Eishockey

Innert weniger Sekunden die Chance zum Ausgleich verspielt

Die Basel Sharks verlieren Spiel 4 im Playoff-Viertelfinal gegen Langenthal mit 3:4 und liegen damit in der Serie nun mit 1:3 zurück. Bis drei Minuten vor Schluss lagen die Einheimischen noch in Führung.

Martin Merk
Drucken
Teilen
Die Basler Greentree und Gartmann kämpfen mit Drommen (v.l.n.r.) um den Puck.U. Zinke

Die Basler Greentree und Gartmann kämpfen mit Drommen (v.l.n.r.) um den Puck.U. Zinke

Die EHC Basel Sharks standen dem 2:2-Ausgleich in der Best-of-7-Viertelfinal-Serie gegen den SC Langenthal nahe, gaben jedoch in den Schlussminuten einen weiteren Sieg aus der Hand und verloren 3:4.

Die Sharks vermochten den Schwung vom 4:2-Auswärtserfolg in Langenthal am vergangenen Dienstag nicht ins gestrige Spiel mitzunehmen. Nach etwas mehr als drei Minuten lenkte SCL-Topscorer Jeff Campbell ein Schüsschen Marc Schefers von der blauen Linie ab. Urban Leimbacher, der Schlussmann der Sharks, kam noch ran, vermochte den Gegentreffer aber nicht zu verhindern.

Fast wie die Russen

Chancen zum Ausgleich eröffneten sich Minuten später. Die vor allem weil die für ihre harte Spielweise bekannten Langenthaler die Gratwanderung zwischen Härte und fehlender Disziplin nicht immer fanden. Dass die Playoffs mit zwei statt einem Schiedsrichter gepfiffen werden und vier Augen etwas mehr sehen als zwei, kam den Gästen derlei nicht entgegen, etwa als Joël Fröhlicher nach einer Grosschance Brandon Bucks dem Kanadier einen völlig unnötigen Ellbogencheck zufügte.

Die Basler vermochten aus der doppelten Überzahlsituation aber wenig zu machen. Sie sorgten zwar mit Pässen für Aufregung in der gegnerischen Abwehr, doch fehlte es an der Präzision, um die Offensiv-Kreationen in Zählbares zu verwandeln. Die Sharks erinnerten fast ein bisschen an die Russen in Sotschi, die mit ihren unterhaltsamen Einzelaktionen letzte Woche auf heimischem Eis kläglich scheiterten.

Heinis fiel aus

20 Sekunden vor Drittelsende kassierten die Basler einen weiteren Gegentreffer durch Marc Kämpf. Dies just, als sie selbst ein doppeltes Unterzahlspiel überstanden hatten. Erst nach der Pause schienen sich die Sharks zu erholen und auf ihre kämpferischen Tugenden zu besinnen. Sie verloren zwar mit Louis Heinis einen Verteidiger, weil sich dieser beim Aufprall auf dem Eis eine Nasenverletzung zuzog. Dies, nachdem ihn Daniel Carbis in den Rücken gecheckt hatte. Dafür rächten sich die Basler mit einer Steigerung im Überzahlspiel, mehr Störarbeit und der Bereitschaft, auch «hässliche» Tore zu schiessen. Buck und Michel Riesen sorgten bei Spielmitte mit einem Doppelschlag im Powerplay für den Ausgleich.

Arnolds Führungstreffer

Ein allein gelassener Eric Arnold brachte die Basler in der 49. Minute nach einem geblockten Schuss erstmals in Führung und es sah lange gut aus bis drei Minuten vor Schluss Campbell erneut mit einem Ablenker traf. Eine Minute später schlug der Langenthaler Paradeblock erneut zu. Stefan Tschannen erzielte 106 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer, auf welchen die Sharks keine Antwort mehr hatten.

Damit führen die Langenthaler in der Serie mit 3:1 und können im Heimspiel vom Sonntag den Sack zu machen. Falls den Sharks erneut ein Auswärtssieg gelingen sollte, käme es am Dienstag (20:00) zu einem sechsten Spiel.