Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Interview

Basel-Goalie Jonas Omlin vor erstem Spiel im FCL-Stadion: «Ich rechne mit dem einen oder anderen Pfiff»

Erstmals überhaupt tritt der Obwaldner Jonas Omlin (24) in einem Pflichtspiel gegen Luzern an. Der Basel-Goalie spricht über die Rückkehr ins FCL-Stadion, den grossen Rückstand des FCB auf YB, Yann Sommer und David Zibung.
Daniel Wyrsch, Basel
Basel-Keeper Jonas Omlin: Jubelt er auch am Sonntag gegen sein Ex-Club Luzern? (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Basel, 4. November 2018))

Basel-Keeper Jonas Omlin: Jubelt er auch am Sonntag gegen sein Ex-Club Luzern? (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Basel, 4. November 2018))

Jonas Omlin, die Länderspielpause haben Sie erstmals im Kreis der Nationalmannschaft verbracht. Konnten Sie bei Yann Sommer etwas abschauen?

Als Goalie weiss ich inzwischen, welche Bewegungen die Torhütertrainer verlangen. Bei Yann Sommer erkenne ich, wie es aussehen könnte. Trotzdem hat jeder seinen eigenen Stil, den muss man auch wahren und vertreten. Das bedeutet, nicht allzu stark auf die anderen zu schauen. Ein positiver Nebeneffekt des Nati-Aufgebots war, dass ich Yann persönlich kennen lernte.

Ein eindrückliches Erlebnis war es sicher, dass Sie von der Bank aus den denkwürdigen 5:2-Heimsieg gegen Belgien in der Swisspor-Arena miterleben durften. Haben Sie im Hinblick auf das Super-League-Spiel vom Sonntag mit Basel in Luzern am neuen FCL-Rasen geschnuppert?

Das war vor allem am Vortag des Länderspiels beim Abschlusstraining der Fall, bereits die Rückkehr in die Kabine und der Gang auf den Platz zauberten bei mir ein Lachen ins Gesicht. Ich erinnerte mich an schöne, positive Erlebnisse, aber auch an Enttäuschungen. Vieles erlebte ich in diesem Stadion.

Was fühlen Sie, kurz vor der Rückkehr nach Luzern?

Die Vorfreude ist gross, es sind noch viele Gesichter dort, die ich gut kenne. Mit Yannick Schmid, Marvin Schulz und Simon Grether pflege ich weiterhin einen guten Kontakt. Ich freue mich einfach, meine alten Kameraden wieder mal ­etwas zu ärgern. (Schmunzelt.)

Sie sind einer von drei wichtigen Protagonisten, die den FCL im Sommer verlassen haben. YB-Coach Gerardo Seoane und FCZ-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu haben die erste Rückkehr hinter sich. Beide wurden von den Luzern-Fans ausgepfiffen, teils beschimpft. Erwarten Sie ebenfalls heftige Reaktionen?

Ich glaube nicht, dass es mehr oder weniger sein wird als bei Hekuran Kryeziu. Er machte einen ähnlichen Transfer wie ich. Im Fussball passieren Wechsel, welche die Fans eines Vereins nicht gleich von Anfang an verstehen. Dafür habe ich Verständnis. Mit dem einen oder anderen Pfiff rechne ich, es darf mich nicht beeindrucken. Wenn das in zwei Spielen pro Saison geschieht, kann ich damit leben.

Sie leben immer noch in der Innerschweiz, wohnen in der Obwaldner Gemeinde Alpnach. Macht dieser Umstand das Aufeinandertreffen mit dem FCL noch spezieller?

Nein, eigentlich nicht. Ich fühle mich dem FC Basel sehr verbunden – und ich bin auch viel hier. Die Hälfte der Woche verbringe ich in etwa in Basel, die andere Hälfte bin ich in Alpnach. Wenn ich zurückkehre, bin ich mit meiner Familie unterwegs, dann ist der Fussball kein besonders grosses Thema. Dann sprechen wir untereinander meistens über andere Sachen. Obwalden ist meine Heimat, dort geniesse ich die Seen und die Berge.

Knapp anderthalb Saisons waren Sie in Luzern die Nummer 1. Schaut man sich Ihre Entwicklung an, dann ist das eine kurze Zeit. Hatte man das Talent von Jonas Omlin in der Innerschweiz lange verkannt?

