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Radprofi Roglic vor dem Vuelta-Sieg

Der Slowene Primoz Roglic, beim Giro d’Italia noch auf Platz 3 abgestürzt, ist der Souverän der Spanien-Rundfahrt.
Tom Mustroph aus Guadalajara
Weiterhin im roten Vuelta-Trikot: der Slowene Primoz Roglic. Bild: Javier Lizon/Keystone (Guadalajara, 11. September 2019)

Weiterhin im roten Vuelta-Trikot: der Slowene Primoz Roglic. Bild: Javier Lizon/Keystone (Guadalajara, 11. September 2019)

Gelassen streicht sich Primoz Roglic in Guadalajara das rote Trikot zurecht. Der Slowene ist es mittlerweile gewohnt, Führungstrikots zu haben. Fünf Tage lang trug er Rosa beim Giro in Italien und sah lange wie der Sieger aus. Acht Tage trägt er nun schon Rot in Spanien. Und im Gegensatz zum Giro, wo er sich am Ende dem Ecuadorianer Richard Carapaz und dem Italiener Vincenzo Nibali beugen musste, glaubt jetzt kaum jemand, dass er die Spanien-Rundfahrt noch verliert.

«Roglic ist der stärkste Fahrer hier. Er war überragend im Zeitfahren, und in den Bergen hält er mit den Besten mit», zollt ihm Eusebio Unzue Respekt. Unzue ist Teamchef von Movi- star. Seine beiden Asse Nairo Quintana und Alejandro Valverde sind auf den Plätzen 2 und 3 klassiert. Dass sie ihm im Nacken sitzen, bei 2:24 und 2:48 Minuten Rückstand, würde Unzue nicht einmal in einem Anfall von übergrossem Optimismus behaupten. Sie folgen zwar auf Roglic, aber eine echte Bedrohung stellen sie nicht dar. Quintana kam ohnehin erst wieder auf das Treppchen, weil er sich in die Fluchtgruppe der 17. Etappe gemischt hatte, die fünfeinhalb Minuten vor den Favoriten ins Ziel schoss. Geplant war Quintanas Mitflucht nicht. «Es war Zufall, dass er vorn mit dabei war», sagte Teamkollege Nelson Oliveira.

Primoz Roglič konnte Quintanas «Flucht nach vorne» verschmerzen. Er wirkt dem Kolumbianer gegenüber überlegen, und auch gegenüber Valverde hat er Vorteile. Achten muss er allenfalls auf seinen Landsmann Tadej Pogacar und Astana-Captain Miguel Angel Lopez.

Verlassen kann er sich auf ein wesentlich stärkeres Team als noch beim Giro. Da war er in den Bergen weitgehend allein, musste deshalb auch pokern und die Kräfte einteilen. So gewann Carapaz noch den Giro.

Beim Giro waren sie noch zu aufgedreht

«Wir haben aus den Fehlern gelernt. Wir legen von Jahr zu Jahr, von Rundfahrt zu Rundfahrt zu», erzählt George Bennett, wichtigster Berghelfer von Roglic. Lerneffekte sieht er auf allen Feldern: «Die Ernährung, das Material, die gesamte Ausrüstung – wir haben uns überall verbessert.» Als Unterschied sieht Bennett auch, dass das Team anders in die Spanien-Rundfahrt ging. «Den Giro haben wir zu heiss gestartet», sagt er. Zu aufgedreht waren alle, zu früh kam das Formhoch.

Auch in der 17. Etappe etwas gelernt

Bei der Vuelta fuhr Team Jumbo Visma so stark, dass schon Vergleiche mit Team Ineos, dem Branchenführer in Sachen Grand-Tour-Siege, aufkommen.

Lernbedarf freilich hat die Truppe auch noch. Auf der 17. Etappe war sie nicht nur gegen die grosse Fluchtgruppe machtlos. Als Movistar im Hauptfeld das Tempo erhöhte – und damit zugleich den Vorsprung des eigenen Co-Captains Quintana reduzierte – waren die Männer in den gelbschwarzen Trikots des niederländischen Rennstalls schnell verbraucht. «Das gleiche Niveau wie wir haben sie dann, wenn sie mal eine ganze Etappe gegen den Wind durchhalten», meinte denn auch ironisch Ian Stannard, winderfahrener Kämpfer von Ineos.

Für die Vuelta dürfte die Power in Gelb-schwarz dennoch reichen. Ex-Skispringer Roglic steht vor seinem grössten Triumph auf dem Sportgerät mit Rädern.

Vuelta

74. Spanien-Rundfahrt (World Tour). 17. Etappe, Aranda de Duero – Guadalajara (219,6 km): 1. Gilbert (BEL) 4:20:15. 2. Bennett (IRL) 0:02 zurück. 3. Cavagna (FRA). 4. Teuns (BEL). 5. Kelderman (NED). 6. Koch (GER). 7. Craddock (USA). 8. Declercq (BEL). 9. Silvan Dillier (SUI), alle gleiche Zeit. 10. Knox (GBR) 0:06.

Ferner: 14. Quintana (COL) 0:10. 28. Lopez (COL) 5:29. 29. Valverde (ESP). 30. Roglic (SLO). 31. Pogacar (SLO). 32. Majka (POL), alle gleiche Zeit. 81. Kilian Frankiny (SUI) 23:36. 85. Steve Morabito (SUI), gleiche Zeit. – 158 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement: 1. Roglic 66:43:36. 2. Quintana 2:24. 3. Valverde 2:48. 4. Pogacar 3:42. 5. Lopez 4:09. 6. Kelderman 5:05. 7. Majka 7:40. 8. Knox 8:03. 9. Carl Fredrik Hagen (NOR) 10:43. 10. Teuns 12:21.

Ferner: 21. Frankiny 42:44. 35. Gilbert 1:16:51. 79. Morabito 2:27:40. 88. Dillier 2:33:05.

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