Leichtathletik
Zuger Läuferin Silke Lemmens ist auf der Überholspur

Die Zuger Sprinterin Silke Lemmens (21) hat beste Aussichten, die Schweiz an den Hallen-Europameisterschaften in Polen zu vertreten.

Stefanie Barmet
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Silke Lemmens läuft es derzeit wunschgemäss.

Silke Lemmens läuft es derzeit wunschgemäss.

Bild: PD

Silke Lemmens macht unter dem Hallendach da weiter, wo sie die Saison 2020 beendet hat: auf der Überholspur. Anlässlich der Freiluft-Schweizer-Meisterschaften in Basel stürmte die Zugerin im vergangenen September mit einer Zeit von 53,10 Sekunden in ihrer ersten richtigen 400-Meter-Saison gleich zu Gold bei den Aktiven. Vor einer Woche absolvierte sie die gleiche Distanz an einem Hallenmeeting in Magglingen in 53,67 Sekunden. Damit unterbot sie die Limite für die Hallen-Europameisterschaften, die vom 4. bis 7. März im polnischen Torun stattfinden, um acht Hundertstelsekunden.

Am Wochenende konnte sie sich an selber Stätte auf 53,37 Sekunden steigern und die EM-Limite erneut unterbieten. Drei Einzelathleten pro Disziplin und Nation sind an den Europameisterschaften startberechtigt. Mit der Titelverteidigerin Lea Sprunger, die eine Saisonbestzeit von 52,22 Sekunden aufweist, hat neben Lemmens erst eine Schweizerin die für die Qualifikation geforderte Zeit unterboten. Die Selektionsperiode endet mit den Schweizer Meisterschaften in der Halle vom kommenden Wochenende.

Nach der guten Zeit im Freien war die EM-Limite unter dem Hallendach für Lemmens ein realistisches Ziel. «Ich bin mega zufrieden und sehr glücklich, dass ich zum ersten Mal eine Limite bei den Grossen geschafft habe – und dies gleich im ersten Saisonrennen. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung», sagt die von Flavio Zberg trainierte Athletin.

Spannender Kampf um EM-Tickets über 60 Meter

Die Trainings verliefen in den Herbst- und Wintermonaten wunschgemäss. Die Zugerin, die für den LC Zürich startet, konnte grosse Fortschritte erzielen. «Das gab mir viel Selbstvertrauen. Aufgrund der Trainingszeiten wusste ich, dass ich gut in Form bin, habe mir jedoch keine exakten Zeiten vorgenommen, um nicht verbissen an den Start zu gehen.» Auch das zweiwöchige Trainingslager auf La Palma war ein voller Erfolg. «Ich bin sicher, dass ich mich bis zu den Europameisterschaften noch steigern kann. Beispielsweise muss ich auf den letzten 150 Metern noch daran arbeiten, weniger mit dem Oberkörper zu rotieren und stattdessen die Arme gezielter einzusetzen», so Lemmens. «Zudem fehlt es mir nach wie vor noch etwas an Erfahrung über die 400-Meter-Distanz, die ich erst seit einem Jahr gezielt bestreite.»

Extrem spannend dürfte der Kampf um die drei EM-Tickets bei den Frauen über 60 Meter werden. Bereits sieben Athletinnen konnten die Limite von 7,40 Sekunden unterbieten. Dazu zählt auch die Zugerin Géraldine Frey, die eine Bestzeit von 7,38 Sekunden aufweist. Mit Ajla Del Ponte (7,14 Sekunden), Salomé Kora (7,27 Sekunden) und Riccarda Dietsche (7,30 Sekunden) sind bisher drei Athletinnen schneller gelaufen als die Athletin der LK Zug.

Ebenfalls noch auf den EM-Zug aufspringen möchte der Sempacher 800-Meter-Läufer Jonas Schöpfer, der erstmals eine komplette Hallensaison bestreitet. Nach einer Disqualifikation aufgrund des Übertretens einer Linie in Magglingen und einem Sturz in Metz beendete er ein 800-Meter-Rennen in Gent nach 1:51,06 Minuten. Um sich für die EM zu qualifizieren, ist eine Zeit von 1:49 Minuten gefordert.