FC Basel

Der Heimkehrer – Marcel Herzog wird Talentmanager beim FC Basel

Sechseinhalb Jahre nach dem Abgang beim FCB ist Marcel Herzog zurück in seinem Heimatverein. «Das hier ist Heimat. Das ist mein Herzensverein, mit dem ich seit klein auf verbunden bin.»

Céline Feller
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Per Januar 2019 zum FCB zurückgekehrt: Marcel Herzog (auf dem Bild mit seiner älteren Tochter).

Per Januar 2019 zum FCB zurückgekehrt: Marcel Herzog (auf dem Bild mit seiner älteren Tochter).

Keystone

St. Gallen, Ostschweiz, im vergangenen Jahr. Immer wieder denkt Marcel Herzog an den FC Basel. An den Klub, für den er in der U21 15 Spiele bestritt und bei dem er in der Saison 2011/2012 als dritter Goalie zu einem Einsatz kam. Seine Gedanken kreisen um diesen Verein. Und das, obwohl Herzog beim FC St. Gallen angestellt ist. Seit sechseinhalb Jahren schon, zuerst als Goalie, dann als Verantwortlicher Persönlichkeitsentwicklung, seit Januar 2018 als Talentmanager. Herzog fühlt sich wohl in der Ostschweiz, die Familie hat sich in Gossau eingelebt.

Auch deshalb zögert er lange, als im Sommer 2018 ein Anruf kommt. Der FCB möchte seinen ehemaligen Spieler zurückholen. Beim FCB soll er ebenfalls als Talentmanager arbeiten. «Für mich war schnell klar, dass ich das unbedingt machen will. Aber ich hatte erst ein halbes Jahr zuvor meine Stelle beim FC St. Gallen angetreten und das Vertrauen der neuen Führung bekommen.» Er wollte sein Projekt nicht einfach wieder abbrechen. Weil er spürte, dass auch der FCSG sich in Aufbruchstimmung befand. «Und weil ich keiner bin, der einfach wegrennt, wenn etwas Neues kommt.»

«Wenn sich dann jemand langsam zu öffnen beginnt, gibt mir das viel. Das nehme ich mit. Schliesslich gibt es keine Tabletten, die man jemandem geben kann, damit er einem vertraut.»

Nach langem Ringen entscheidet er sich trotzdem für den Wechsel. Seit Januar dieses Jahres ist er FCB-Talentmanager. «Die Verbindung mit den Leuten, die hier arbeiten, ist gross. Auch die Ziele, die sie haben und die wir nun gemeinsam verfolgen, haben mich überzeugt.» Beim FCB soll Herzog die jungen Talente weiterbringen, sie fördern, ihre Defizite erkennen, die Belastung mit Schule und Sport regulieren. «Ich sehe mich als Koordinationsstelle und als Vertrauensperson, die die jungen Spieler im Blick hat.» Bis in die U15 wird er wirken, versuchen, eine Bindung zu den Junioren aufzubauen.

«Das Wichtigste ist, dass sie merken, dass sie mir vertrauen können und wir uns auf Augenhöhe begegnen.» In seinem Jahr in St. Gallen habe er gemerkt, wie überrascht gewisse Spieler sind, wenn ihnen jemand zuhört. «Wenn sich dann jemand langsam zu öffnen beginnt, gibt mir das viel. Das nehme ich mit. Schliesslich gibt es keine Tabletten, die man jemandem geben kann, damit er einem vertraut. Das muss alles aufgebaut werden.»

«War immer Ziel und Traum zum FCB zurückzukehren»

Hilfreich sind für den 38-Jährigen dabei einerseits sein Bachelor in Psychologie, «weil mir das hilft, Dinge einordnen zu können und gewisse Situationen gelassener anzugehen.» Andererseits sind es seine eigenen Erfahrungen, die ihm helfen. Nachdem er bei seinem Dorfklub FC Bubendorf angefangen hatte, kickte der Baselbieter für Concordia und den FCB, bevor er beim FC Schaffhausen seinen Durchbruch schaffte. Er wechselte zum MSV Duisburg – aber setzte sich dort nie durch. Auch nach seiner Rückkehr zum FCB und in seiner Zeit beim FC St. Gallen kam er nie über die Rolle des Ersatzes oder des Jobsharers hinaus. «Das hilft mir, um meine Gedanken zu sortieren. Ich weiss jetzt, dass es für vieles Gründe gab und ich vieles anders hätte machen können.»

Im Nachhinein, sagt Herzog, hätte er weniger nach links und rechts schauen sollen «und mehr auf mich, dass es vor allem für mich stimmt». Vielleicht sind es auch diese Erfahrungen, die mitschwingen bei Herzogs Entscheid, St. Gallen zu verlassen und zum FCB zu kommen. Zurück in die Region, in der er aufgewachsen ist. «Es war immer ein Ziel und ein Traum für mich, zum FCB zurückzukehren. Das hier ist Heimat. Das ist mein Herzensverein, mit dem ich seit klein auf verbunden bin. Daher wollte ich diese Chance unbedingt wahrnehmen.»