Miroslav Savanovics Traumeinstand bei Congeli

Der Erstligist verschafft sich nach dem 1:0-Sieg beim FC Grenchen im Abstiegskampf etwas Luft.

Daniel Weissenbrunner
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Er kam, sah und traf: Miroslav Savanovic (r.) schoss Concordia zum Sieg.

Er kam, sah und traf: Miroslav Savanovic (r.) schoss Concordia zum Sieg.

Marcel Bieri

Fussball kann qualvoll sein. Qualvoll dann, wenn zwei Mannschaften, die mit dem Rücken zur Wand stehen, aufeinandertreffen. In Grenchen fand dieses seltsame Ereignis statt. Zwei Vereine mit langer Tradition, zwei Vereine aber auch mit grossen Sorgen. Grenchen und Concordia gehören zu den Schlusslichtern in der 1. Liga Gruppe 2. Entsprechend gross war die Bedeutung beim gestrigen Duell auf dem holprigen Rasen im altehrwürdigen Stadion Brühl.

Die Partie entwickelte sich so, wie man es hatte annehmen respektive befürchten müssen. Zusammenhängende Aktionen waren Fehlanzeige. Die spielerischen Mittel bei beiden Teams ein Spiegel der Tabellensituation. Für Congeli-Trainer Peter Schädler waren diese Mängel nach Spielschluss sekundär. «Wir haben uns durchgebissen und diesen wichtigen Charaktertest bestanden. Seine jungen Spieler (Durchschnittsalter etwas über 19 Jahre) fanden schneller in die Partie und leisteten sich, im Unterschied zu den Grenchnern, weniger Ungenauigkeiten im Passspiel.

Für die entscheidende Differenz war indes ein Routinier besorgt. Neuzuzug Miroslav Savanovic traf bei seinem Debüt im Congeli-Dress kurz vor der Pause mit einem herrlich getretenen Freistoss aus 20 Metern. Der Serbe machte sich damit selber ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Savanovic feierte letzte Woche seinen 30. Geburtstag. Vielmehr freute er sich über seine gelungene Rückkehr auf die Schweizer Fussballplätze.

Weg vom Abstiegsplatz

Der Stürmer spielte vor neun Jahren bei Cham, ehe er sich auf eine abenteuerliche Reise durch mehrere Länder begab. Zuletzt stand Savanovic in Bangladesch in der höchsten Liga unter Vertrag. «Fussballspielen bei 45 Grad ist gewöhnungsbedürftig.» Der Grund für die Zusage beim Basler Erstligisten hatte mit seinem Bruder Danko zu tun, der ebenfalls bei Concordia spielt.

Mit dem Sieg verliess das Team von Peter Schädler seit langem wieder einmal die direkten Abstiegsplätze, weil Bern in Wangen mit 0:5 verlor. Miroslav Savanonic weiss genau, dass er mit seiner Erfahrung einen Teil zum Ligaerhalt betragen kann. Wohin sein eigener Weg führt, hängt wohl nicht zuletzt davon ab, wie oft er in den kommenden Wochen als Torschütze erscheint. Er will seine Karriere in der Schweiz nochmals neu lancieren.