Super League

Aadie Meisterschaft: Der FC Basel verabschiedet sich nach dem 1:2 gegen Luzern aus dem Titelkampf

Der FC Basel verliert zum Restart der Liga in Luzern völlig verdient und eigentlich chancenlos mit 1:2 und verliert den Anschluss im Meisterrennen.

Jakob Weber
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Jonas Omlin mit einer Parade.
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Hier reagiert der FCB-Keeper glänzend mit dem Fuss. Ansonsten wäre die Partie früher gelaufen gewesen.
Eray Cömert muss eine Viertelstunde vor Schluss verletzt raus.
Luzern-Coach Fabio Célestini ist seit sechs Monaten ungeschlagen. Fünf Siege und ein Unentschieden hat der neue Luzern-Trainer seit Amtsantritt geholt.
Francesco Margiotta jubelt über sein Führungstor in der 23. Minute.
FCB-Trainer Marcel Koller kann nicht fassen, was er da sieht.
Später trifft auch noch der eingewechselte Blessing Eleke.
Aus dem Stadionturm lässt sich das Geisterspiel gut verfolgen. Ab und zu werden sogar Gesänge angstimmt.
Die 300 zugelassenen Zuschauer bestehen aus Ersatzspielern, Offiziellen, Medienschaffenden und ein paar ausgelosten Fans.
Weitere Bilder vom Spiel Luzern gegen Basel
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Jonas Omlin mit einer Parade.

Freshfocus

Die Plastikflasche donnert auf die Betonbarriere. Taulant Xhaka muss seine Wut nach Schlusspfiff irgendwie kanalisieren. Sein FCB hat soeben mit 1:2 gegen Luzern verloren. Völlig verdient und eigentlich chancenlos. Weil die beiden Meisterkonkurrenten aus Bern und St. Gallen ihre Partien zum Restart gewannen, ist der FCB jetzt acht Punkte hinten. Und nur noch zwei Punkte vor dem Vierten Servette. Die Enttäuschung steht allen FCB-Akteuren ins Gesicht geschrieben.

Nicht nur Xhaka, auch Fabian Frei ist sichtlich enttäuscht. Seine Arme wedeln vor dem Interview durch die Luft, die Schultern zucken. Als wollte er sagen: «Ich weiss doch auch nicht, wie es soweit kommen konnte.» Doch Frei findet anschliessend gute Worte für das, was dem FCB in diesem Geisterspiel in Luzern widerfahren ist: «Es ist sehr frustrierend. Das war von A bis Z nicht gut. Alle haben heute gesehen, dass das nicht der FCB war, den wir kennen. Heute stimmte vieles nicht, was schon gegen Lausanne nicht gestimmt hatte, dabei hatten wir genug Zeit, es abzustellen. Wenn wir so weiterspielen, wird es schwer. Es geht im Moment nur noch um Platz 3.»

Bumm. Das sitzt. Der selbst ernannte Titelkandidat ist nach nur einem Spiel abgeschlagen. Marcel Koller im ersten Spiel nach seiner Vertragsverlängerung weiter denn je Meisterschaftsgewinn entfernt, den Präsident Bernhard Burgener gefordert hatte. Koller selber sagt nach dem Spiel: «Der Druck war nicht zu gross. Wir haben einfach nicht gut gespielt. Noch sind 36 Punkte zu vergeben. Darum ist es noch nicht gelaufen, aber natürlich sind acht Punkte ein grosser Rückstand.»

Der Rückstand ist jetzt so gross, weil der FCB gegen Luzern nie ins Spiel kommt. Das liegt zum einen daran, dass die Zweikämpfe nicht angenommen und gewonnen werden. Zum anderen an regelmässigen Fehlpässen, die das Basler Angriffsspiel harmlos machen. «Sie standen nicht gut und wir wollten den Sieg mehr», erklärt FCL-Innenverteidiger Stefan Knezevic.

Luzern nutzt die Basler Schwachstellen doppelt

Die Tore für Luzern schiessen Margiotta in der 23. und Eleke in der 81. Minute. Beide Male kommen die Innerschweizer über die Seite und erwischen den unsortierten FCB im Zentrum. Rückwärtsbewegung und Stellungsspiel sind mangelhaft. Dass es am Ende noch mal kurz spannend wird, liegt einzig und allein an Arthur Cabral. Sein gegrätschtes 1:2 in der 86. Minute ist ein Tor des Willens und ermöglicht dem eigentlich schon geschlagenen FCB eine Schlussoffensive. In der 88. trifft ein Gewaltschuss von Xhaka nur die Latte. Doch der Ausgleich wäre unverdient gewesen. Und deshalb wird am Ende Xhakas Plastikflasche zum Symbol für die aktuelle Gemütslage beim FCB.

