AUTOMOBIL: «Grösstes Spektakel im Motorsport»

Zum 101. Mal wird heute das Indy 500 gestartet. Auch ein aktueller Formel-1-Star kämpft um die Trophäe.

Cyril Aregger
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Einzigartiger Rundkurs und bis zu 400 000 Zuschauer: Das Indy 500 sorgt alljährlich für Spannung und Unterhaltung. (Bild: Imago (Indianapolis, 29. Mai 2016))

Einzigartiger Rundkurs und bis zu 400 000 Zuschauer: Das Indy 500 sorgt alljährlich für Spannung und Unterhaltung. (Bild: Imago (Indianapolis, 29. Mai 2016))

Cyril Aregger

Heute um 18.15 Uhr heisst es wieder «Lady and gentlemen, start your engines». Zum 101. Mal machen sich die Rennfahrer – dieses Jahr 32 Männer und die Britin Pipa Mann – auf dem Indianapolis Motor Speedway auf die 500 Meilen (knapp 805 Kilometer) lange Hatz. 200-mal ist das Hochgeschwindigkeitsoval zu umrunden. Die 2,5 Meilen (gut 4 Kilometer) lange Strecke besteht aus zwei langen und zwei kürzeren Geraden, die durch vier rund 122 Meter lange Steilkurven verbunden sind.

Das hört sich auf Anhieb nicht sehr prickelnd an. Doch die Eigenwerbung («grösstes Rennspektakel», «Welthauptstadt des Rennsports») verspricht trotz einem gewissen Hang zu Superlativen nicht allzu viel: Wenn die über 700 PS starken, nicht besonders eleganten Rennwagen der IndyCar Series die Startlinie überqueren, ist für Spektakel gesorgt. Fast drei Stunden lang donnern die Fahrzeuge mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h Rad an Rad durch die «Suppenschüssel». Die Führung wechselt häufig, der Rekord aus dem Jahr 2013 liegt bei 68 Wechseln. 14 der 33 Fahrer lagen dabei mindestens eine Runde in Führung.

Dank Einheitschassis und -reifen sowie nur zwei Motorenlieferanten (Chevrolet und ­Honda) ist das Feld deutlich ausgeglichener als in der Formel 1. Beim Indy 500 kommt es deshalb vor allem auf die Piloten an: Sie brauchen Reaktionsfähigkeit, Geschick, Mut und das richtige Mass zwischen Abgeklärtheit und Aggressivität.

Dies reizt auch den zweimaligen spanischen Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso (35), zumal das Indy 500 in Sachen Tradition und Prestige auf einer Stufe steht mit dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans und dem Formel-1-Grand-Prix von Monaco. Diesen «schwänzt» Alonso heute, um erstmals beim Indy 500 zu starten. Seine Siegchancen von Startplatz fünf sind intakt: Sein Teamkollege bei Andretti Motorsport, Alexander Rossi (25, USA), konnte letztes Jahr jedenfalls das Rennen im ersten Anlauf gewinnen.

Indianapolis (USA), Startaufstellung: 1 Scott Dixon (NZL). 2 Ed Carpenter (USA). 3 Alexander Rossi (USA). 4 Takuma Sato (JPN). 5 Fernando Alonso (ESP). 6 J.R. Hildebrand (USA). 7 Tony Kanaan (BRA). 8 Marco Andretti (USA). 9 Will Power (AUS). – 33 Fahrer am Start, Rennbeginn um 18.15 Uhr (12.15 Uhr Lokalzeit), Live-Übertragung auf DAZN oder Sport 1 US (kostenpflichtig).