Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

AUTOMOBIL: König der Rennfahrer und Glamour-Boy

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist zum vierten Mal Formel-1-Weltmeister. Dem 32-jährigen Briten reichte beim Grand Prix von Mexiko ein 9. Platz zum Titelgewinn, weil Sebastian Vettel im Ferrari nicht über Rang 4 hinauskam.
Kristof Stühm (sid)
Triumphiert: der neue Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. (Bild: Moises Castillo/Keystone (Mexiko-Stadt, 29. Oktober 2017))

Triumphiert: der neue Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. (Bild: Moises Castillo/Keystone (Mexiko-Stadt, 29. Oktober 2017))

Kristof Stühm (SID)

sport@luzernerzeitung.ch

«Still I Rise». Unter all seinen Tattoos sticht der riesige Schriftzug auf dem Rücken von Lewis Hamilton noch einmal heraus. Still I Rise. Ich wachse immer noch. «Ich denke, die Metapher ist einfach: Egal, durch welche Schwierigkeiten man geht, man wächst immer daran», sagte Hamilton, der König der Rennfahrer: «Das ist etwas, was mein Dad mir immer und immer wieder eingetrichtert hat.»

2016 war so ein schwieriges Jahr, eine demoralisierende Saison, in der er ausgerechnet ­seinem ungeliebten Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg den Titel überlassen musste. Es quälte Hamilton, doch er schlug zurück und liess Sebastian Vettel im Ferrari diesmal keine Chance. «Ich werde mich hoffentlich ­immer weiterentwickeln», sagte der Brite: «Stillstand ist nichts, es ist das Ende.»

Hamilton macht keine Kompromisse

Wohl nie zuvor fuhr Hamilton auf einem höheren Niveau als in diesem Jahr, nach 2008, 2014 und 2015 sitzt der 32-Jährige zum vierten Mal auf dem Thron der Formel 1, nur Rekordweltmeister Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio holten mehr Titel. «Lewis ist sicher einer der besten Fahrer der Geschichte», sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: «Lewis hat in diesem Jahr brillante Leistungen gezeigt, ganz besonders seit der Sommerpause. Seitdem fuhr er in einer eigenen Liga.»

Lange sah es so aus, als hätte Sebastian Vettel die besseren Karten. Doch Lewis Hamilton bewies in dieser Saison der Welt einmal mehr, was ihn so besonders macht. Kaum ein Fahrer beherrscht das Risiko so sehr wie der Brite, nur wenige fahren ebenso spektakulär, so genau und dabei so schnell. Er macht keine Kompromisse. Hamilton ragt ganz einfach aus der Masse heraus. Und das nicht nur auf der Strecke. Hamilton beherrscht den Auftritt auf dem grauen Asphalt genauso wie auf dem roten Teppich. Er ist vermutlich der einzige Formel-1-­Pilot, der auch über seinen Sport hinaus ein Star ist. «Die Menschen erkennen mich als Formel-1-Fahrer und als Promi», sagt er. «Das ist gut, denn wenn ich nicht mehr Rennen fahre, kann ich ­mühelos die Branche wechseln.»

Als Glamour-Boy ist Hamilton der perfekte Werbeträger für Mercedes. Er fällt auf mit seinen Tattoos, er trägt die grössten Sonnenbrillen der Formel 1, glänzende Brillies in beiden Ohren und in der Nase, dicke Goldketten um den Hals. Ein Exzentriker, der sich als «niemals endendes Gesamtkunstwerk» sieht. Man muss Lewis Hamilton nicht mögen für seine oft provokative Art, aber man muss ihn respektieren als ­einen der besten und komplettesten Rennfahrer der Geschichte.

Grand Prix von Mexiko

Mexico-City. Grand Prix von Mexiko (71 Runden à 4,304 km/305,354 km): 1. Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 1:36:26,550 (190,846 km/h). 2. Bottas (FIN), Mercedes, 19,678 zurück. 3. Räikkönen (FIN), Ferrari, 54,007. 4. Vettel (GER), Ferrari, 70,078. 5. eine Runde zurück: Ocon (FRA), Force India-Mercedes. 6. Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 7. Perez (MEX), Force India-Mercedes. 8. Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 9. Hamilton (GBR), Mercedes. 10. Alonso (ESP), McLaren-Honda. 11. Massa (BRA), Williams-Mercedes. 12. Vandoorne (BEL), McLaren-Honda. 13. Gasly (FRA), Toro Rosso-Renault. 14. zwei Runden zurück: Wehrlein (GER), Sauber-Ferrari. 15. Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. – 20 Fahrer gestartet, 15 klassiert und am Ziel.

Schnellste Runde: Vettel (68.) mit 1:18,785 (196,670 km/h).

Ausfälle: Ricciardo (6. Runde/14. Platz): Turbo. Hülkenberg (26./14.): Hybridsystem. Hartley (31./11.): Motor. Ericsson (56./14.): Motor. Sainz (61./16.): Ursache unbekannt.

WM-Stand (18/20). Fahrer: 1. Hamilton 333 (Weltmeister). 2. Vettel 277. 3. Bottas 262. 4. Ricciardo 192. 5. Räikkönen 178. 6. Verstappen 148. 7. Perez 92. 8. Ocon 83. 9. Sainz 54. 10. Stroll 40. 11. Massa 36. 12. Hülkenberg 34. 13. Grosjean 28. 14. Magnussen 19. 15. Vandoorne 13. 16. Alonso 11. 17. Palmer 8. 18. Wehrlein 5. 19. Kwjat 5.

Teams: 1. Mercedes 595 (Weltmeister). 2. Ferrari 455. 3. Red Bull-Renault 340. 4. Force India-Mercedes 175. 5. Williams-Mercedes 76. 6. Toro Rosso-Renault 53. 7. Renault 48. 8. Haas-Ferrari 47. 9. McLaren-Honda 24. 10. Sauber-Ferrari 5.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Brasilien in São Paulo am 12. November.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.