Das Telegramm:

FC Luzern - FC Basel 2:1 (1:0)

Swissporarena. – 300 Zuschauer – SR Fedayi San – Tore: 23. Margiotta 1:0 (Ndiaye). 81. Eleke (Males). 86. Cabral (Ademi).

FCL: Müller; Knezevic, Lucas, Burch; Schulz, Voca, Emini (83. Sidler), Schürpf; Ndiaye, Margiotta (71 Eleke), Matos (63. Males).

FCB: Omlin; Widmer, Cömert (78. Bergström), Alderete, Riveros (73. van der Werff); Xhaka, Bunjaku (46. Vishi); Pululu (73. Ademi), Frei, Campo; Cabral.

Bemerkungen: FCB ohne Zuffi, Zhegrova, van Wolfswinkel (alle verletzt), Stocker und Petretta (beide gesperrt), Bua (kein Aufgebot wegen Wechselwunsch per 30. Juni). – Verwarnungen: 4. Emini (Foul). 29. Voca (Foul). 70. Pululu (Foul) – 88. Lattenschuss von Xhaka.

Die Noten:

Jonas Omlin: 4 Trotz zweier Gegentore – bei denen er schuldlos ist – kann er sich einmal mehr mit einer starken Parade auszeichnen (80.). Freuen wird er sich ob der Niederlage trotzdem kaum darüber.
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Silvan Widmer: 3 In den entscheidenden Momenten ist er zu weit weg, kommt zu spät oder stört nicht mehr entscheidend genug.
Eray Cömert: 3 Wie die restliche Abwehr kommt auch er nie ins Spiel und muss dann in der 76. Minute verletzt raus. Nicht sein Tag.
Omar Alderete: 2,5 Zeigt seine schlechteste Partie für den FCB. Nicht nur, weil er sich von Males vor dem 0:2 wie ein Schuljunge vernaschen lässt.
Blas Riveros: 2,5 Kommt mangels Alternative erneut zum Zug. Nur erledigt er seinen Job noch schlechter als letzte Woche gegen Lausanne.
Taulant Xhaka: 4 Ist einer von nur vier Baslern, die eine genügende Leistung zeigen. Vor allem, weil er Mentalität beweist und fast noch den Ausgleich erzielt.
Orges Bunjaku: 2,5 Streut viel zu viele Fehlpässe und muss als Konsequenz nach 45 Minuten raus.
Afimico Pululu: 2,5 Erst gesehen, als er in der 70. Minute verwarnt wird. Mehr gibt es nicht zu sagen.
Fabian Frei: 3,5 Hat einen sehr grossen Bewegungsradius. Nur wirkt sich diese intensive Laufarbeit negativ auf die Genauigkeit seiner Pässe aus.
Samuele Campo: 3,5 Dass er für einmal defensive Zweikämpfe annimmt und gar gewinnt, ist positiv. Es täuscht aber nicht über seine haarsträubenden, von Nonchalance geprägten, Fehlpässe hinweg.
Arthur Cabral: 4 Viel Wucht, viel Wasserverdrängung und immerhin noch der Anschlusstreffer. Sonst hat er einen schweren Stand. Auch, weil er kaum Bälle kriegt.
Lirik Vishi: 4 Ersetzt Bunjaku in der 46. Minute. Der 19-jährige Nachwuchsspieler feiert sein Profi-Debüt und kann sich in diesem eine genügende Leistung attestieren lassen.
Kemal Ademi: Note Ersetzt Pululu in der 72. Minute. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Jasper van der Werff: - Ersetzt Riveros in der 72. Minute. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Emil Bergström: - Ersetzt Cömert in der 76. Minute. Zu kurz im Einsatz für eine Note.

Jonas Omlin: 4 Trotz zweier Gegentore – bei denen er schuldlos ist – kann er sich einmal mehr mit einer starken Parade auszeichnen (80.). Freuen wird er sich ob der Niederlage trotzdem kaum darüber.

FC Basel