Judo
Nachwuchs-Talent Florian Droux: «Ich bin zurzeit fleissig am Zunehmen»

Florian Droux wurde jüngst als Basler Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet – nicht ohne Grund. Als 5-facher Junioren-Schweizer-Meister führt im Judo kein Weg am Basler vorbei. Jetzt will er sich auch in der Elite etablieren.

Jonas Burch
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Der Schüler und sein Meister: Florian Droux mit Tim Hartmann.

Der Schüler und sein Meister: Florian Droux mit Tim Hartmann.

Jonas Burch

Die Überraschung war gross, als Florian Droux den Anruf von Sandro Penta erhielt. Der Leiter des Basler Leistungssports teilte dem 18-Jährigen zum Anfang des Jahres mit, dass er für seinen «unvergleichbaren Einsatz und Ehrgeiz» als Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet werde. «Dabei hatte ich eigentlich gar keine starke Saison», sagt der Basler schmunzelnd. Das kann man gut und gerne auch anders sehen: Mit dem fünften Meistertitel bei den Junioren hat Droux seine nationale Vormachtstellung erneut untermauert.

Mehr erhofft, hatte sich der Youngster hingegen bei der Elite-SM (bis 73 kg), wo er Ende November in der 1. Runde gegen Elia Guzzi ausschied – und sich gleichzeitig am Rücken verletzte. Nach einer mehrwöchigen Pause hat Droux den Trainingsbetrieb vor wenigen Wochen wieder aufgenommen. Mit neuem Elan, Ehrgeiz und vor allem neuen Zielen. «Zurzeit bin ich fleissig am Zunehmen», sagt Droux, der zu 50% im Büro arbeitet. In der kommenden Saison will sich der Judoka in der Gewichtsklasse bis 81 kg messen. «Also sehe ich dieses Jahr vor allem als Übergangssaison an.» Vom Training her bleibt alles wie gehabt. Dafür sorgt auch Trainer Tim Hartmann, der seinen Schützling bereits seit sieben Jahren betreut. «Sein Fortschritt ist beachtlich. Deswegen ist ihm auch in Zukunft noch einiges zuzutrauen. Auch wenn er sich auf internationaler Ebene erst noch bewähren muss.»

Das Rüstzeug dazu hat Droux allemal. Bereits als 3-Jähriger «habe ich mich oft gezankt», erinnert sich der Matura-Absolvent. Bis heute hat die Faszination für den Sport in keiner Weise nachgelassen. «Judo ist eine der komplettesten Sportarten. Für mich gab es nie etwas anderes.» Entsprechend macht ihm auch das tägliche Training nichts aus – für welches er sogar nach Mulhouse oder Brugg fahren muss. Droux weiss genau was zu tun ist, um sich auch international durchsetzen zu können. Neben seinen Stärken im mentalen Bereich, «habe ich besonders bezüglich Ausdauer noch Luft nach oben.» Auch die Rückenverletzung mit einem vererbten, zusätzlichen Wirbelansatz bleibt weiter im Hinterkopf. Zuversichtlich ist Droux aber allemal. Vor allem die Auszeichnung zum Nachwuchssportler des Jahres hat den Judoka in seiner Arbeit bestätigt. Für die Zukunft gibt sich der künftige Sport-Rekrut aber gewohnt bescheiden. «Ich nehme, was kommt. Aber eine Teilnahme an einem Grossanlass ist sicherlich eine meiner grössten Ambitionen.»