Leichtathletik

Rekordleistung wider Erwarten für Leichtathletin Celine Albisser

Die Baselbieter Mehrkämpferin Celine Albisser überzeugt beim Saisonauftakt in Amriswil.

Jörg Greb
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Jörg Greeb Celine Albisser fliegt beim Weitsprung durch die Luft.

Jörg Greeb Celine Albisser fliegt beim Weitsprung durch die Luft.

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Dieser 800-Meter-Lauf nach den beiden kräfteraubenden Tagen mit den sieben leichtathletischen Disziplinen war ein toller Abschluss. Nach 2:13,95 Minuten überquerte Celine Albisser die Ziellinie als Erste und Tagesschnellste. Um eine neue persönliche Disziplinen-Bestmarke handelt es sich. Und diese sorgte auch dafür, dass die Oberbaselbieterin ihr bestes Siebenkampftotal um 72 Punkte auf 5618 verbesserte. «Ich bin sehr glücklich», strahlte die 24-Jährige aus Bubendorf. Schnell hatte sie durchgeatmet, schnell war sie wieder auf den Beinen, und nun bediente sie ihre Mitstreiterinnen mit Wasser zum Trinken und zum Herunterkühlen des überhitzten Körpers.

Neben dem Sport noch schnell den Master machen

Albisser nutzte diese erste Siebenkampf-Startgelegenheit in Amriswil voller Freude. Nachdem sie im Juni und anfangs Juli mit Einzelstarts ihre vielversprechende Verfassung unter Beweis gestellt hatte, reiste sie in der Vorwoche nach Tenero ins Tessin und bereitete ihr Mehrkampf-Saisondebüt mit Trainer Patrick Schmutz und einigen Vereinskolleginnen von der LV Frenke gezielt vor. Es sollte ein «solider Wettkampf ohne Exploit» werden. Und ein Wettkampf, den sich Albisser «so gut nicht vorgestellt hatte».

Die Wirtschaftsstudentin an der Uni Basel – sie wird im Herbst mit dem Masterstudium beginnen – hatte an den beiden Wettkampftagen besonders viel Freude. «Ein Siebenkampf ist etwas derart Spannendes: Da kann viel passieren, und Rückschläge musst du wegstecken und dich immer wieder auf das Kommende fokussieren», sagt sie. Hinzu kommt die Vielseitigkeit, die Abwechslung.

Auch sie liegen Celine Albisser – seit mehr als 15 Jahren. Nur aufwärts gegangen ist es bei ihr allerdings nur bis 2012, nachdem sie 2008 mit der Leichtathletik begonnen hatte und ihre Passion entdeckte. Harte Rückschläge hatte sie zu bewältigen: eine Adduktoren-Zerrung, einen Ermüdungsbruch, das Pfeiffersche Drüsenfieber, angerissene Bänder. Jahr für Jahr sah sie sich zurückgebunden.

Seit einiger Zeit ist der Tiefpunkt überwunden

Wieder aufwärts geht es seit fünf Jahren. Albisser steigerte sich kontinuierlich. Vor drei Jahren sicherte sie sich den Schweizer Mehrkampftitel. Sie musste sich aber auch eingestehen, dass «ich nicht für allerhöchste Ambitionen gemacht bin». So ist erklärt, dass sie neben dem Training im Verein – bei Spezialistinnen und Spezialisten wie Ursi Jehle (Kugel), Corinne Müller (Hürden) oder Thierry McHugh (Speer) – studiert und arbeitet. 30 Prozent beträgt das (flexible) Pensum als Medienbetreuerin beim Sportamt Baselland. Mit dieser Kombination scheint sie gut zu fahren.

Die kontinuierliche Entwicklung will Albisser fortsetzen. Kurzfristig denkt sie an die Schweizer Mehrkampf-Meisterschaft vom 7. und 8. August. «Ich peile 5700 Punkte an», sagt sie. Aber auch einen längerfristigen Plan verfolgt sie: «Die Universiade im nächsten Jahr sowie die Europameisterschaften 2022 betrachte ich als realistisch.»

Das effiziente Arbeiten während dieses Frühlings trägt aktuell Früchte. «Ich forderte mich ständig, aber stets alleine», sagt Albisser. Mit Videoaufnahmen, welche sie den Trainern zukommen liess, besorgte sie sich auch in Zeiten der Isolation die wichtige Aussensicht. «Ich hatte keine Motivationsprobleme, sondern genoss das Aktivsein richtiggehend», sagt sie.