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AUTOMOBIL: Marcel Fässler: «Das war pure Passion»

Marcel Fässler fährt bei seinem Abschiedsrennen für Audi in Bahrain noch einmal aufs Podest. Für den Schwyzer fängt nun eine Zeit der Ungewissheit an.
Daniel Wyrsch
Weiss noch nicht, wohin die nächste Fahrt führt: der Schwyzer Marcel Fässler. Bild Nadia Schärli (Einsiedeln, 31. Mai 2016)

Weiss noch nicht, wohin die nächste Fahrt führt: der Schwyzer Marcel Fässler. Bild Nadia Schärli (Einsiedeln, 31. Mai 2016)

Für Marcel Fässler (40) war der letzte Montag ein emotionaler Tag. Am Flughafen in Bahrain verabschiedete sich der Innerschweizer Autorennfahrer von der Audi-Crew. «Jetzt realisiere ich erst wirklich, dass diese Ära vorbei ist», sagte Fässler.

Auch nach dem Ausstieg des deutschen Automobilherstellers Audi aus der Langstrecken-WM wird der Mann aus Einsiedeln zusammen mit dem Deutschen André Lotterer und dem Franzosen Benoït Tréluyer noch für eine Weile das erfolgreichste Trio der Serie bleiben. Die eindrückliche Bilanz: 41 WM-Rennen, 26 Podestplätze, 10 Siege.

Versöhnlich war das letzte Rennen von Marcel Fässler am Wochenende in Bahrain verlaufen. Audi unterstrich das grosse Potenzial des R18 mit einem klaren Doppelsieg, wobei sich Fässlers Team dem Schwesterauto (Duval/Di Grassi/Jarvis) geschlagen geben musste. «Im Abschiedsrennen ist es uns wirklich gut gelaufen. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, gewinnen zu können», sagte Fässler.

Unbeschreiblich trister Abschied für Fässler und Co.

Der Berner Seeländer Neel Jani konnte sich in diesem Sechs-Stunden-Rennen mit Platz 6 den WM-Titel im Porsche 919 Hybrid sichern, der Waadtländer Sébastien Buemi wurde im Toyota TSO50 Hybrid Vierter. Derweil Marcel Fässler und seinem Audi-Team der Abschied schwerfiel: «Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich unser letztes Rennen in der Langstrecken-WM angefühlt hat.»

Der frühere DTM-Siegfahrer von Mercedes und ehemalige Formel-1-Testpilot von McLaren-Mercedes schämt sich seiner Gefühle nicht: «Die meisten von uns hatten feuchte Augen, das war auch für mich sehr emotional. Schliesslich habe ich bei Audi meine erfolgreichste Zeit erlebt.»

Bereits zum dritten Mal in dieser Situation

2011, 2012 und 2014 feierte Marcel Fässler als erster Schweizer Fahrer den Gesamtsieg am legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans. «In der Langstrecken-Klasse standen wir ganz zuoberst, waren top, unser Team erreichte absolutes Formel-1-Niveau.»

Der vierfache Familienvater erzählt, dass diese erfolgreiche Zeit viele Leute zusammengeschweisst hat. Längst nicht nur die Rennwochenenden zählten zu seiner Arbeit. «Wir testeten, entwickelten – das war viel mehr als nur ein Job, sondern für viele Leute Passion pur.»

Für den Schwyzer ist die Situation allerdings nicht neu, dass einer seiner Arbeitgeber ein Rennprojekt unerwartet brüsk beendet. «In meiner Karriere ist mir das jetzt zum dritten Mal passiert», sagt er ohne Groll. Und: «Ich bin dankbar, dass ich die letzten sieben Jahre Teil dieser Audi-Geschichte sein durfte. Am meisten werde ich sicher die vielen tollen Leute vermissen. Auch das Verhältnis zu meinen Teamkollegen André und Benoït ist ein ganz besonderes.»

Fässler besitzt einen Vertrag mit Audi

Erst im letzten Frühling unterschrieb Fässler bei Audi einen neuen Mehrjahreskontrakt. «Ich habe also noch einen Vertrag, darüber bin ich froh. Ich habe Möglichkeiten, weiterhin als Profi Rennen zu fahren.» In welcher Rennserie das sein wird, sei noch nicht spruchreif, sagt Marcel Fässler.

Für einen Rücktritt vom Automobil-Rennsport ist es dem 40-Jährigen eindeutig zu früh. «Gerade am letzten Wochenende habe ich bewiesen, dass ich die Pace immer noch habe, um ganz vorne mitzufahren. Zudem bin weiterhin top motiviert und fit.»

Daniel Wyrsch

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