Kampfsport

«Kung-Fu ist nicht gefährlich»

Wer letzten Sonntag auf den grösseren Strassen durch Münchenstein fuhr, wurde früher oder später mit den Pfeilen mit der Aufschrift «Swiss Wushu» konfrontiert. Denn: In Münchenstein wurde die Schweizer Meisterschaft im Kung-Fu ausgetragen.

Alan Heckel
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Simon Jenisch (Schwarz) und Ivan Costa (Rot) während ihres Kampfes an der Schweizer Meisterschaft. niz

Simon Jenisch (Schwarz) und Ivan Costa (Rot) während ihres Kampfes an der Schweizer Meisterschaft. niz

Machte man sich die Mühe, den Pfeilen zu folgen, fand man sich vor dem Kuspo wieder, wo in diesem Jahr die Schweizer Meisterschaft im Kung-Fu stattfindet. Der betriebene Aufwand der Ning Mui Gong Fu Schule Basel, die den Anlass zum dritten Mal nach 2005 und 2006 durchführt, wird den Erwartungen mehr als gerecht.

Wo man auch hinschaut, erblickt man die in rot-schwarz gekleideten Helferinnen und Helfer. Insgesamt 72 Leute aus der Schule und deren Umfeld sind in den verschiedensten Bereichen im Einsatz. Einer von ihnen ist OK-Mitglied Simon Butscher, der gemeinsam mit Alain Stopnicer für die Medienbetreuung zuständig ist. Die Schweizer Meisterschaft sei zum einen eine gute Gelegenheit, die rund 200 Athleten der nationalen Elite in ihrem Element zu erleben. «Daneben ist es auch eine Möglichkeit der Schule, den Leuten unsere Sportart näher vorzustellen. Ihnen zu zeigen, dass Kung-Fu nicht nur Kampf, sondern auch Formen umfasst», erklärt der Dornacher.

Vorführung der Ning-Mui-Schule

Im Showblock zur Mittagszeit haben die Mitglieder von Ning Mui Basel schliesslich ihren grossen Auftritt, als die 95 Kinder und 35 Erwachsenen dem zahlreich erschienenen Publikum das Repertoire der Schule präsentieren. Auch Butscher ist zufrieden und hofft, dass damit das Vorurteil, Kung-Fu sei, sei gefährlich, bei den Zuschauern ausgeräumt worden sei. «Im Kampfbereich gibt es zwar ab und zu Nasenbluten, aber keine wirklichen Verletzungen. Dafür sorgen allein schon Schienbeinschoner, Tiefschutz, Brustkorbschutz, Handschuhe und Helm», zählt der 21-Jährige auf.

Am Vormittag waren mit Helen Ettlin (Basel), Patrick Hablützel (Binningen) und Butscher drei der vier Athleten der Basler Schule im Einsatz gestanden und hatten Taolu-Formen zum Besten gegeben. Am späten Nachmittag wird mit Stefan Pfeiffer der vierte und letzte Ning-Mui-Exponent zum Einsatz kommen. Der 38-Jährige hat im Showblock mitgewirkt, gegessen und sich danach zurückgezogen, «um runter zu kommen», wie er sagt. Trotz seiner Routine ist der Mann aus Rheinfelden (D) vor der Aufführung einer Taiji-Form nervös, «denn die Zeit geht einfach nicht rum».

Im Gegensatz zu seinen Schulkollegen hat der Deutsche immerhin im Vornherein die Gewissheit, eine gute Platzierung zu erreichen, hat er doch nur einen Konkurrenten. «Das erfüllt mich mit Wehmut. Doch Taiji steckt noch in seiner Entwicklung und es wird noch drei, vier Jahre dauern, bis es mit den traditionellen Stilen mithalten kann», so Pfeiffer.