieser Saison nicht nur Spieler, sondern auch Assistenztrainer beim SCK. Wie gehen Sie mit dieser Doppelrolle um?

Es ist eine neue Aufgabe und Herausforderung für mich. Es fühlt sich gut an. Ich musste jedoch zuerst die richtige Dosis finden. Mit Matches, Regeneration und Trainings leiten, kommt viel auf mich zu. Inzwischen finde ich die nötige Balance immer mehr.

Wie sieht die Arbeitsaufteilung aus? Was für Aufgaben übernehmen Sie und welche Bruno Berner?

Ich mache alles was Bruno mir sagt (lacht). Es macht viel Spass mit Bruno zu arbeiten. Wir kooperieren gut zusammen. Sogenannte Spielertrainerassistenten gibt es im Fussball sehr wenige. Da ist es sehr wichtig, dass man sich gut abspricht. Die Challenge League darf man nicht unterschätzen. Die körperliche Belastung ist sehr hoch. Wir besprechen zusammen, wie wir die Trainings steuern. Falls Spieler Zusatztrainings an trainingsfreien Tagen wollen, organisiere ich diese.

Auf was legen Sie Wert?

Ich möchte meine ganze Erfahrung als Spieler mitgeben. Ich spiele immer noch auf einem hohen Niveau, ich weiss was es benötigt, um auf diesem Level bestehen zu können. Ich weiss wie die Prozesse laufen und kann gut in die Spieler reinfühlen. Die menschliche Seite ist mir sehr wichtig.

Die Sorgen der Spieler werden nun an Sie getragen. Wie gehen Sie damit um?

Der Austausch mit den Spielern ist gut. Ich habe ein offenes Ohr. Es ist normal, dass die Spieler die nicht viel spielen, nicht zufrieden sind. Dann ist es umso wichtiger, dass man ihnen zuhört und ihre Bedürfnisse ernst nimmt, aber auch stets ehrlich auf Augenhöhe kommuniziert.

Wie lange werden Sie noch aktiv Fussball spielen. Ist dies nun ihre letzte Saison?

Ich habe beim SCK bewusst zwei mal Einjahresverträge unterschrieben. Was im kommenden Sommer ist, werden wir sehen. Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Ich möchte auf einem guten Level aufhören können. Ich möchte einmal sagen können, jetzt ist der richtige Moment dafür. Klar ist aber auch, ich möchte so lange spielen wie es noch geht.

Was sind Ihre Ziele als Trainer?

Viel von Bruno lernen. Das Coaching von aussen während des Spiels ist ebenfalls sehr wichtig. Es liegt in den Sternen, wo mein Weg hinführt. Aber klar ist die Super League irgendwann das Ziel, sonst würde ich die Pro-Lizenz nicht machen.

«Aus dem Spiel ein Tor erzielen »

Der SC Kriens empfängt heute (17.30 Uhr) Schlusslicht Chiasso im Kleinfeld. Die Tessiner tragen die rote Laterne nur gerade mit einem Zähler. Die Favoritenrolle scheint klar zu Gunsten des Heimteams verteilt zu sein. Auch in der vergangenen Saison gewann der SCK sämtliche vier Partien gegen Chiasso. Trainer Bruno Berner zur Ausgangslage: «Ja, wir sind der Favorit. Für uns spielt das jedoch keine Rolle.» Gut möglich, dass die Partie im Kopf entschieden wird. «Die Einstellung ist die Basis», sagt Berner und führt weiter aus: «Wir wollen aus dem Spiel heraus ein Tor erzielen.» Zuletzt schossen die Krienser fast nur Tore nach Standards. Die Verletztenliste beim SCK ist weiter lange. Fraglich sind noch immer Robin Busset, Ibrahima Dieng, Igor Tadic und Progon Maloku. Weiter verletzt ist Torhüter Pascal Brügger.