Wenn ich früher parat gewesen wäre, hätte das vor über drei Jahren schon geklappt, und ich wäre vielleicht früher Stammgoalie geworden. Doch damals war ich persönlich noch nicht bereit für diese Aufgabe. Ich brauchte die Zeit und die Erfahrungen, in der Challenge League bei Le Mont, um Spielpraxis zu sammeln. Es war zudem ein privater Reifeprozess, erstmals auswärts zu wohnen, quasi auf eigenen Füssen zu stehen. Das war nötig, um bei der Rückkehr nach Luzern so ausgeglichen zu sein, damit ich meine Leistungen abrufen konnte. Ich lernte, mit Rückschlägen umzugehen.

David Zibung abzulösen, war nicht einfach.

Speziell als Goalie kann man nicht erwarten, dass man sofort spielt. Mit Dave Zibung ist in Luzern eine Ikone abgelöst worden. Er ist nicht von einem auf den anderen Tag aus dem Tor gegangen, nur weil ein Junger kommt, der im Training gute Leistungen zeigt. Da brauchte es schon etwas mehr, um den Trainer und die Mannschaft zu überzeugen.

Zibung steht wieder im FCL-Tor. Noch bevor Mirko Salvi verletzt ausfiel, ist der langjährige Stammkeeper beim Überraschungssieg über YB in die Startelf zurückgekommen. Sind Sie darob überrascht?

Ich hatte eine gute Zeit erlebt mit Dave, er hat mich extrem unterstützt. Ich spürte, dass es ihm wichtig war, wenn ein Eigener bereit ist, sein Nachfolger zu werden. Simon Enzler, der die Chance vielleicht irgendwann bekommt, ist derzeit an Kriens ausgeliehen. Mit Mirko Salvi ist aus meiner Sicht ein sehr guter Goalie verpflichtet worden, welcher der Mannschaft helfen kann, wenn er wieder fit ist. Jetzt spielt Dave, ich mag ihm das gönnen. Er ist immer noch motiviert und fokussiert. Am Sonntag werden wir uns wohl als Torhüter gegenüberstehen.

Zurück zum FCB: Was ist nicht wunschgemäss gelaufen, dass Basel 14 Punkte Rückstand auf YB hat?

YB spielt eine sehr starke Vorrunde, die Berner verloren einzig gegen Luzern. Wir dagegen haben in verschiedenen Spielen unnötig Zähler liegen gelassen. Da müssen wir uns selbst an der Nase nehmen. So verloren wir in Thun nach einer 2:0-Führung mit 2:4. Wir müssen knallhart weiterarbeiten. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als Spiel um Spiel zu nehmen. Am Sonntag werden die nächsten drei Punkte verteilt, die müssen wir unbedingt holen.

Hand aufs Herz, bei Ihrem Übertritt zum FC Basel erwarteten Sie beim lange Zeit mit Abstand erfolgreichsten Verein des Landes mehr?

Ziele, Erwartungen und Träume hat man immer als Sportler. Man möchte immer gewinnen – und vor allem am Ende Titel gewinnen. Der Verein hat sich für einen Umbruch entschieden und gibt vielen jungen Spielern eine Chance. Das braucht Zeit. Wir sind aber immer noch klar von unserem Team überzeugt und werden bis zum Schluss alles geben.

Wegen einer Oberschenkelverletzung sind Sie erst zu zwölf Pflichtspielen gekommen. Ihre Bilanz ist mit sieben Siegen und einem Remis positiv, Sie gelten bislang als einziger Lichtblick beim FCB. Sind Sie beim 20-fachen Meister angekommen?

Ganz klar! Ich konnte die ganze Vorbereitung mitmachen, hatte auch schlechte Testspiele. Doch sobald es ernst gegolten hat, bin ich da gewesen. Ich bin von der Mannschaft nach dem Wechsel zu 100 Prozent akzeptiert und aufgenommen worden. Inzwischen fühle ich mich extrem wohl im Team, im ganzen Verein und auch in der Stadt. Ich kann mich überall frei bewegen, meine Meinung frei äussern. Das schätze ich sehr.

Ist Basel ein Aufstieg?

Für mich schon. Der FCB hat in den letzten zehn Jahren eine Riesengeschichte geschrieben. Seit über 15 Jahren verfolge ich den Club und die Super League, zu Beginn als kleiner Bub. Basel ist immer die grösste Mannschaft gewesen, hier haben sie Titel am Laufband gefeiert. Wir in der Innerschweiz hatten auch den ­einen oder anderen Titel gewonnen, aber mega viele waren es nicht. Grosse Spieler spielten für den FCB. Ich bin in grosse Fussstapfen getreten, meine Vor­gänger haben so klangvolle Namen wie Zuberbühler, Costanzo, Sommer und Vaclik.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.