2. Liga inter

Ende gut – und auch fast alles gut

Erfolgserlebnisse und Enttäuschungen bei den Basler Mannschaften - ein Rückblick auf die Saison 2014/15 mit den sechs regionalen Teams.

Georges Küng
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Zur Sache gings beim 3:2 von Dornach gegen Liestal Ende März zwischen Dornachs Cihad Kahrman und Liestals Goalie Sandro Keller.

Zur Sache gings beim 3:2 von Dornach gegen Liestal Ende März zwischen Dornachs Cihad Kahrman und Liestals Goalie Sandro Keller.

Roland Schmid/Archiv

Am Samstagabend, genau um 19.45 Uhr, endete die Partie FC Dardania gegen den SC Dornach auf dem Rankhof. Trotz des 3:0-Erfolges herrschte bei Dardania keine Freude, denn der Aufsteiger wusste, dass der Sieg nicht reichte, um den Ligaerhalt in extremis zu schaffen. Denn Mitkonkurrent Kilchberg-Rüschlikon hatte in Beringen mit 2:1 gesiegt, sodass die Basler Kosovaren wieder in die 2. Liga regional absteigen müssen. Obwohl ihre spielerische Substanz für die interregionale Klasse reichen würde.

Lange Zeit waren Dornach und der FC Allschwil in der Spitzengruppe. Die Solothurner überwinterten gar auf Rang 2 und durften mit einem Aufstieg in die 1. Liga flirten. «Der Klubleitung war bewusst, dass wir eine optimale Vorrunde gespielt haben und wir liessen uns von der hervorragenden nicht blenden», so Hans Peter Bussmann, Vorstandsmitglied des SC Dornach.

Und in der Tat kam die Elf von Trainer Roland Sorg und Assistent Sehid Sinani – der Laufner schnupperte einst mit dem FC Thun Champions-League-Luft gegen Ajax Amsterdam, Arsenal und Sparta Prag – in der Rückrunde nicht mehr auf Touren. Dornach holte noch 13 Punkte und hätte in einer separaten Rangliste der zweiten Hälfte den 13. Rang, unter 14 Teams, belegt. Dennoch waren die Dornecker die am besten klassierte Regio-Mannschaft in der 2. Liga inter, Gruppe 5.

Keine Mannschaft erzielte so viele Tore wie Allschwil mit 71. In den torreichsten Matches war der FC Allschwil stets involviert. Der verdiente Lohn für diese attraktive, offensive Spielweise war Platz 5, punktgleich mit Dornach.

Junge Equipe überraschte

Auch der SV Muttenz überraschte positiv. Mit einer Equipe, in welcher der Grossteil der jungen Akteure aus den eigenen Reihen stammt, schaffte es Trainer Björn Ulli, die Mannschaft immer im gesicherten Mittelfeld zu halten. Die Baselbieter hatten stets genügend Abstand zu den Relegationsplätzen. Nun wechselt Ulli zum Erstliga-Absteiger FC Concordia – und es ist anzunehmen, dass der ambitionierte Jungtrainer beim Traditionsklub ebenfalls mit jungen Leuten arbeiten muss.

Vor der Saison wollte der FC Liestal um den Aufstieg mitspielen und zu einer Art «l’équipe à battre» werden. Davon waren die Kantons-Hauptstädter weit entfernt. Vielmehr machte Liestal mit Trainerentlassungen, Spielerfluktuationen und Dissonanzen rund um die Klubleitung auf sich aufmerksam.

Zeitweise war man den Abstiegsplätzen bedrohlich nahe, doch eine anständige Rückrunde führte dazu, dass Liestal mit Platz 9 und 33 Zählern das Minimalziel erreicht hat. Für das Oberbaselbiet wäre es wichtig, im FC Liestal über einen starken Verein zu verfügen, der sich nicht nur zum Leistungsfussball im Nachwuchs bekennt, sondern auch eine Sogwirkung mit Zentrumsfunktion ausübt.

«Mussten Reissleine ziehen»

Der SC Binningen kam nie in die Gänge und belegte des öftern einen der drei Relegationsplätze. Die Klubleitung löste dann jenen Mechanismus aus, der weltweit praktiziert wird. Trainer Diego Vigorito wurde seines Amtes enthoben – und mit Alain Burger wurde sein Vorgänger als «Retter in höchster Not» installiert.

Burger, im Klub eine Art «Institution» und seit je beim SC Binningen aktiv, legte mit dem Team einen beeindruckenden Endspurt hin, sodass der SCB bereits drei Runden vor Meisterschaftsende den Ligaerhalt sicher hatte. «Das Minimalziel war geschafft. Und die Situation im März hatte es nötig gemacht, dass wir Reissleine ziehen mussten», so die Klubtechniker.

Mit dem NK Pajde Möhlin, in der Regio-Szene auch als «Rakitic-Klub» bezeichnet, dem regionalen Zweitliga-Meister, und Erstliga-Absteiger Concordia werden in der Saison 2015/16 sieben regionale Klubs in der 2. Liga interregional spielen. Dies ist seit Bestehen dieser Spielklasse mit der Saison 2000/01 absoluter Rekord. Vor 15 Jahren hiessen die Regio-Mannschaften übrigens FC Basel U21, BSC Old Boys und FC Nordstern. Dieser ist vor vier Wochen definitiv in die 4. Liga abgestiegen.