Super League

Nach dem Schock die Gala: Basel zerlegt St. Gallen mit 5:0

Der FC Basel vermeldet erst einen Coronafall und schiesst dann Titelkandidat St. Gallen mit 5:0 aus deren Stadion. Damit rücken die Basler näher an die Ostschweizer und Platz 2 heran.

Jakob Weber
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Taulant Xhaka jubelt im strömenden Regen.
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Beim FC St. Gallen sitzt der Frust tief.
Es kommt immer wieder zu Rudelbildungen.
Van Wolfswinkel bedankt sich bei Widmer für die Vorlage.
Ein trügerisches Bild: Dem FCB muss nur in dieser Szene auf die Beine geholfen werden.
Stocker wird hart bedrängt.
Omlin erklärt Demirovic was geschieht.
Der FCB jubelt über den Treffer von Stocker.
Omlin verletzt sich bei einer Rettungstat.
St. Gallen strauchelt gehörig...
... und landet unsanft auf dem Bauch.
Das Spiel wird begleitet von einem schönen Abendrot.
Omlin hat die Lage im Griff.
Bei St. Gallen hängen die Köpfe schon vor der Pause tief.
Campo reisst das Spiel an sich.
Stocker ist für einmal nur Zuschauer.
Der Captain jagt dem Ball hinterger.
Pululu kämpft um den Ball.
Widmer ist einen Schritt schneller.
Ademi setzt seinen langen Körper ein.
Zigi kann es nicht fassen, der FCB jubelt schon wieder.
Basler Glückseligkeit: Ademi macht den Campo
Die Basler überrollen St. Gallen zu Beginn.
Marcel Koller ist vor dem Spiel guter Dinge.

Taulant Xhaka jubelt im strömenden Regen.

Freshfocus

Jetzt hat auch der FC Basel seinen ersten Coronafall. Genau viereinhalb Stunden vor dem Anpfiff in St. Gallen verschickt der Verein ein Communiqué. «Ein Spieler des FC Basel wurde positiv auf das Coronavirus getestet», heisst es. Das Spiel gegen St. Gallen findet trotzdem statt. Anders als beim FC Zürich oder bei Xamax Neuchâtel hat der FCB seine Spieler seit dem Restart nämlich dreimal vorsorglich getestet. Bis auf den betroffenen Spieler, der zuletzt nicht im Aufgebot war und dessen Name nicht genannt werden soll, waren alle anderen Tests am Dienstag negativ. Obwohl der Spieler in den letzten Tagen mit der Mannschaft trainiert hat, bewertete der zuständige Kantonsarzt die Situation als ungefährlich. Der Rest der Mannschaft muss nicht in Quarantäne, der FCB kann im Kybunpark mit der A-Elf spielen.

Marcel Koller

«Der Spieler war im Training mit dabei, hatte aber keine Symptome. Wir
werden erneut testen. In drei Tagen wissen wir Bescheid.»

Captain Valentin Stocker hatte im Vorfeld angekündigt, dass der FCB mit einem Sieg den zweiten Rang der St. Galler noch angreifen will. Und sein Trainer Marcel Koller zeigt mit seiner Aufstellung, dass auch er seinem Ex-Verein – mit dem er 2000 Meister wurde – im aktuellen Meisterschaftskampf ein Bein stellen will. Die FCB-Marschroute war also klar: Den Sechspunkterückstand mit einem Sieg halbieren.

Der FCB schockt St. Gallen mit deren eigener Taktik

Der FCB startet furios ins Spiel. Von der Auswärtsschwäche oder Verunsicherung durch den Coronafall ist rein gar nichts zu spüren. Verkehrte Welt im Kybunpark. Die sonst für ihr Startfeuerwerk bekannten St. Galler werden vom FCB überrannt. Nach vier Minuten zappelt gleich der erste Torschuss im Netz. Ademi verwertet einen Schnittstellenpass von Frei zum 1:0. Und nach dem nächsten Angriff muss St. Gallen-Keeper Zigi bereits ein zweites Mal hinter sich greifen. Campo netzt mit dem zweiten Schuss des Abends und bedankt sich bei Vorlagengeber Widmer für dessen Energieanfall mit anschliessendem Assist.

Spätestens jetzt wähnen sich die St. Galler im falschen Film. Die Härte nimmt zu. Görtler startet das Grätschfurioso. Auch Xhaka und Cömert haben Glück, dass sie weiterspielen dürfen. Jeder Zweikampf wird geführt, als fiele heute die finale Entscheidung um die Meisterschaft. Für St. Gallen mag das zutreffen. Aber dass der FCB so konzentriert und aggressiv agiert, ist doch überraschend.

Nach dem Seitenwechsel ist das herrliche Abendrot einem Sommergewitter gewichen. Es schüttet und stürmt und die St. Galler sehen, wie ihr Titeltraum weggeschwemmt wird. St. Gallen hat den Ball, aber Basel die Chancen. Nachdem Pululu kläglich vergibt, macht es Ademi in der 57. Minute besser und trifft zum 3:0. In der Schlussphase halten Stocker und van Wolfswinkel am Ende von zwei schönen Kontern den Fuss hin. Und so steht am Ende ein etwas zu hohes 5:0 auf der Anzeigetafel.

