Schwingen

Eine Studie soll zeigen, ob Aesch Kandidat für das «Eidgenössische» ist

Die Baselbieter Schwinger stimmten an ihrer Generalversammlung einer Machbarkeitsstudie zu. Es war eine Abstimmung, die für die Gemeinde Aesch historische Folgen haben könnte.

Andreas Fretz
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Zustimmung an der GV: Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, ob Aesch Kandidat für das «Eidgenössische» ist.

Zustimmung an der GV: Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, ob Aesch Kandidat für das «Eidgenössische» ist.

Kurt Nef/ZVG

Die Frage war äusserst vorsichtig formuliert: «Wollen wir zumindest prüfen, ob ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest erstmals im Baselbiet möglich ist?», stand auf dem Projektor geschrieben. So zurückhaltend die Formulierung, so überwältigend fiel die Zustimmung der 85 Stimmberechtigten des Basellandschaftlichen Kantonal-Schwingerverbands (BLKSV) aus. «Ich habe noch selten so viele Hände so energisch in die Höhe schnellen sehen», freute sich BLKSV-Präsident Urs Lanz hinterher. Neben einigen Enthaltungen gab es nur eine Gegenstimme. «Aber natürlich gab es auch kritische Voten», sagt Lanz. Zumal in Basel mit dem St.-Jakob-Park eine valable Alternative besteht.

Alle 90 Jahre eine Chance

Die Chance, ein «Eidgenössisches» im Baselbiet auszutragen, ist etwa so selten wie die Aussicht auf eine totale Sonnenfinsternis. Die fünf nationalen Teilverbände wechseln sich im Turnus ab. Demnach ist der Nordwestschweizer Teilverband alle 15 Jahre an der Reihe. Die Nordwestschweizer (Aargau, Solothurn, Basel/Baselland) wechseln sich wiederum ab. Daraus folgt, dass die Region Basel/Baselland alle 45 Jahre das «Eidgenössische» austrägt. Wenn sich nun auch Basel und Baselland abwechseln, bietet sich dem Baselbiet alle 90 Jahre die Chance, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest auszutragen.

«Wenn wir selbst noch ein ‹Eidgenössisches› auf Baselbieter Boden erleben wollen, so ist 2022 unsere einzige Chance», sagt Lanz. In der Tat wäre es eine Premiere. In Basel dagegen fand das «Eidgenössische» bereits dreimal statt (1898, 1929 und 1977). Mit dem «Ja» zur Machbarkeitsstudie ist nun ein erster von vielen Schritten getan.

Vier Standorte geprüft

Im Juli 2013 diskutierten die Präsidenten der Baselbieter Schwingklubs erstmals über die Austragung des ESAF. An der Generalversammlung wurde nun über bereits durchgeführte Standortanalysen informiert. Martin Kolb, Leiter des Amts für Raumplanung BL, und Thomas Beugger, Leiter Sportamt BL, wirkten dabei mit. Geprüft wurden die Standorte Salina Raurica, Liestal-Bubendorf, Laufen und Aesch. Die ersten beiden Standorte erwiesen sich als zu klein. Laufen fiel beim Verkehrskonzept aus dem Rennen. Als Standort hat sich aufgrund der ausreichenden Grösse (50 Hektare) und nicht zuletzt wegen der Anbindung an den öffentlichen Verkehr Aesch (Löhrenacker) als am geeignetsten erwiesen. Zum Vergleich: Beim letzten «Eidgenössische» 2013 in Burgdorf sassen 55 000 Zuschauer in der Arena, die Fläche betrug 70 Hektare.

Die Idee wurde bereits dem Aescher Gemeinderat vorgestellt. «Sie waren sehr angetan, aber auch überrascht von den Dimensionen», sagt Lanz. Die Grundstückbesitzer wurden schriftlich informiert, Gespräche haben noch nicht stattgefunden. «Es ist klar, dass wir sie entschädigen würden und ihren Willen akzeptieren», sagt Lanz.

Resultate in einem Jahr

Wie geht es nun weiter? Im Laufe des kommenden Jahres wird eine Machbarkeitsstudie realisiert. Wer diese durchführt, wird in den nächsten Wochen entschieden. Budgetiert sind dafür 10 000 Franken. An der nächsten GV im November 2015 wird das Ergebnis dieser Studie vorgelegt. Kommt sie zum Schluss, dass ein ESAF im Baselbiet nicht möglich ist, steht der St.-Jakob-Park als Alternative. Gibt die Studie indes grünes Licht, wird ein Kandidatur-Komitee für Aesch zusammengestellt. Ziel der Baselbieter und Basler Schwinger ist es freilich, wenn die Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Verbandes im März 2018 den Austragungsort des ESAF 2022 bestimmt, nur eine Kandidatur vorzulegen und gemeinsam hinter dem Projekt zu stehen.