Aufregende Tage für Svenja Fölmli: Die Stürmerin des FC Luzern hatte ein Angebot von GC

Die Super-League-Fussballfrauen des FC Luzern spielen gegen Basel 1:1 – es ist ein guter Punkt gegen ein Spitzenteam.

René Barmettler
Drucken
Teilen
Luzern-Stürmerin Svenja Fölmli (links) umläuft hier die Basler Verteidigerin Sina Hirschi.

Luzern-Stürmerin Svenja Fölmli (links) umläuft hier die Basler Verteidigerin Sina Hirschi.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Februar 2021)

Es lief die 74. Minute, als sich Svenja Fölmli von der Basler Abwehr lösen konnte, im Strafraum auftauchte, den Ball auf das Tor schoss. Doch der Abschluss war zu ungenau, zu zentral, um für die Basler Torhüterin Michèle Tschudin eine Gefahr darzustellen. Es war eine der gefährlichsten Szenen des FC Luzern in der zweiten Halbzeit, Fölmli hätte es in den Füssen gehabt, den Siegtreffer zum 2:1 zu erzielen. Die Alleinunterhalterin in der Sturmspitze war nicht zu beneiden, viele Bälle sah sie nicht. Das ist dem Spielsystem von Trainer Glenn Meier geschuldet, der nach dem desolaten Saisonstart mit zu vielen Gegentoren vorerst die Defensive stabilisieren musste.

Das gelang vorzüglich. Auch diesmal beliessen es die Luzernerinnen bei einem Gegentor – und das gegen ein Team, das höhere Ambitionen hat und eigentlich in diesem Frühjahr nochmals das Spitzentrio Servette, Young Boys und Zürich angreifen wollte. «Es wäre möglich gewesen, mit einem Sieg vom Platz zu gehen», gab die 18-jährige Fölmli nach Spielschluss zu Protokoll. Just in diesem Moment betrat Nils Nielsen, Coach des Schweizer Frauen-Nationalteams den Platz, sagte ihr beim Vorbeigehen auf englisch: «Ich sehe dich nächste Woche.» Die Meisterschaft wird bis Ende Februar ruhen, die Schweizerinnen tragen in Frankreich zwei Testspiele aus – mit Svenja Fölmli, die dann ihr viertes und fünftes Länderspiel bestreiten wird. Mit der Stürmerin Irina Pando steht eine zweite Luzernerin im Aufgebot. Es stehen also aufregende Tage für die KV-Sportlerlehrtochter Fölmli bevor, die im Sommer ihre Ausbildung beenden wird. Einen zusätzlichen Aufreger gab es für sie vor Ablauf der kurzen Winterpause, als ihr die Grasshoppers ein Angebot unterbreiteten.

GC bietet Bezahlfussball für Frauen an

GC will ein Projekt auf die Beine stellen, in dem Spielerinnen eine nachhaltige Entwicklung erfahren, und, das ist neu im Schweizer Frauenfussball: Alle GC-Spielerinnen sollen ein Monatssalär erhalten. Das Schweizer Fernsehen SRF meint zu wissen, dass Summen zwischen monatlich 2500 bis 6000 Franken im Raum stehen. Auch versuchte GC Spielerinnen von Zürich und St. Gallen abzuwerben, ein in der Winterpause unübliches Vorgehen, das bei den Klubverantwortlichen einigen Ärger auslöste. Fölmli sieht das Positive an diesem Projekt:

«Spitzenfussballerinnen betreiben einen grossen Aufwand. Ich finde es gut, dass es hier Bestrebungen für Bezahlfussball gibt.»

Die Sempacherin sah von einem Wechsel ab: Für sie hat der Lehrabschluss Priorität. Und für die Zeit danach schwebt ihr ein Engagement als Profi im Ausland vor, ihr Berater versucht derzeit in dieser Hinsicht vorzuspuren. Das Talent hat in dieser Saison erst drei Meisterschaftstreffer erzielt, aber beim Zuschauen fällt nicht nur ihre Haarpracht auf, sondern auch ihre Technik und Durchsetzungskraft.

Gegen Basel wollte ihr der Siegtreffer nicht gelingen, doch der Aufwärtstrend ihres Teams ist erkennbar. Auch die Reaktion von Trainer Meier liess aufhorchen: «Wenn man enttäuscht ist nach einem 1:1 gegen Basel, dann ist das ein gutes Zeichen.» Die Luzernerinnen liessen in den letzten Spielwochen in der Defensive nicht mehr viel zu. Zulegen können sie indes im Spiel nach vorne. Gelingen auch noch Fortschritte im Passspiel, fände das Svenja Fölmli bestimmt aufregend.

Luzern – Basel 1:1 (1:0)
Allmend Süd (Kunstrasen). – 0 Zuschauer. – SR Pajtak.
Tore: 29. Schnider 1:0. 57. Schmid 1:1.
Luzern: Van Weezenbeek; Wyser, Ruf, von Känel, Klotz; Schnider (70. Remund), Bienz; Sager (61. Höltschi), Jackson (91. Häring), Pando; Fölmli.
Basel: Tschudin; Rey, Xhemaili, Hirschi, Bunter Jayasuriya; Schmid; Mayr, Hoti (84. Gütermann); Saoud, Sundov (68. Alayah), Surdez.