Die Entscheidung im Titelkampf? Sollte YB heute gewinnen, wären sie fünf Punkte weg. Und mit dem FCB in Schlagdistanz droht St. Gallen gar der Sturz auf Rang 3. Wenn Rotblau auch in den kommenden drei Spielen so auftritt, ist Platz 2 mehr als realistisch. Doch wichtiger als die Rangverschiebung ist eine negative Coronatestreihe Ende Woche. Denn erst dann ist gewiss, ob sich beim FCB nicht doch mehr Spieler angesteckt haben und die Durchführung dieses Spiels richtig war.

St. Gallen - Basel 0:5 (0:2)

Kybunpark. – 1000 Zuschauer. – SR: Schnyder. – Tore: 4. Ademi 0:1 (Frei). 6. Campo 0:2 (Widmer). 57. Ademi 0:3 (Campo). 84. Stocker 0:4 (van Wolfswinkel). 87. van Wolfswinkel 0:5 (Frei).

FCSG: Ati Zigi; Hefti (74. Kräuchi), Stregiou, Fazliji, Muheim (83. Rüfli); Quintilla (74. Ribeiro); Görtler (74. Staubli), Guillemenot, Ruiz (55. Bakayoko); Demirovic, Itten.

FCB: Omlin (75. Nikolic); Widmer (86. Ramires), Cömert, Alderete, van der Werff; Xhaka; Stocker (86. Isufi), Frei, Campo, Pululu (77. Tushi); Ademi (75. van Wolfswinkel).

Bemerkungen: FCB ohne Bunjaku, Oberlin, Riveros, Zuffi (alle verletzt) und Cabral (gesperrt). – Verwarnungen: 6. Görtler, 34. Widmer, 62. Demirovic, 65. Itten, 69. Ademi (alle Foul).

Die Noten zur Gala

Jonas Omlin: Note 5 Die 73. Minute wird ihm zum Verhängnis: Erst hext er doppelt, dann greift er sich sofort ans rechte Knie. Er muss raus mit Verdacht auf eine schwere Verletzung.
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Silvan Widmer: Note 5,5 Glänzt nicht nur mit seinem Solo vor dem 2:0, sondern auch mit seinem Laufpensum und Drang nach vorne über die ganze Dauer.
Eray Cömert: Note 5 Anfängliche Wackler, dann fängt er sich aber und ist immer am richtigen Ort.
Omar Alderete: Note 5 Hält gemeinsam mit Cömert die sonst so gefährliche Espen-Offensive im Damm.
Jasper van der Werff: Note 4,5 Erfüllt erneut die Aufgabe auf links. Dass ihm die Routine da fehlt, kann er nicht verbergen. Seine Fehlerchen bleiben folgenfrei.
Fabian Frei: Note 5,5 Drei Mal spielt er den letzten Pass vor dem Tor - drei Mal perfekt. Er ist wieder in überragender Form.
Taulant Xhaka: Note 5 Ein Spiel, wie es ihm gefällt: kampfbetont, intensiv, emotional. Behält Ruhe und Übersicht.
Valentin Stocker: Note 5,5 Er steht mit seiner Balleroberung am Ursprung des 1:0 und schliesslich auch am Ende des 4:0, als er trifft. Dazwischen gallig und unangenehm. Starke Darbietung des Captains.
Samuele Campo: Note 5 Ein Tor, ein Assist und ein paar Fehlpässe ergeben in der Summe eine gute Note.
Afimico Pululu: Note 4,5 Im Vergleich schwächer, weil er seine Grosschance nicht nutzt. Es ist aber ein gutes Zeichen, dass er oft nur mit Fouls zu stoppen ist.
Kemal Ademi: Note 5,5 Er trifft zum 1:0 und zum 3:0 und schnürt damit seinen zweiten Doppelpack für den FCB.
Djordje Nikolic: Note - Kommt für den verletzten Omlin in der 74. Minute. Undankbar, kalt ins Spiel zu kommen. Löst das souverän. Ist aber zu kurz im Einsatz für eine Note.
Ricky van Wolfswinkel: Note - Ersetzt Ademi in der 74. Minute. 15 Minuten reichen für den Assist zum 4:0 und den Treffer zum 5:0. Starkes Zeichen, dennoch ist er zu kurz im Einsatz für eine Note.
Tician Tushi: Note - Kommt in der 77. Minute für Pululu. In der kurzen Zeit zeigt er seine Schnelligkeit, gute Seitenverlagerungen und leitet das 4:0 ein. Eine Note gibt's dafür aber nicht.
Eric Ramires: Note - Kommt in der 84. Minute für Stocker und erhält dafür keine Note.
Elis Isufi: Note - Kommt in der 84. Minute für Alderete. Auch dafür gibt es keine Note.

Jonas Omlin: Note 5 Die 73. Minute wird ihm zum Verhängnis: Erst hext er doppelt, dann greift er sich sofort ans rechte Knie. Er muss raus mit Verdacht auf eine schwere Verletzung.

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