FC Basel

Cedric Itten – allen Unkenrufen zum Trotz

Vergangenen Mittwoch präsentierte der FCB Cedric Itten als neuen Mann für den Sturm. Er soll die Lösung für die Basler Probleme sein? Gegen Chiasso war er es.

Sébastian Lavoyer
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Cedric Itten: Der Torschütze aus dem Cup-Spiel gegen Chiasso.

Cedric Itten: Der Torschütze aus dem Cup-Spiel gegen Chiasso.

Keystone

Fans und Fachleute rieben sich die Augen: Cedric Itten? Wirklich? Er soll die Lösung sein für die Probleme, die der FC Basel derzeit offensichtlich hat? Nur elf Punkte holte der Serienmeister in den ersten sieben Spielen der Meisterschaft. Zuletzt setzte es gar eine Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Lausanne ab.

Es war klar, dass irgendwas geschehen muss. Zu harmlos, zu unsicher, zu zögernd präsentierte sich der FCB. Und Marco Streller tönte schon am Dienstag auf der Reise nach Manchester an, dass noch etwas gehen könnte.

Am Tag nach der 0:3-Niederlage im Old Trafford präsentierte man dann Itten. Einen 20-jährigen Stürmer aus dem eigenen Nachwuchs. In bisher 44 Super-League-Spielen erzielte er vier Tore. Noch im Juli befand die aktuelle sportliche Führung: Das reicht nicht für den FCB, Itten spielt ein weiteres Jahr in Luzern.

Zwei Monate später ist alles anders. Vor anderthalb Wochen bittet FCL-Sportchef Remo Meyer Itten zum Gespräch, offenbart ihm das Interesse seines Stammvereins. Die Basler vermissen physische Präsenz im Angriff. Und die bringt Itten mit. Er ist fast 1,90 Meter gross, bullig. Also hört Itten zu, als Meyer redet, bespricht sich danach mit seiner Familie und schläft eine Nacht drüber. «Aber eigentlich war mir von Anfang an klar, dass ich die Chance nutzen will», erklärte er gestern.

Und das macht er. In der 63. Minute kommt er im Cup für Elyounoussi ins Spiel, knapp fünf Minuten, nachdem Eder Balanta wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog. Zuerst provoziert Itten Rot für Delli Carli (wegen Notbremse), dann lenkt er eine Flanke von Bua zum 1:0 ins Tor. Das Siegtor. «Es ist unglaublich», sagte er.

Natürlich tut es jedem Stürmer gut, wenn er mit einem Tor in ein neues Abenteuer startet. Umso mehr, wenn es ein so wichtiges ist. Aber letztlich erwartet man das ja von einem Stürmer. Auch wenn Itten nur wenig mehr als eine Saison Super League in den Beinen hat. Und eigentlich noch Zeit bräuchte, um sich ohne Druck zu entwickeln.

Basel aber hat keine Zeit. Es muss besser werden. Sofort. Das erwartet man vom Serienmeister. Itten behauptet, dass er diesen Druck nicht spüre, weist darauf hin, dass es nach solch grossen Umstellungen, wie sie der FCB durchgemacht hat und durchmacht, klar sei, dass nicht immer alles funktioniere. Er sehe das Team auf gutem Weg. Offenbar hat er gut zugehört, als seine Vorgesetzten nach dem Manchester-Spiel sprachen.