Das erste Opfer der Krise

Der FC Basel erklärt, warum er Edon Zhegrova nicht fest verpflichten kann

Der FCB kann und will sich Flügelstürmer Edon Zhegrova in diesen Tagen nicht weiter leisten. Der Kosovare muss deswegen nach dem Ende seiner Leihe in diesem Sommer zurück nach Genk.

Jakob Weber
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Beim 3:0 gegen YB machte Edon Zhegrova sein bestes Spiel für den FC Basel.

Beim 3:0 gegen YB machte Edon Zhegrova sein bestes Spiel für den FC Basel.

CH Media

Dass der FCB diese Woche die Frist für die Kaufoption von Flügelstürmer Edon Zhegrova verstreichen liess, sorgte in Fankreisen für Unverständnis. Die kolportierten 3,5 Millionen Franken seien für einen spektakulären Spieler wie ihn doch angemessen und der Kosovare einer, den der FCB später für deutlich mehr Geld hätte weiterverkaufen können, so der Tenor.

Doch Investitionen von Spielern stehen beim FCB aktuell nicht zuoberst auf der Agenda. In Zeiten, in denen wegen der Coronakrise Zuschauer, Sponsoren und TV-Einnahmen fehlen und ganz auszufallen drohen und in denen der FCB für seine Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt hat, sind andere Dinge wichtiger. Auf Anfrage der bz, warum die Kaufoption bei Zhegrova nicht gezogen wurde erklärt FCB-CEO Roland Heri: «In dieser Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit erachtet der Verwaltungsrat der FC Basel eine Investition in substanzieller Höhe für nicht opportun. Die unternehmerische Absicherung des Klubs und der Arbeitsplätze aller Mitarbeitenden steht aktuell im absoluten Fokus aller Anstrengungen des Verwaltungsrates.»

Diese Aussage zeigt zum einen, dass der FCB Solidarität vorlebt und sich zuerst um jene kümmert, die seit Jahren im Hintergrund arbeiten. Zum anderen zeigt es aber auch, dass die Coronakrise bereits jetzt direkte Folgen für den FC Basel hat. Denn er will und kann sich Edon Zhegrova offenbar nicht länger leisten, obwohl dieser sich gut entwickelt hat. Nach Startschwierigkeiten wurde der dribbelstarke Flügelstürmer dank seiner überraschenden Aktionen sogar so etwas wie ein Publikumsliebling.

Zhegrova selbst wäre gerne beim FCB geblieben, doch Nachverhandlungen wird es wohl nicht geben. Zhegrovas Berater sagte gegenüber dem «Blick»: «Edon wird zum KRC Genk zurückkehren. Dort hat er einen gültigen Zweijahresvertrag.» Das sei schade, denn der FCB hätte mit ihm Gewinn gemacht. Doch um Gewinn geht es in diesen Tagen nicht.