Fussball 2. Liga inter

Liestal will mit Franco Miele aus der Krise finden

Nach dem fulminanten Rückrundenstart mit dem 8:0-Kantersieg über Beringen hebt der neue Liestal-Trainer Franco Miele den Mahnfinger.

Nicola Imfeld
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Franco Miele will den FC Liestal aus dem Tief führen.

Franco Miele will den FC Liestal aus dem Tief führen.

Nicola Imfeld

Am vergangenen Samstag laufen die letzten Minuten im Stadion Gitterli. Das erste Spiel der Rückrunde ist schon lange entschieden, es sind bereits acht Tore gefallen. Auch im letzten Spiel der Hinrunde konnten die Zuschauer acht Treffer bestaunen. Am 1. November 2014 unterlag Liestal dem FC Allschwil mit 1:7. Ein Déjà-vu im Gitterli? Mitnichten! Die Anhänger des FC Liestal reiben sich verwundert die Augen. Ihre Truppe führt mit 8:0 gegen Beringen. Der Schiedsrichter bläst ein letztes Mal in seine Pfeife – geschafft. Ein Befreiungsschlag.

Der Vorstand des FC Liestal hat zu Beginn der Saison den Aufstieg gefordert. Nach einer verkorksten Hinrunde mit Tabellenplatz neun folgte der dritte Trainerwechsel der Saison. Auf Massimo Saracino, der bereits Anfang September 2014 entlassen worden war, und der Interims-Lösung Matthias Kretschmer folgte Boris Zimmermann. Er übernahm den FC Liestal drei Tage vor dem Cupspiel gegen den FC Zofingen, das später 1:3 verloren ging. Kurz darauf war auch Zimmermann wieder Geschichte, «aus persönlichen Gründen», wie er im Januar mitteilte.

Umschwung in Gran Canaria

Der vierte Trainer der Saison ist eine interne Lösung. Franco Miele, der in der Hinrunde noch Assistenztrainer war, wurde als neuer Cheftrainer ernannt. «Eine neue Herausforderung, auf die ich aber nicht spekuliert habe», sagt Miele. Der 38-jährige konnte bereits in den Vorbereitungsspielen erste Erfolge feiern.

«Wir waren eine Woche in Gran Canaria im Trainingslager. Diese Zeit hat uns zusammengeschweisst.» Dass sein Team zum Rückrundenstart einen 8:0-Kantersieg feiern konnte, hat dann aber auch Miele überrascht. «Am vergangenen Samstag hat einfach alles gepasst. Wir spielten effizient und beanspruchten das Glück für uns. Solche Spiele kommen höchstens zweimal pro Saison vor.»

Liestal will die Klasse halten

Bei Liestal hat man die Ziele für die Rückrunde zurückgestuft. Nun zählt nur noch der Klassenhalt. Der Italiener möchte dies mit einem ausgewogenen Spiel erreichen. «Wenn man gegen den Abstieg kämpft, kann man nicht auf Teufel komm raus spielen. Wir wollen uns auf unsere Stärken besinnen.» Mit dem Abgang von Florian Hengel zu den Black Stars verloren die gebeutelten Liestaler ihren besten Stürmer.

Auch Miele attestiert seinem Ex-Schützling grosses Potenzial. «Er war ein wichtiger Spieler von uns. Ich hätte ihn gerne in meiner Mannschaft gehabt. Aber wir haben auch noch andere Jungs von seinem Format, die uns noch viel Freude bereiten werden.»

Mit dem Kader nicht zufrieden

Miele steht ein schmaler Kader zur Verfügung. Nur gerade 19 Spieler befinden sich in der ersten Mannschaft. «Ich bin mit der Quantität des Kaders nicht zufrieden. Wir hatten viele Abgänge und nur einen Zuzug. Es braucht nun auch etwas Glück, dass wir ohne Verletzte durch die Rückrunde kommen.»

Morgen (Rankhof, 15 Uhr) geht es für Liestal gegen den FC Dardania weiter. Die Basler sind Zweitletzter und kämpfen ebenfalls gegen den Abstieg. Trotz des fulminanten Starts warnt Miele vor dem Gegner. «Es wird eine knappe Angelegenheit. Dardania hat in der Winterpause aufgerüstet. Wir dürfen uns nicht provozieren lassen und müssen kühlen Kopf bewahren.»