Der Mythos lebt: Der FC Sion ist Cupsieger 2015!

13. Cupfinal, 13. Triumph für den FC Sion! Auch der FC Basel konnte die Walliser nicht stoppen. Im Gegenteil: Er war chancenlos. Konaté, Fernandes und Carlitos schossen die Tore zum 3:0-Sieg von Sion.

Ruedi Kuhn (Text) und Adrian Gottwald (Liveticker)
Drucken
Teilen
Live-Ticker FCB-Sion
16 Bilder
Edmilson Fernandes hat getroffen.
Kurz nach der Pause zünden die Sion-Fans Pyros.
Roter Rauch steigt über dem Joggeli auf - der Schiedsrichter muss die Partie unterbrechen.
Sion-Trainer Didier Tholot spricht zu den Anhängern seines Klubs.
Die beiden Mannschaften schenken sich nichts.
Captain Marco Streller schwört sein Team vor dem Spiel ein.
Davide Calla mit einer akrobatischen Einlage.
Wie Walliser Fans reisten zahlreich nach Basel.
Christian Constantin sieht von der Tribüne aus genau hin.
Prominenter Basel-Fan: Roger Federer neben FCB-Präsi Bernhard Heusler.
Marco Streller wird in seinem letzten Spiel für den FCB hart angegangen.
Fabian Schär geht hart in den Zweikampf.
Objekt der Begierde: Diesen Pokal wollen beide Mannschaften holen.
Moussa Konaté schiebt den Ball zum 1:0 in die Maschen.
Der Senegalese hat einmal mehr seinen Torriecher unter Beweis gestellt.

Live-Ticker FCB-Sion

Keystone

Christian Constantin kann es kaum glauben. Nach einer Stunde führt sein FC Sion vor 35 674 Zuschauern im St. Jakob-Park gegen den FC Basel 3:0. In Worten: drei zu null. Gratulationen will der Präsident des FC Sion allerdings noch keine entgegennehmen.

«Noch haben wir nicht gewonnen», sagt Constantin Sekunden nach dem herrlichen Kopfballtor von Carlitos. «Noch ist es nicht vorbei. Ein Fussballspiel kann schnell kippen. Schiesst Basel ein Tor, beginnt für uns das grosse Zittern.»

Aber Constantin muss nicht zittern. Im Gegenteil. Der Sonntag, 7. Juni 2015, wird für den Alleinherrscher des FC Sion zum Freudentag. Der Klubboss sitzt auf der Haupttribüne mitten unter den Fans in Rot-Weiss-Rot und erlebt einen entspannten Nachmittag.

Constantin geniesst das Bad in der Menge. Ein Küsschen da, ein Küsschen dort, eine Umarmung da, eine Umarmung dort. Dann ist Schluss. Das 3:0 für den FC Sion ist Tatsache! Täuscht der Eindruck, oder kullert da wirklich die eine oder andere Träne über Constantins Wangen?

Einfach unbesiegbar

Seis drum; Constantin lässt sich feiern. Worte findet er fürs Erste keine. Nach einer Ehrenrunde im Stadion kehrt er mit dem Pokal zurück, lächelt sanft und sagt: «Es ist grandios. Siebenmal habe ich als Präsident des FC Sion den Cup gewonnen. Von den Emotionen ist das vielleicht der schönste Erfolg.»

Ein Kompliment macht Constantin den Walliserinnen und Wallisern: «Die Unterstützung war einmalig, beinahe besser als in einem Heimspiel.» Was er in der Freude fast vergisst: Nach der Pause musste er einen Teil der Sion-Fans beruhigen, als sie fast den Spielabbruch provozieren. Constantin tobte: «Solche Fans sind die Scheisse des Fussballs.»

Der Grossteil der Fans verhält sich aber korrekt. An die 20 000 Anhänger aus dem Ober- und Unterwallis sorgen mit Pauken, Trompeten, Trommeln und Sprechchören dafür, dass sich die Mannschaft von Trainer Didier Tholot an einem Heimspiel wähnt. Sie alle sind in aller Frühe nach Basel gereist. Im Wissen, dass ihre Lieblinge einen Cupfinal nicht verlieren können. Wer zwölfmal in Serie siegt, der siegt auch im 13. Anlauf: unbesiegbar!

Gesagt, getan: Sion-Trainer Didier Tholot spricht nach dem Triumph gegen den Meister mit Bewunderung von seinem Team. «Unser Ziel war es, Basel mit Pressing unter Druck zu setzen», erklärt der Franzose. «Das ist uns gelungen. Ich habe eine Gruppe mit richtigen Wettkampftypen», fügt Tholot hinzu. «Wir haben in der Vorbereitung auf den Cupfinal alles richtig gemacht. Sogar bei der Auswahl der Musik auf dem Weg nach Basel haben wir nichts dem Zufall überlassen.»

Tore der Extraklasse

Nicht nur Tholot, auch Reto Ziegler ist die Freude ins Gesicht geschrieben. «Jetzt wird gefeiert. Das haben wir uns verdient. Schliesslich haben wir mit dem FC Basel die Nummer eins in der Schweiz von A bis Z dominiert.»

Tatsächlich brennt der FC Sion gegen den Meister ein Feuerwerk ab. Die Walliser drängen den überforderten Gegner von Anfang an in dessen Platzhälfte zurück und lassen ihm kaum Zeit zum Atmen. Die Tore von Ausnahmekönner Moussa Konaté (18.), Talent Edimilson Fernandes (50.) und Dribbelkünstler Carlitos (60.) sind die logische Folge der klaren Überlegenheit.

Was Konaté, Carlitos und Edimilson zeigten, ist Extraklasse. So verdienen sich die Sion-Spieler die Prämien für den Cupsieg und die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League redlich. Glaubt man Gerüchten, soll jeder Profi der Walliser von Präsident Christian Constantin 50 000 Franken erhalten.

Basel - Sion 0:3 (0:1)

St.-Jakob-Park, Basel. - 35'674 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hänni. - Tore: 18. Konaté (Carlitos) 0:1. 50. Edimilson Fernandes (Carlitos) 0:2. 60. Carlitos (Zverotic) 0:3.

Basel: Vailati; Xhaka (74. Delgado), Schär, Suchy, Traoré; Frei; Gashi, Elneny, Zuffi, Callà (53. Hamoudi); Streller (74. Albian Ajeti).

Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Carlitos, Kouassi, Salatic, Edimilson Fernandes (73. Perrier); Assifuah (75. Follonier), Konaté (85. Christofi).

Bemerkungen: Basel ohne Derlis Gonzalez (Nationalmannschaft Paraguay), Embolo (gesperrt), Ivanov (verletzt), Degen, Arlind Ajeti und Kakitani (alle nicht im Aufgebot). Sion ohne Herea, Vidosic, Ramirez (alle nicht im Aufgebot), Ndoye und Ferati (beide rekonvaleszent). Beginn der 2. Halbzeit mit 15 Minuten Verspätung wegen dem Zünden von Pyrotechnik in Sions Fan-Sektor. - Verwarnungen: 46. Gashi. 64. Frei. 71. Zverotic (alle Foul).

Der Liveticker zum Nachlesen: