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AUTOMOBIL: «Rote Göttin» lässt Vettel im Stich

Nur zwei Wochen nach dem Startunfall von Singapur kassiert Sebastian Vettel den nächsten Rückschlag. Der Ferrari-Pilot muss heute beim GP von Malaysia vom Ende des Feldes starten.
Thomas Weitekampf (sid), Sepang
Hadert mit dem Schicksal: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. (Bild: Lars Baron/Getty (Sepang, 30. September 2017))

Hadert mit dem Schicksal: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. (Bild: Lars Baron/Getty (Sepang, 30. September 2017))

Thomas Weitekampf (SID), Sepang

sport@luzernerzeitung.ch

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes nutzte die technischen Probleme seines Rivalen Sebastian Vettel perfekt und sicherte sich die 70. Pole-Position seiner Karriere, er wird vor Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen starten. Der Finne verpasste den ersten Rang um nur 45 Tausendstel und beging in seiner schnellen Runde noch einen Fahrfehler – die Pole wäre für Vettel also möglich gewesen.

«Ich habe auf einmal Leistung verloren, wir hatten keinen Ladedruck mehr. Woher das kommt, wissen wir noch nicht», sagte Vettel, der gleich nach der ersten Ausfahrt wieder an die Box musste und im Qualifying keine gewertete Runde drehen konnte. Der 30-Jährige gab sich mit Blick auf das Rennen aber kämpferisch: «Ich stünde lieber ganz vorne, und das wäre hier möglich gewesen. Aber wir haben ein schnelles Auto, wir müssen uns nicht so grosse Sorgen machen. Da ist noch viel drin.»

Trotzdem: Podestplatz nicht ausgeschlossen

In der Tat sollte Vettel die Möglichkeit haben, auf dem Kurs in Sepang zahlreiche Konkurrenten zu überholen, je nach Renn­verlauf, Wetterbedingungen und Safety-Car-Einsätzen ist sogar ein Podestplatz nicht völlig unrealistisch. Im Normalfall dürfte Hamilton jedoch seinen Vorsprung in der WM-Wertung von derzeit 28 Punkten noch einmal deutlich ausbauen – dann würde Vettels Jagd auf den Briten in den fünf verbleibenden Rennen zunehmend aussichtslos.

«Es tut mir leid, wie es für Sebastian gelaufen ist», sagte Hamilton. «Wir selbst wussten heute nicht, was passieren würde, wir hatten Schwierigkeiten. Aber mein Team hat das Auto rechtzeitig hinbekommen.»

Für Vettel ist der Rückschlag besonders bitter, weil er in den Sessions vor dem Qualifying Hoffnung auf eine überraschende Revanche genährt hatte: Erst vor zwei Wochen hatte er als Pole-Setter in Singapur durch einen unnötigen Startunfall einen scheinbar sicheren Sieg verloren. Und auf der schnellen «Mercedes-Strecke» in Malaysia ging nun eigentlich alles von einem Spaziergang für Hamilton aus. Doch Vettel und Ferrari dominierten das zweite und dritte freie Training, während Mercedes bis zuletzt Probleme hatte, das richtige Set-up zu finden. Dann tat sich für Vettel aber das letztlich entscheidende Problem auf: Wenige Minuten vor Ende der dritten Session rollte er langsam an die Box.

Grosse Hektik in der Ferrari-Garage

Die Scuderia stellte Elektronikprobleme fest und tauschte vorsichtshalber den Verbrennungsmotor aus. Dabei kam die neue Version des Antriebs zum Einsatz, der eigentlich frühestens für das Rennen in Japan am kommenden Wochenende vorgesehen war. Es ging hektisch zu in der Ferrari-Garage, auch Räikkönens Mechaniker halfen bei den Umbauarbeiten, und zwei Minuten nach dem Start des Qualifyings rollte Vettel aus der Box – doch die erneuten Probleme bremsten ihn sofort aus. Bis zum Ende des ersten Qualifyings konnte seine Box die Aufgabe nicht lösen. Noch über Funk munterte Vettel das Team auf. «Macht euch keine Sorgen, Jungs», sagte er: «Bringt das für morgen in Ordnung, dann kommen wir zurück.»

Startaufstellung

Sepang. Grand Prix von Malaysia (heute, 9.00 Uhr, SRF zwei): 1 Hamilton (GBR), Mercedes, 1:30,076 (221,532 km/h). 2 Räikkönen (FIN), Ferrari, 0,045 zurück. 3 Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 0,465. 4 Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 0,519. 5 Bottas (FIN), Mercedes, 0,682. 6 Ocon (FRA), Force India-Mercedes, 1,402. 7 Vandoorne (BEL), McLaren-Honda, 1,506. 8 Hülkenberg (GER), Renault, 1,531. 9 Perez (MEX), Force India-Mercedes, 1,582. 10 Alonso (ESP), McLaren-Honda, 1,628. – Nach dem zweiten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 11 Massa (BRA), Williams-Mercedes. 12 Palmer (GBR), Renault. 13 Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 14 Sainz (ESP), Toro Rosso-Renault. 15 Gasly (FRA), Toro Rosso-Renault. – Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 16 Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. 17 Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 18 Wehrlein (GER), Sauber-Ferrari. 19 Ericsson (SWE), Sauber-Ferrari. 20 Vettel (GER), Ferrari (technische Probleme/ohne Rundenzeit).

WM-Stand

Nach 14 von 20 Rennen: 1. Hamilton 263. 2. Vettel 235. 3. Bottas 212. 4. Ricciardo 162. 5. Räikkönen 138. 6. Verstappen 68.

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