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Tefik Bajramis letzter Box-WM-Kampf in Kriens

Tefik Bajrami verteidigt heute Samstag in der Krienser Krauerhalle wieder seinen WBU-Weltmeistertitel. Der 42-jährige Luzerner mit kosovarischen Wurzeln muss sich wie im Vorjahr kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen.
Stephan Santschi
Die beiden Gegner vor dem WM-Kampf: Paata Aduaschvili aus Georgien (links) und Tefik Bajrami. Bild: Pius Amrein (19. April 2019)

Die beiden Gegner vor dem WM-Kampf: Paata Aduaschvili aus Georgien (links) und Tefik Bajrami. Bild: Pius Amrein (19. April 2019)

Es waren besondere Umstände vor einem Jahr, als Tefik «Hurricane» Bajrami seinen 2017 errungenen WM-Titel nach WBU-Version zum ersten Mal verteidigen musste. Sein damaliger Gegner, der Ghanaer Abraham Tabul, durfte sein Land aufgrund des Vetos der Schweizer Botschaft nicht verlassen. Der Türke Özcan Cetinkaya kam als Ersatz, hatte aber nicht die Klasse, um Bajrami gefährlich zu werden, und ging in der 4. Runde K. o.

Nun präsentiert sich wieder eine ähnliche Ausgangslage. Wenn Bajrami heute Samstag in der Krienser Krauerhalle auf dem Höhepunkt der Mix Gala Fight Night zum WM-Kampf bittet, wird ihm erneut nicht jener Mann gegenüberstehen, der eigentlich angekündigt war. Der Bosnier ­Elvis Smajlovic sei an einer Lungenentzündung erkrankt und habe sich darum abmelden müssen, heisst es. Für ihn springt der 24-jährige Paata Aduaschvili aus Georgien in die Bresche. Was ist nur los mit den Gegnern von Bajrami, haben sie derart Angst vor dessen harten Schlägen, dass sie sich lieber vorzeitig zurückziehen? «Ich weiss es auch nicht», sagt Bajrami und schmunzelt.

Zum Abschied im Kosovo erwartet er 3000 Zuschauer

Wie auch immer: Das Ziel des 42-jährigen Luzerners mit Wurzeln im Kosovo bleibt dasselbe: die Titelverteidigung. Für ihn wird es sogar die Abschiedsvorstellung vor heimischen Publikum sein, denn Bajrami sagt klipp und klar: «Ich kämpfe zum letzten Mal in Luzern.» Das Ende seiner Karriere naht, am 13. Juli wird er auch in Podujeva im Kosovo, wo er bis zu seinem 15. Altersjahr lebte, einen finalen Fight vor 3000 Zuschauern organisieren. «Danach bin ich zwar noch offen für Anfragen aus dem Ausland, ich werde aber nicht mehr an Events boxen, die ich mitveranstalte. 2020 wird dann definitiv Schluss sein», berichtet Bajrami. Grund für den absehbaren Rücktritt seien sein Alter und das Bedürfnis, die Sache etwas ruhiger anzugehen. «Ich möchte mit 42 andere Sachen machen. Das Training braucht sehr viel Zeit. Ich möchte nicht mehr den Stress haben, den die Vorbereitung auf einen Kampf mit sich bringt. Ich strebe in meinem Kopf nach mehr Freiheit.» Mit seinem Bruder Xhavit führt er in Littau die Kampfsportschule Bajrami, zudem gehört ihm die Sicherheitsfirma «Safe Security Agency».

WM-Titel nach härtestem Kampf des Lebens

Tefik Bajrami begann erst im Alter von 18 Jahren mit dem Kampfsport. Die Erfolge stellten sich bald ein, der Schweiz-Kosovare wurde im Karate und Thaiboxen Schweizer Meister, im Karate gewann er darüber hinaus EM-Silber und im Thaiboxen WM-Gold bei den Amateuren. 2006 wurde er Schweizer Meister im Amateurboxen, ehe er 2010 seine ­Profikarriere im Boxen lancierte. Zwei Mal wurde er WBU-Europameister (2015/2016), ein Mal WBF-Intercontinentalmeister (2016), und seit 2017 ist er Träger des WM-Gürtels nach Version WBU im Cruisergewicht (bis 91 Kilo). «Das ist der fünft- oder sechstgrösste Verband. Diesen Titel erachte ich als grössten in meiner Laufbahn, zumal der WM-Kampf 2017 gegen den Argentinier Diego Javier Sanabria der härteste meines Lebens war.»

Sein Ansinnen, auch in einem der grösseren Verbände um den Titel zu kämpfen, erfüllte sich hingegen nicht. «Ich hatte Anfragen, doch gepasst hat es nie. Entweder stimmte das Finanzielle nicht oder das Aufgebot kam zu kurzfristig.» Er sei aber auch so zufrieden mit seinem Palmarès, 15 seiner 16 Profikämpfe hat er gewonnen. «Ich bin mit den Jahren immer besser geworden. Zu Beginn war ich zu aggressiv, ging immer auf K. o. Das ist gegen technisch starke Gegner gut, aber gegen Schlägertypen, die selber viel Druck machen, muss man auch abwarten können.»

Bajrami braucht Kondition gegen Defensivkünstler

Zu welcher Kategorie gehört dabei sein neuer Gegner am Samstag? «Er ist Linksausleger, das ist selten. Und er deckt sehr gut, kann einiges einstecken. Es wird schwierig sein, an ihn heranzukommen.» Er werde Abstand halten müssen und dürfe sich nicht auf einen Schlagabtausch einlassen. «Es geht darum, ihn mit Schlägen auf den Köper zu bearbeiten. Es dürfte zu einer Frage der Kondition werden», sagt der 18 Jahre ältere Bajrami. Letztlich ist es aber egal, wer auf der anderen Seite steht. Tefik Bajrami will gewinnen und sich auf würdige Art und Weise von seinen Luzerner Fans verabschieden.

Fight Night in Kriens (Krauerhalle). Samstag: Ab 19.00 Kämpfe; ab 22.00 WM-Kampf Infos: www.wmfight.ch

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